B-Moll in Ardour
Musikproduktion mit Linux
Fazit
Ardour präsentiert sich in der Version 2.0 erfreulich stabil und umfangreich. Die Benutzeroberfläche hat gegenüber der Vorversion einen ordentlichen Schliff bekommen. Die Layout-Probleme einer Gtk1-Anwendung gehören damit der Vergangenheit an.
Trotz der Fülle von Funktionen wirkt die Oberfläche keineswegs überladen, sondern im Gegenteil sehr durchdacht, was eine intuitive Bedienung ermöglicht. Die meisten Funktionen lassen sich über Kontextmenüs erreichen, und nach kurzer Einarbeitungszeit arbeitet der Benutzer schnell und produktiv mittels Shortcuts.
So kann sich das freie Programm Ardour 2.0 sehen lassen und muss sich auch vor seinen ungleich teureren kommerziellen Konkurrenten wie Cubase oder Logic Audio nicht verstecken.
Glossar
Digitale Audio-Workstations
Eine Digitale Audio-Workstation (DAW) ist das in der Musikproduktion zentral verwendete Gerät zur Aufnahme, Abmischung und zum Mastering von Tonmaterial.
Scons
Ein Programm zum automatischen Erstellen von Programmen aus dem Quellcode, das ähnlich wie die Kombination von
./configure,makesowiemake installarbeitet.Themes
Vordefiniertes Set aus Farben und Grafiken, mit dem man die Bedienelemente einer GUI-Bibliothek im Aussehen anpassen kann.
Overdub-Verfahren
Bezeichnung für eine Arbeitsweise, bei der einzelne Spuren nacheinander aufgenommen werden oder neue Spuren den bereits bestehenden hinzugefügt werden.
Sample
Bezeichnung für die kleinste Einheit eines digitalisierten Tonsignals. Je höher die Sample-Frequenz ist, desto mehr Signale werden pro Sekunde verarbeitet.
Jack
Das Jack Audio Connection Kit ist ein Soundserver, der für professionelle Audioanwendungen optimiert ist.
Dynamikprozessoren
Effekte wie Limiter oder Kompressoren, die die Lautstärke eines Signals automatisch dem Pegel anpassen.
Equalizer
Ein Equalizer bietet die Möglichkeit, verschiedene Frequenzbereiche wie Bässe, Mitten oder Höhen eines Tonsignals unabhängig voneinander zu regeln.
LADSPA
Abkürzung für Linux Audio Developers Simple Plugin API. Unter Linux gebräuchlicher Standard für programmunabhängig verwendbare Effektplugins.
VST
Virtual Studio Technology, ein von der Hamburger Firma Steinberg entwickelter Standard für virtuelle Instrumente und Effektplugins.
Midi Machine Control
MMC ist ein Teil der MIDI-Spezifikation, der Funktionen zur Steuerung von Aufnahmeequipment beschreibt.
MTC
Midi Time Code ermöglicht die Synchronisation von Recordern über ein Zeit-Signal, das von einem als Master fungierenden Gerät gesendet wird.
[1] Ardour: http://www.ardour.org
[2] Jack Audio Connection Kit: http://jackaudio.org
[3] Open-Suse-10.2-Installationsquelle: ftp://packman.iu-bremen.de/suse/10.2
[4] TAP-Plugins: http://tap-plugins.sourceforge.net
[5] Steve Harris' LADSPA-Plugins: http://plugin.org.uk
[6] PackMan-Repository: http://packman.links2linux.de
[7] VST-SDK: http://www.steinberg.de/324_1.html
[8] Rosegarden: Eckhard Jokisch, "Virtuelles Studio", LinuxUser 07/2006, S. 58, http://www.linux-user.de/ausgabe/2006/07/058-rosegarden/
[9] QSynth: http://qsynth.sourceforge.net



