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NimbleX und GeexBox

01.09.2007
Anders als die meisten Slimline-Distributionen setzt NimbleX auf die Desktop-Oberfläche KDE und bietet Ihnen damit die gewohnte Arbeitsumgebung.

Minidistributionen wie Puppy Linux haftet oft der Makel an, dass sie eine für viele Benutzer ungewohnte Desktopoberfläche (wie etwa Icewm oder Fluxbox) verwenden und damit die Bedienung für viele an KDE gewohnte Anwender erschweren. Das auf Slackware 11 basierende NimbleX darf sich mit 200 MByte durchaus auch noch zur Riege der Minidists zählen, verfügt aber neben schlanken Windowmanagern wie Openbox auch über die ausgewachsene KDE-Oberfläche und den damit verbundenen Benutzerkomfort (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Schmalspurdistribution NimbleX verfügt nicht nur über den Window-Manager KDE sondern auch über eine beinahe vollständige Softwareausstattung für die tägliche Arbeit.

Als Basis verwendet die Live-Distribution den Kernel 2.6.16, die grafische Grundlage stellen X.org 6.9.0 sowie KDE 3.5.4 bereit. Die in Rumänien entwickelte englischsprachige Distribution richtet sich in erster Linie an Heimanwender und verfügt über den dafür notwendigen Softwarefundus (siehe Tabelle "NimbleX: Anwendungen"). Angefangen von Office-Programmen aus der KOffice-Suite bis hin zu Multimedia- und Systemprogrammen lässt die Distribution kaum Wünsche offen. Fehlt ein Programm, installieren Sie es einfach mit dem Paketmanager Gslapt nach.

NimbleX: Anwendungen

Funktion Programm
Audioplayer Juk
BitTorrent-Client Transmission
Brennprogramm K3b
Bürosuite KOffice
FTP-Client Casablanca
Instant Messenger Kopete
Partitionierung QtParted
Pixelgrafik Kolourpaint
Videoplayer KPlayer
VoIP-Client KPhone

Als zweite Distribution enthält die CD das Mini-Medien-Center Geexbox 1.1 (Kasten "GeexBox").

GeexBox

Trotz seiner minimalen Größe von gerade einmal 8 MByte verfügt GeexBox (Abbildung 6) über alle wichtigen Funktionen zum Abspielen von Filmen und Audiodateien. Dafür zeichnet sich in erster Linie der integrierte Mplayer 1.0 zuständig. Nach dem Start lädt GeexBox direkt den auf der CD enthaltenen Podcast zum Thema Mandriva und sicheres Löschen von Dateien.

Abbildung 6: Klasse statt Masse: GeexBox reichen 8 MByte, um Ihren Rechner in Multimediaplayer zu verwandeln.

Da die Minidistribution komplett aus dem Hauptspeicher läuft, können Sie nach dem Start problemlos die Boot-CD entfernen und durch eine Film- oder Musik-CD ersetzen. Die Distribution unterstützt dabei sowohl verschiedene AVI- und DIVX Formate als auch die üblichen Audio-Kodierungsformate wie OGG oder MP3.

Booten

Das Bootmenü bietet verschiedene Möglichkeiten, NimbleX zu starten. Während NimbleX (KDE) starten die Distribution direkt mit dem Windowmanager KDE startet, erreichen Sie via NimbleX (KDM) starten das KDM-Login Fenster (Abbildung 2). Im Auswahlmenü Session Type in der rechten oberen Ecke des Bildschirms wählen Sie, welche grafische Oberfläche NimbleX starten soll. Zur Auswahl stehen neben Fluxbox auch Icewm und Openbox. Das Loginpasswort für den Benutzer root lautet toor.

Abbildung 2: Starten Sie NimbleX im KDM-Modus, erscheint im Login-Bildschirm das Auswahlmenü für alternative Windowmanager.

Die Hardware-Anforderungen an den Rechner hängen maßgeblich von der Wahl der grafischen Oberfläche ab. Während zum Betrieb schlanker Desktopoberflächen wie Fluxbox bereits 64 MByte Hauptspeicher kombiniert mit einer 200-MHz-CPU genügen, um flüssig zu arbeiten, darf es beim Start vom KDE ruhig ein wenig mehr sein: 256 MByte Hauptspeicher und eine mit 500 MHz getaktete CPU sollte der Rechner schon mitbringen, damit das Arbeiten Spaß macht. Starten Sie die Distribution im RAM-Modus (NimbleX (KDE) in das RAM laden) sollte der Rechner über mindestens 512 MByte Hauptspeicher verfügen. Beim Start sucht die Distribution nach einer vorhandenen Swap-Partition und verwendet diese als erweiterten virtuellen Hauptspeicher, um Ressourcenengpässen zuvor zu kommen.

Vorbereitung und Setup

Sofern Sie NimbleX nicht nur als reines Live-System verwenden möchten, sondern vorhaben, öfter damit zu arbeiten, empfiehlt es sich, Einstellungen und persönliche Daten dauerhaft zu speichern. Dafür stellt die Distribution die Funktion Save in NimbleX (Abbildung 3) bereit, die Sie im K-Menü unter Settings erreichen.

Abbildung 3: Zum dauerhaftem Sichern persönlicher Daten und Einstellungen bietet NimbleX die Funktion Save in NimbleX.

In einer Schritt-für-Schritt-Abfrage legen Sie den Speicherort und die Größe der Containerdatei fest. Die Applikation erstellt daraufhin die Imagedatei nimblex.data welche die Distribution – sofern sie sich im Wurzelverzeichnis eines angeschlossenen Laufwerks befindet – beim Booten selbständig findet und automatisch einbindet.

Wählen Sie als Speicherort ein Unterverzeichnis, gilt es, dieses über die Boot-Optionen anzugeben. Wählen Sie dazu im Boot-Menü NimbleX (KDE) starten und drücken Sie [F5]. Suchen Sie danach den Abschnitt changes=nimblex.data und ergänzen Sie ihn um den Pfad zur Datei, beispielsweise changes=/dev/hda1/sonstiges/nimblex.data. Alternativ bietet die Distribution die feste Installation an (siehe Kasten "NimbleX installieren"). Beachten Sie: NimbleX bindet die Imagedatei erst nach einem Reboot als Speichermedium ein. Zuvor festgelegte Änderungen und Einstellungen gehen verloren.

Zum Einrichten bietet NimbleX in erster Linie KDE-interne Konfigurationstools wie das Control Center. Darin legen Sie sowohl das Verhalten und Aussehen von KDE fest, als auch das Tastaturlayout oder Netzwerkfreigaben. Zum Anschluss ans Netzwerk bietet NimbleX neben dem Standard-Ethernet-Anschluss Kppp zum Einrichten serieller Modems sowie Pppoe, um ADSL-Verbindungen zu erstellen. Allerdings fehlt diesem Programm ein passendes Frontend, weswegen Sie die notwendigen Einstellungen auf der Kommandozeile vornehmen müssen.

Beim Aktivieren des WLAN helfen Ihnen sowohl der Wireless Assistant als auch der Wireless LAN Manager; beide erreichen Sie im K-Menü unter Internet.

NimbleX installieren

Neben dem Anlegen einer Containerdatei zum dauerhaften Sichern von Einstellungen und Dokumenten bietet NimbleX auch eine Installationsoption. Diese erreichen Sie über das Icon NimbleX USB Installer.deskop (Abbildung 5) im Heimatverzeichnis.

Abbildung 5: Ein Klick auf den stilisierten USB-Stick öffnet den Dialog zur Installation von NimbleX auf einem Datenträger.

Als Speichermedium kommen sowohl USB-Sticks als auch Festplatten mit einer Kapazität von mindestens 512 MByte in Frage. Allerdings verwendet der Installer das das gewählte Speichermedium exklusiv, ohne auf bereits bestehende Partitionen Rücksicht zu nehmen, und formatiert es neu. Zusätzlich richtet das Skript direkt den Bootloader Grub im MBR des Datenträgers ein und macht ihn damit bootfähig.

Von einer Installation zu sprechen, erscheint jedoch etwas hoch gegriffen, da das Skript lediglich die benötigten Dateien einschließlich des Squashfs-Images von NimbleX in das Ziellaufwerk kopiert und das System letztendlich im Live-Modus startet. Um Dateien und Einstellungen dauerhaft zu sichern, gilt es deswegen auch hier, zunächst die Containerdatei anzulegen, in der die Distribution Änderungen speichert. Allerdings weigerte sich NimbleX in der installierten Variante zu booten, wenn sich der Container und die Systemdateien auf dem gleichen Datenträger befinden.

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