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Team-Player

Gruppenarbeit einfach gemacht

01.09.2007 Teamarbeit stützt sich häufig auf E-Mail als primäres Arbeitswerkzeug, da komplette Groupware-Lösungen viel Zeit und Fachkenntnis bei der Installation und Konfiguration voraussetzen. Die Teamarbeitssoftware Mindquarry hat sich das Ziel gesetzt, diese Probleme zu lösen.

Mindquarry ist ein ansprechender Ansatz für alle, die eine einfach zu installierende Teamwork-Software benötigen [1]. Das Open-Source-Programm besteht aus einem Client und einem Server-Teil, die beide unter der Mozilla Public License stehen. Mindquarry basiert komplett auf Java, weswegen Server und Clients das Java Runtime Environment (mindestens Version 1.5) bereitstellen müssen. Daneben gibt es neuerdings auch eine Mindquarry-Variante, die Sie ohne Server benutzen können: Für den Betatest von Mindquarry Go, wie das neue Produkt heißt, müssen Sie sich auf der Mindquarry-Seite registrieren. Laut Hersteller ist die Registrierung bis zum 9. September 2007 gratis, die Testdauer beträgt drei Monate.

Installation und Konfiguration

Das Installationspaket mit dem Mindquarry-Programmdateien finden Sie auf der Mindquarry-Hauptseite [1] sowie auf der Heft-CD (nur 32-Bit). Achten Sie beim Download auf die richtige Architektur (32-Bit- oder 64-Bit-Version).

Abbildung 1: Die Hauptseite von Mindquarry mit den Modulen Teams, Files, Wiki und Tasks.

Anschließend öffnen Sie ein Terminalfenster und starten als root den Installer. Er überprüft, ob alle erforderlichen Pakete vorhanden sind, und fordert Sie gegebenenfalls auf, die fehlenden Pakete nachzuinstallieren. Unter der Server-Version von Ubuntu 7.04 mussten wir außer der Java Runtime Engine (sun-java6-bin) und apache2 zusätzlich die Pakete libapache2-mod-perl2libapache2-svn und subversion einrichten. Zudem bemängelte Mindquarry beim Start die Apache-Module dav_fs, proxy und rewrite.

Die aktuelle OpenSuse 10.2 benötigt neben den Java-Paketen aus dem Repository non-oss noch apache2-mod_perl, subversion und subversion-server für das dav_svn-Modul von Apache. Zudem mussten wir die Module perl, dav_svn, proxy und rewrite von Hand in die Apache-Konfigurationsdatei unter /etc/sysconfig/apache2 eintragen. Alternativ richten Sie den HTTP-Server über das entsprechende YaST-Modul ein und kreuzen bei den Apache-Modulen Perl an.

Der Installer fragt Sie nach einigen Einstellungen, wie etwa dem Installationsverzeichnis und dem Namen des Mindquarry-Servers. Der Option Server Domain sollten Sie besondere Beachtung schenken – in den meisten Fällen stimmt der Wert mit der IP-Adresse (oder dem Domänennamen) des Mindquarry-Servers überein. Falls Sie beispielsweise Mindquarry in Ihrem lokalen Netz auf einer Maschine mit der IP-Adresse 192.168.1.2 einsetzen wollen, geben Sie diese Adresse als Server Domain ein.

In beiden Testfällen (Open Suse 10.2 und Ubuntu 7.04) kam es nach dem Start des Mindquarry-Servers zu Problemen. Unter Ubuntu müssen Sie zum Beispiel über den Befehl ulimit -n 4000 (eventuell sogar -n 10000) die Zahl der maximal zum Öffnen erlaubten Dateien erhöhen. Das Verzeichnis /opt/mindquarry/data muss zudem dem Benutzer gehören, der Apache ausführt – unter Ubuntu ist das www-data. Einen kompletten Diskussionsthread mit zahlreichen nützlichen Hinweisen dazu finden Sie im Mindquarry-Forum [2]. Zudem hatten wir Probleme mit den Apache-Ports. Auch für dieses Problem hält das Mindquarry-Forum eine Lösung bereit [3]. Achten Sie zudem darauf, nicht nur das proxy-Modul zu laden, sondern auch proxy_http. Unter Suse erreichten wir das Webinterface von Mindquarry nur per http://localhost, nicht über die IP-Adresse. Schließlich funktioniert die Synchronisierung nur, wenn Sie der Konfigurationsdatei von Apache folgende Zeile hinzufügen:

DocumentRoot "/opt/mindquarry/data/repo"

Der Installer von Mindquarry braucht hier dringend eine Verbesserung, damit die Zusammenarbeit mit Apache out-of-the-box funktioniert.

Möchten Sie Mindquarry ohne Komplettinstallation ausprobieren, greifen Sie entweder auf die eingangs erwähnte Go-Variante zurück oder laden aus dem Mindquarry-Download-Bereich ein vorkonfiguriertes Vmware-Image herunter. So starten Sie die virtuelle Maschine mit dem Vmware-Player [4] und testen sämtliche Mindquarry-Features, ohne irgendetwas zu installieren.

Server am Start

Nach der Installation starten Sie das Programm mit dem Befehl

$ /opt/mindquarry/bin/mindquarry start

Nun rufen Sie die IP-Adresse des Mindquarry-Rechners in einem Webbrowser auf und loggen Sie sich mit dem Standard-Benutzernamen (admin) und -Kennwort (admin) ein. Auf unserem Testrechner mussten wir nach dem Start von Mindquarry rund eine Minute warten, bis wir uns unter dem Port 8080 als admin anmelden konnten. Erreichen Sie das Webinterface über Port 8080, gibt es mit der eigentlichen Mindquarry-Installation keine Probleme.

Um das Webinterface tatsächlich zu nutzen, müssen Sie es jedoch über Port 80 öffnen können. Klappt das nicht, haben Sie entweder nicht alle nötigen Apache-Module geladen (siehe oben) oder es besteht ein anderes Problem. Unter Ubuntu 7.04 müssen Sie zum Beispiel noch in der Datei /etc/apache2/apache2.conf die letzte Zeile mit einem Kommentarzeichen versehen, da der Browser unter Port 80 sonst den virtuellen Host öffnet. Bei Problemen lohnt es sich, den Mindquarry-Server mit dem Befehl /opt/mindquarry/bin/mindquarry console zu starten und zugleich die error.log-Datei des Apache mitzulesen.

Können Sie sich über die IP-Adresse des Mindquarry-Servers ohne Portangabe als admin anmelden, sind sämtliche Einstellungen in Ordnung. Um das Standardkennwort zu ändern und Ihre Mindquarry-Installation sicherer zu machen, klicken Sie in der rechten oberen Ecke auf das Symbol Edit User Profile und vergeben ein neues Passwort.

Im nächsten Schritt bestücken Sie Ihre Mindquarry-Serverinstallation mit Benutzern und Arbeitsgruppen ("Teams"). Um ein neues Team zu erstellen, klicken Sie auf den Reiter Teams und dann auf die Schaltfläche New Team. Im nächsten Dialogfenster vergeben Sie in den dafür vorgesehen Feldern eine Teamspace ID (zum Beispiel linuxuser) und den Teamspace Namen (zum Beispiel LinuxUser). Klicken Sie anschließend auf OK.

Auf ähnliche Weise erstellen Sie mit der Schaltfläche New User neue Benutzer und fügen diese über die Schaltfläche Team Members im Team-Abschnitt einem Team hinzu. Sie können beliebig viele User und Teams generieren. Im produktiven Einsatz erstellt man typischerweise einzelne Teams für jedes Projekt und fügt die passenden Benutzer dem jeweiligen Team hinzu.

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LinuxUser 03/2012

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