Pakete bauen ohne Mehraufwand

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Selbst kompilierte Software fällt durch das Paketmanagement-Raster – oft mit unangenehmen Folgen. Hier schafft Checkinstall unkompliziert Abhilfe.

Viele Programme und Bibliotheken sind unter Linux nicht als fertiges Paket, sondern nur im Quelltext verfügbar. Haben Sie die Software erfolgreich übersetzt, bleibt dennoch ein elementares Problem: Das Paketmanagement sieht die mit make install hinzugefügten Dateien nicht, der Überblick über die installierte Software geht leicht verloren. Darüber hinaus lässt sich die Software oft nur schwer wieder entfernen – längst nicht alle Entwickler fügen dem Makefile das dafür erforderliche Ziel uninstall hinzu. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich bei selbst übersetzten Bibliotheken. Benötigt ein via Paketmanager einzurichtendes Programm ein solche Library, wird sie als fehlende Abhängigkeit gemeldet, obwohl sie installiert ist.

Als Ausweg bleibt nur, ein passendes Paket zu bauen. Wollen Sie die übersetzten Binärdateien aber nicht weiterverteilen, lohnt es kaum, ein Paket händisch zu erzeugen – das Programm läuft schließlich auch ohne diesen zusätzlichen Aufwand.

Eine Lösung bietet Checkinstall: Nach der Installation des Skripts [1] bauen Sie RPM-, Debian- oder Slackware-Pakete mit minimalem Aufwand. Im Idealfall genügt es, als Root aus dem Quellverzeichnis heraus checkinstall statt make install aufzurufen, den Pakettyp zu wählen und eine Beschreibung für das Paket einzugeben. Weitere Informationen liefert checkinstall --help.

Checkinstall zapft bestimmte System-Calls an, während make install abläuft. So findet es heraus, welche Dateien in das Paket gehören. In manchen Fällen funktioniert dieses Verfahren nicht. Doch wenn alles glatt geht, stehen Ihnen ohne Zusatzaufwand Pakete zur Verfügung, die mit dem Paketmanager Ihrer Distribution zusammenarbeiten.

Feinabstimmung

Die meisten Informationen wie Version oder Paketname findet Checkinstall selbst heraus. Vor dem Bau des Pakets zeigt es diese Informationen an und ermöglicht es, sie zu verändern. Zwei der Werte verdienen besondere Aufmerksamkeit: Group bezeichnet die Software-Kategorie, in der der Paketmanager das Programm anzeigt. Hier trägt Checkinstall standardmäßig checkinstall ein, sodass alle mit dem Tool gebauten Pakete in einer eigenen Gruppe landen. Möchten Sie das nicht, dann geben Sie stattdessen übliche Kategorien wie Application/Text ein. Unter Requires geben Sie bei Bedarf Paketabhängigkeiten an: Verwenden Sie den Paketnamen in Kleinbuchstaben ohne Versionsnummer und trennen Sie mehrere Einträge durch ein Komma. Fehlen die Abhängigkeiten, kann es wie bei mit make install installierter Software passieren, dass das Programm nicht mehr läuft, wenn Sie benötigte Komponenten deinstallieren.

Wenn Sie Checkinstall zum Erstellen von RPM-Paketen benutzen, schwächt das intern genutzte rpmbuild die Abhängigkeitsproblematik etwas ab: Es untersucht Programm-Binaries auf Bibliotheken, gegen die sie gelinkt sind. Das erfasst allerdings nicht unbedingt alle Abhängigkeiten: Grafische Frontends für Kommandozeilen-Tools zum Beispiel rufen zwar andere Programme auf, sind aber nicht gegen Sie gelinkt.

Mit Checkinstall gebaute Debian-Pakete beschreiben grundsätzlich keine Abhängigkeiten. Auch die manuelle Eingabe von Abhängigkeiten funktioniert im Moment nicht. Einziger Ausweg: Sie rufen Checkinstall mit der Option --review-control auf. Wenn Sie sich mit den Interna von Debian-Paketen auskennen, können Sie hier die control-Datei anpassen und unter anderem Abhängigkeiten spezifizieren. Die entsprechende Option für RPM-Pakete heißt review-spec.

Ob Sie die Abhängigkeitsproblematik nun per Hand korrigieren oder nicht – zwei Vorteile bietet die Installation von selbst kompilierter Software mit Checkinstall auf jeden Fall: Der Paketmanager weiß, dass die Software installiert ist und Sie können sie auf jeden Fall wieder deinstallieren.

Infos

[1] Checkinstall-Homepage: http://asic-linux.com.mx/~izto/checkinstall/

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