Hitzefrei
Lüftersteuerung bei Thinkpad-Notebooks
Installation
Durch die Vielfalt der einzelnen Linux-Distributionen lässt sich keine generelle Aussage zur Konfiguration des ibm_acpi-Moduls treffen. Wir beschränken uns daher exemplarisch auf einige größere Distributionen.
Unter Ubuntu und seinen Derivaten geschieht die Konfiguration am einfachsten: Hier ist das Kernelmodul meist bereits korrekt geladen. Um das zu überprüfen, suchen Sie in der Datei /etc/modprobe.d/ibm_acpi.modprobe den Parameter experimental=1. Ist er vorhanden, müssen Sie lediglich noch das Programm tp-fancontrol zusammen mit dem dazugehörigen Init-Script und der entsprechenden Konfigurationsdatei beschaffen. Alle drei finden Sie auch auf der Heft-CD.
Die Datei tp-fancontrol kopieren Sie ins Unterverzeichnis /usr/bin, das zugehörige Init-Script tp-fancontrol.init sichern Sie als Datei /etc/init.d/tp-fancontrol. Die Konfigurationsdatei tp-fancontrol.conf kopieren Sie anschließend in das Unterverzeichnis /etc. Da die hier vorgegebenen Einstellungen in den meisten Fällen sinnvoll sind, entfällt in der Regel eine manuelle Nachbearbeitung der Konfigurationsdatei. Mit dem Befehl
$ update-rc.d tp-fancontrol defaults
tragen Sie das Programm tp-fancontrol als Dämon in sämtliche Runlevel ein, sodass ab dem nächsten Systemstart unter Ubuntu (und Derivaten) die Rechnerkühlung sehr elegant funktioniert (Abbildung 2).
Unter RPM-basierten Distributionen wie Mandriva oder Fedora untersuchen Sie entweder die Datei /etc/modprobe.preload oder /etc/modprobe.conf auf den Eintrag options ibm_acpi experimental=1 hin zu untersuchen. Meist findet sich dieser Eintrag ohne den Parameter experimental=1, sodass Sie ihm manuell hinzufügen müssen. Dann kopieren Sie, wie für Ubuntu beschrieben, die drei tp-fancontrol-Dateien in die entsprechenden Unterverzeichnisse. Schließlich legen Sie in den einzelnen Runlevel-Verzeichnissen /etc/init.d/rcRunlevel
.d einfach entsprechende Start- und Stoplinks an, die auf die Datei tp-fancontrol im Verzeichnis /etc/init.d verweisen. Nach einem erneuten Warmstart ist dann auch hier eine zuverlässige Kühlung des Rechners gewährleistet.
Fazit
Mit wenigen Schritten und vertretbarem Aufwand lässt sich eine effektive Kühlung von Thinkpad-Notebooks realisieren. Dazu benötigt man noch nicht einmal tiefer gehende Kenntnisse der Linux-Systemverwaltung. Angesichts der thermischen Probleme insbesondere bei leistungsfähigen Notebooks, die herstellerübergreifend bestehen und auf längere Sicht Hardwaredefekte erzeugen, täten die Linux-Kernel- und Distributionsentwickler gut daran, dieser Thematik mehr Aufmerksamkeit zu widmen.
Glossar
ACPI
Advanced Configuration and Power Interface. Industriestandard für das Energiemanagement von PCs durch das Betriebssystem. Federführend entwickelt von HP, Intel, Microsoft, Phoenix und Toshiba.
[1] ACPI-Implementierung in Linux: Timo Hönig, "Linux im Schlaflabor", Linux-Magazin Sonderheft 04/2006, S. 44
[2] Bildstörungen bei Hitzestau: http://www.thinkwiki.org/wiki/Problem_with_garbled_screen
[3] Skript zur Lüfterkontrolle: http://www.thinkwiki.org/wiki/How_to_control_fan_speed



