Was als reale Ameisenkolonie im Terrarium begann, spielt sich heute auf dem Bildschirm in einer vielschichtigen Simulation ab. Aber das Prinzip bleibt immer das gleiche: Hege und pflege Deine Population, damit sie wächst und gedeiht. Auch das Echtzeitstrategiespiel Globulation 2 lockt mit der Möglichkeit, durch geschicktes Planen eine große und lebendige, digitale Gemeinde im Stile des Spieleklassikers "Die Siedler" zu erschaffen.
Ein paar Unterschiede gibt es aber schon: Sie lenken die Geschicke der Globules – kleiner, fleischfarbener Lebewesen mit der Form einer Hantel oder eines Knochens. Ausgehend von einem Hauptquartier, dem so genannten Stock, entsenden Sie Arbeiter, die im nahe gelegenen Wald Holz hacken und auf Feldern Korn ernten (Abbildung 1). Hat die Kolonie genügend Rohstoffe eingelagert, geht es an den Aufbau einer kleinen Siedlung.
Da die Arbeit an der frischen Luft hungrig macht, und Hunger wiederum an der Gesundheit zehrt, gilt es, zunächst an das leibliche Wohl der kleinen Mutanten zu denken und ausreichend viele Gasthöfe zu errichten. Anschließend spendieren Sie den digitalen Lebewesen Lehrstätten, in denen diese zum Beispiel schwimmen lernen oder ihre körperliche Fitness trainieren.
Als Besitzer einer Schule dürfen Sie fast jedes Gebäude um bis zu zwei weitere Stufen ausbauen. Auf diese Weise nehmen diese mehr Globules in gleicher Zeit auf oder produzieren bessere Ergebnisse. Allerdings kostet jede Ausbaustufe zusätzliche und zum Teil sogar seltene Ressourcen. So benötigen Sie zum ersten Ausstatten einer Schule 12 Einheiten einer speziellen Algensorte, die Ihre schwimmenden Arbeiter wiederum erst abbauen müssen. Für diese Zeit bleibt das Gebäude zwangsweise eine Baustelle – und somit unbrauchbar.
Machthaber
Außerhalb der eigenen Siedlung lauern in der kleinen Rundwelt neidische Konkurrenten. Damit Sie denen nicht schutzlos ausgeliefert sind, gilt es, im Stock rechtzeitig Krieger auszubilden. Die sehen genau so aus wie die kleinen Arbeiter, protzen allerdings mit einem etwas kräftigeren Oberkörper. Durch ein wenig Training bauen die Krieger sogar noch zusätzliche Muskeln auf.
Zusätzlich zu den Kriegern bieten Geschütztürme und Mauern der mühsam errichteten Stadt Schutz gegen Angriffe. Die dritte und letzte Globule-Art bilden die vogelähnlichen Entdecker, die mit kräftigen Flügelschlägen feindliche Stellungen überfliegen und so für den Spieler ausspionieren (Abbildung 2).
Als Alternative zum Kampf bietet das Spiel aber auch andere Taktiken: Ernten Sie die rar gesäten Früchte und bieten diese in den eigenen Gasthöfen an, bewegt das unter Umständen sogar gegnerische Einheiten zum Überlaufen. Dummerweise kennt die Konkurrenz den gleichen Trick – nur eben mit Ihren Einheiten.
Indirektes Steuern
Im Gegensatz zu anderen Strategiespielen nehmen die Globules keine direkten Befehle entgegen. Stattdessen verteilen Sie lediglich Aufgaben: Damit beispielsweise vier Arbeiter an einem Gasthof schuften, wählen Sie in einem herkömmlichen Strategiespiel vier Arbeiter aus und weisen diese dem Gebäude zu. In Globulation 2 legen Sie hingegen nur fest, dass genau vier Arbeiter im Gasthof für Nachschub sorgen sollen. Die derzeit noch tatenlosen Globules sehen selbständig den neuen Bedarf und beginnen umgehend mit der Arbeit. Dabei gilt die Faustregel: Je mehr Arbeiter einem Gebäude zugewiesen sind, desto schneller und effizienter klappt der Nachschub oder dessen Ausbau.
Globulation 2 wirft damit das so genannte Mikromanagement größtenteils über Bord. Das gibt Ihnen die Freiheit, sich voll und ganz auf das Umsetzen Ihrer Strategien zu konzentrieren. Aufgrund der indirekten Steuerung heißt es folglich auch bei Angriff und Verteidigung umdenken: Da Sie die eigenen Krieger nicht direkt befehligen dürfen, erstellen Sie als Spieler verschiedene Zonen.
Blau schraffierte Bereiche markieren Wachposten, in denen untätige Globule-Krieger automatisch patrouillieren (Abbildung 3). Zum Angriff blasen Sie hingegen mit einer virtuellen Fahne. Diese stecken Sie einfach in das Angriffsziel und legen zusätzlich den Radius fest, in dem sich die zerstörerische Kraft der eigenen Truppen entfalten soll (Abbildung 4). Wer weniger feindselig gesinnt ist, schmiedet Allianzen. Zur Wahl steht dabei ein Nichtangriffspakt oder der Tausch von Früchten.



