Vorratshaltung
Harddisk-Recording mit MythTV
Analoge Videoquellen
Für analoge Videoquellen richten Sie stattdessen den Bezug der Daten aus dem Internet ein: Wählen Sie das richtigen XMLTV-Skript für Ihren Wohnort aus. europe-west unter Tabelle der Senderfrequenzen ist die Einstellung für den Empfang in Deutschland und Österreich. Beenden Sie den Dialog mit [Alt]+[F]. Holen Sie nun das Terminal, in dem MythTV-Setup läuft, in den Vordergrund. Hier fragt Sie das Programm, welche der auf TV-Today verfügbaren Fernsehkanäle es dem Programmguide hinzufügen soll. Antworten Sie für alle Sender, die Sie empfangen können, mit yes. Kehren Sie zu MythTV-Setup zurück, sobald auf der Konsole keine neuen Fragen erscheinen. Die Meldung Sie müssen das erste Mal 'mythfilldatabase --manual' anstatt nur 'mythfilldatabase' aufrrufen. ignorieren Sie.
Bei analogen Karten zeigt sich der Beta-Status von MythTV darin, dass ein Frequenzscan die eben erstellten Einträge überschreibt. Die Einträge aus XMLTV enthalten jedoch keine Angabe zur Senderfrequenz und lassen sich also im Tuner nicht auswählen. Zum Ziel kommen Sie dennoch, indem Sie wie im vorigen Abschnitt beschrieben eine zweite Videoquelle erstellen. Nennen Sie diese SCAN.
Stellen Sie nun die Verknüpfungen (vierter Punkt im MythTV-Setup-Hauptmenü) zwischen den TV-Karten und den/der eben erstellten Videoquelle(n) her: Wählen Sie den Eintrag für den Anschluss, unter dem Ihre Karte empfängt: Analogempfang über Antenne oder Kabel greifen Sie am Eingang Televison ab, DBV-Karten besitzen normalerweise nur einen Eingang. Die Verknüpfung stellen Sie nach Auswahl des Eintrags her, indem Sie unter Videoquelle den richtigen Namen wählen. Bei analogen Quellen wählen Sie hier SCAN.
Starten Sie nun mit dem Button Sendersuchlauf einen vollständigen Scan. Bei analogem Empfang liegt nun neben der Videoquelle mit den richtigen Sendernamen eine mit den korrekten Frequenzen (SCAN) vor.
DVB-Videoquellen haben Sie nun in den meisten Fällen fertig eingerichtet: Die Liste enthält alle Sender, die Daten für das Fernsehprogramm fließen über EIT ein. Im Test mit der USB-Karte Cinergy T2 fand MythTV allerdings nicht alle verfügbaren Sender. Der Kasten "Alternativer DVB-Channelscan" stellt ein Tool vor, das Abhilfe verspricht.
Für analoge Quellen ist nun noch Nacharbeit erforderlich. Damit Sie herausfinden, welchen Sender hinter den Kanalkürzeln in der Videoquelle aus dem Kanalscan stecken, müssen Sie jedoch zuerst einmal mit MythTV fernsehen.
Alternativer DVB-Channelscan
w_scan [11] hilft weiter, wenn der eingebaute DVB-Frequenzscan in MythTV nicht richtig funktioniert. Entpacken Sie das Programmarchiv und starten Sie das enthaltene Binary mit über den Aufruf ./w_scan -X > channels.conf. Im MythTV-Setup wählen Sie statt vollständiger Scan die Option channels.conf einlesen und geben als Dateiposition die eben erstellte Datei channels.conf im w_scan-Programmordner an.
Da nach dem manuellen Einlesen einer channels.conf-Datei die Auswertung der übertragenen EIT-Programmdaten abgeschaltet ist, aktivieren Sie unter Sender bearbeiten im Hauptmenü entweder für jeden Sender das Kontrollkästchen EPG über DVB benutzen, oder Sie starten den MySQL-Client (mysql -u root) und geben Sie die Abfrage USE mythconverg; UPDATE channel SET useonairguide=1; ein.
Endlich im Bilde
Beenden Sie zunächst mythtv-setup im Hauptmenü mit [Esc] und starten Sie auf zwei Konsolen mythbackend und dann mythfrontend. Im als Vollbild startenden Frontend wählen Sie Fernsehen, die Wiedergabe des ersten Kanals in der Videoquelle sollte dann nach einigen Sekunden beginnen. Mit den Tasten [Pfeil oben] und [Pfeil unten] zappen Sie durch die Kanalliste. MythTV zeigt den neuen Sender (später auch das Programm, das auf dem Sender gerade läuft) zunächst nur im On-Screen-Display (Abbildung 5). Erst mit [Eingabe] wechseln Sie den Kanal endgültig.
Empfangen Sie via DVB, sind Sie fast am Ziel: Das Starten des Backends beim Booten automatisieren Sie über den Startskript /etc/init.d/mythbackend. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie in /etc/sysconfig/mythbackend noch gültige Werte für den Benutzer, mit dem mythbackend starten soll, und für das zugehörige Home-Verzeichnis eintragen. Damit MythTV aufnehmen kann, muss zum Zeitpunkt der Aufnahme nur das Backend laufen. Über nvram_wakeup kann MythTV auch die Steuerung des Ein- und Ausschalten des Rechner übernehmen [12].
Nutzen Sie eine Analog-Karte, notieren Sie nun alle Frequenzkürzel, die MythTV als Kanalnamen im On-Screen-Display anzeigt, und welcher Fernsehsender sich dahinter verbirgt. Stoppen Sie dann Backend und Frontend und starten Sie erneut mythtv-setup. Editieren Sie alle von XMLTV bereits richtig benannten Kanäle, indem Sie nach der Auswahl in der Liste [Eingabe] drücken. [Alt]+[W] bringt Sie zur zweiten Seite des Kanalsetups. Hier tragen Sie unter Frequenz oder Kanal das Kanalkürzel aus dem Frequenzscan ein. Unter Verknüpfungen im Hauptmenü lösen Sie nun die Verbindung des Fernseheingangs Ihrer Karte von der nur temporär benötigten Verknüpfung mit SCAN. Stellen Sie stattdessen die Videoquelle ein, in der die Sendernamen und nun auch die richtigen Kanäle eingetragen sind.
Starten Sie schließlich auf der Konsole mythfilldatabase. Über diesen Befehl holt MythTV das Fernsehprogramm aus dem Internet. Das Grabben geht nicht besonders schnell vonstatten: Bei etwa 20 Kanälen kann es nahezu eine Stunde dauern, bis das komplette Wochenprogramm eingespielt ist. DBV-Nutzer müssen mythfilldatabase nicht starten – hier geht, sofern mythbakend läuft, alles "von selbst" und auch ein wenig zügiger: Eine knappe halbe Stunde, in der das Backend läuft und nicht mit Aufnahmen oder Live-TV beschäftigt ist, sollte bei rund 20 Kanälen genügen, um die Datenbank zu bestücken.



