B-Moll in Ardour
Musikproduktion mit Linux
Spuren abmischen
Wollen Sie die Aufnahme erweitern, fügen Sie nach Belieben jederzeit weitere Tracks in Ihr Projekt ein und bespielen diese Spuren. Damit Sie bei der synchronen Aufnahme in eine neue Spur bereits vorhandene Spuren mithören können (Monitoring), müssen Sie im Mixer die relative Lautstärke der Spuren anpassen.
Dazu öffnen Sie über Fenster den Mixer oder drücken [Alt]+[M]. Im Mixer existiert für jede Spur ein so genannter Strip mit Lautstärkeregler, Pegelanzeige, Pan-Regler zum Einstellen des Stereobilds sowie Funktionen zum Solo- oder Stummschalten und zum Anwenden von Effekten (Abbildung 6). Spielen Sie Ihre Aufnahme ab und justieren Sie die Pegel, um einen akzeptablen Mix zu erzeugen. Falls sich die Pegelanzeigen zu träge verhalten, ändern Sie dieses Verhalten über Ansicht | Abfall der Pegelanzeigen.
Effektvolles Musizieren
Im Unterschied zu anderen Digitalen Audio-Workstations verzichtet Ardour komplett auf eigene Dynamikprozessoren oder Equalizer, bietet aber die Option, diese in der Postproduktion von Audioaufnahmen unverzichtbaren Geräte extern einzubinden. Um solche Geräte von Ardour aus zu verwenden, können Sie alle Plugins benutzen, die auf der Basis der unter Linux gebräuchlichen LADSPA-API arbeiten.
Ardour unterstützt so genannte Pre- und Postfader-Plugins. Prefader-Plugins verändern das unbearbeitete Audiosignal; Postfader-Plugins bekommen die Daten erst, nachdem der Lautstärkeregler den Pegel bereits angepasst hat.
Um einen Equalizer zu benutzen, klicken Sie im Mixer-Strip einer Spur mit der rechten Maustaste in den leeren schwarzen Kasten direkt unter dem Aufnahme-Button und wählen aus dem Kontextmenü die Funktion Plugin einfügen. Suchen Sie einen Effekt aus der Liste aus und klicken Sie anschließend erst auf Hinzufügen und dann auf Verbinden. Haben Sie ein Effektgerät eingefügt, öffnen Sie per Doppelklick auf den Namen des Geräts einen Dialog, in dem Sie die Parameter des Effekts festlegen sowie über den Bypass-Schalter den Effekt ein- und ausschalten (Abbildung 7).
Plugins einrichten
Falls Sie keine Plugins in der Liste finden, müssen Sie erst ein paar installieren. Eine gute Quelle dafür sind die TAP-Plugins [4] sowie die Plugins von Steve Harris [5], die Sie in der Regel über das Paketverwaltungstool Ihrer Distribution einrichten. Unter Debian/Ubuntu installieren Sie einfach die Pakete tap-plugins sowie swh-plugins, unter OpenSuse müssen Sie Ihren Installationsquellen das PackMan-Repository [6] hinzufügen. Dort finden Sie das Paket ladspa, das die Plugins enthält.
VST-Support
Kommerzielle Effektplugins folgen meist dem von der Firma Steinberg entwickelten VST-Standard. Auch Ardour unterstützt mittlerweile diesen Standard. Allerdings lassen die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit eher zu wünschen übrig: Manche Plugins stürzen ab, bei anderen bleiben wichtige Bedienelemente unsichtbar. Zudem setzt das Verwenden solcher Plugins voraus, das Ardour mit speziellen Optionen übersetzt wurde. Schließlich brauchen Sie auch noch Wine sowie das VST-SDK dafür [7]. Für echte Musiker, die sich mit solchen technisch eher komplexen Arbeiten nicht beschäftigen möchten, ist dieses Angebot daher wenig praktikabel. So bleibt im Moment nur die Hoffnung, dass VST-Plugins bald auch für LADSPA auf den Markt kommen.



