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Bitte lächeln!

Linux-kompatible Webcams im Vergleich

USB-Headset

Das "Chat&-Voice"-Pack Trust PC-2300 bringt zusätzlich zur Webcam ein USB-Headset mit. Linux macht bei einigen Karten Probleme mit dem gleichzeitigen Playback und der Aufnahme. Diese Schwierigkeiten umgehen Sie mit einem USB-Gerät, das eine eigene Soundkarte mitbringt. Auch das Mikrofon der Logitech-Webcams erkennt Linux als neue Soundboard.

Bei einigen VoIP-Anwendungen können Sie einstellen, welches Soundgerät das Programm für eingehende Anrufe, für das Mikrofon und für die Ohrhörer verwendet. So klingelt zum Beispiel bei einem Anruf die interne Soundkarte, das Gespräch führen Sie aber über das USB-Headset. Der Vorteil eines konventionellen Headsets mit Klinkenstecken besteht darin, dass Sie Mikrofon und Ohrhörer auch mit anderen Geräten nutzen können – das USB-Gerät funktioniert nur am PC.

Am Kabel des Trust-Headsets HS-4080 USB befindet sich ein Schalter mit drei Knöpfen für die Lautstärkeregelung und Stummschaltung. Aktuelle Ubuntu-Versionen erkennen diese Tasten automatisch, bei Suse-Installationen mit einem Multimedia-Keyboard sind die entsprechenden Sondertasten ebenfalls aktiv. Reagiert Ihr Rechner auf keine der drei Tasten, legen Sie in Ihrem Home-Verzeichnis eine Datei .Xmodmap an und speichern darin die im Kasten "Xmodmap-Datei" abgedruckten vier Zeilen.

Xmodmap-Datei

!! Sondertasten für Trust HS-4080 USB
 keycode 160 = XF86AudioMute
 keycode 174 = XF86AudioLowerVolume
 keycode 176 = XF86AudioRaiseVolume

Über den Aufruf von xmodmap .Xmodmap auf der Konsole machen Sie dem System die neuen Tasten bekannt. Ob alles funktioniert hat, testen Sie zum Beispiel im KDE-Kontrollzentrum unter Regionaleinstellungen & Zugangshilfen | Tastenkürzel. Wählen Sie hier eine beliebige Funktion aus, die noch kein Tastenkürzel besitzt, und klicken Sie auf die Taste Keine, um einen neuen Key festzulegen. Drücken Sie jetzt eine der Sondertasten auf dem Headset, sollte KDE diese anzeigen. Auf einem Gnome-System wählen Sie System | Einstellungen | Tastenkombinationen. Auch hier testen Sie am besten eine Funktion, für die noch kein Hotkey vergeben ist.

Allerdings steuern die Keys 160, 174 und 176 nicht die Lautstärke des Headsets, sondern die des Hauptreglers der ersten Soundkarte, wobei es sich in der Regel um die integrierte Karte handelt. Bei einem Druck auf den entsprechenden Knopf ändern sich die Einstellungen des Headsets somit nicht. Abhilfe schaffen Sie, indem Sie für den Regler des USB-Headsets eine Kombination wählen, zum Beispiel [Alt]+[XF86AudioMute] oder [Win]+[XF86AudioMute].

Benutzen Sie KDE, öffnen Sie dazu den Lautstärkeregler KMix, wählen als Sound-Gerät den Eintrag C-Media USB Headphone Set und klicken dann mit der rechten Maustaste auf den Regler Speaker. Wählen Sie danach aus dem Kontextmenü den Eintrag Globale Kurzbefehle festlegen, um die neuen Tastenkürzel festzulegen (Abbildung 5). Möchten Sie über die drei Tasten nicht die Lautstärke steuern, können Sie die Keys auch als Pause-Funktion oder zum Vorwärts- und Zurückspringen einsetzen.

Abbildung 5: Um Überschneidungen mit bestehenden Tastenkürzeln zu vermeiden, wählen Sie am besten eine Kombination mit der [Win]- oder [Alt]-Taste.

Unter Gnome fanden wir keine Möglichkeit, die Hotkeys für den gewünschten Soundkanal festzulegen. Hier ändern Sie entweder direkt die Hotkeys der jeweiligen Anwendung oder wählen eine Lösung per Skript. Eine gute Anleitung finden Sie im Ubuntu-Wiki [4].

Fazit

Für Notebook-Benutzer bieten die Logitech-Webcams eindeutig das beste Preis-Leistungsverhältnis. Auch die Bildqualität fällt deutlich besser aus als bei der Konkurrenz. Unter Linux empfiehlt sich in jedem Fall die günstigere Quickcam 961404: Sie bietet das etwas bessere Bild und lässt sich zudem frei drehen. Das "Deluxe"-Modell 961400 dagegen schaut immer in Richtung des Laptop-Displays.

Die Chat-&-Voice-Packs von Trust eignen sich gut für Desktop-Rechner. Wer das Set nur für Gespräche nutzen will, ist mit dem kleineren CP-2200 gut bedient, das Headset des CP-2300 eignet sich auch zum Musikhören und bietet eine deutlich bessere Klangqualität. Praktisch finden wir auch die drei Tasten.

Die beiden Philips-Webcams machen unter Linux keinen guten Eindruck Die SPC 300NC liefert kein brauchbares Bild, die wackelige SPC 610NC droht den Gesprächspartner seekrank zu machen.

Glossar

GSPCA

Generic Software Package for Camera Adapters. Von Michel und Sylvie Xhaard auf der Basis von Reverse Engineering der Protokolle und Funktionen entwickeltes Treibermodul für Webcams unter Linux.

Infos

[1] 13 Webcams im Test: Mirko Dölle, "Je oller, je doller", EasyLinux 06/2006, S. 42

[2] GSPCA-Webcam-Treiber: http://mxhaard.free.fr

[3] Suse-Pakete für GSPCA: http://home.scarlet.be/raoul.linux/rpm/webcam.html

[4] Sondertasten mit Gnome: https://help.ubuntu.com/community/MultimediaKeys

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Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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