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Die richtige Mischung

Die besten Paketquellen

Ubuntu

Wer mit der Software-Auswahl von Ubuntu unzufrieden ist, hat wahrscheinlich noch keinen Blick in die Repositories Universe und Multiverse geworfen. Sie enthalten zahlreiche Pakete, die allerdings keinem offiziellem Support durch den Distributor unterliegen und für die daher auch keine Sicherheits-Updates existieren. Unter Universe finden sich fast alle Pakete, die auch Debian enthält – mit deren großer Menge kommt wohl keine andere Distribution mit. Multiverse ergänzt sie durch kostenlose Software, die aber nicht unter einer freien Lizenz steht.

Die Konfiguration der Repositories findet bei Ubuntu wie bei allen Debian-basierten Distributionen über die Datei /etc/apt/sources.list statt. Sie enthält die für Universe und Multiverse notwendigen Zeilen nach der Installation bereits, jedoch per Kommentarzeichen (#) deaktiviert. Entfernen Sie diese Zeichen am Zeilenanfang, stehen nach einem apt-get update zahlreiche neue Pakete bereit, darunter beispielsweise libmad0 zum Abspielen von MP3-Dateien und andere Multimedia-Codecs.

Einige Monate nach dem Release einer Version krankt es dann nur noch an aktuellen Programmversionen. Darum kümmert sich Ubuntu mit dem Backports-Repository. Für die aktuelle Ubuntu-Version Breezy Badger sorgt die folgende Zeile in /etc/apt/sources.list für regelmäßigen Nachschub:

deb http://de.archive.ubuntu.com↩
/ubuntu breezy-backports main ↩
restricted universe multiverse

Wer das grafische Paketverwaltungswerkzeug Synaptic (Abbildung 3) bevorzugt, findet die aktivierten Paketquellen unter EinstellungenPaketquellen. Die vorhandenen Einträge wie Ubuntu 5.10 Breezy Badger ergänzen Sie über den Button Bearbeiten per Mausklick um die Kategorien Von der Gemeinschaft betreut (Universe) und Unfrei (Multiverse).

Multimedia-User erhalten so die meisten legal erhältlichen Codecs. Wem immer noch etwas fehlt, der findet über Suchmaschinen meist ebenfalls passende Paketbestände. Vorsicht ist bei Repositories geboten, die für eine andere Ubuntu-Version oder Debian-basierte Distribution gedacht sind. Diese lassen sich zwar einbinden und meist auch verwenden, allerdings ergeben sich beim Update immer wieder Konflikte, wenn darin bereits vorhandene Programme in anderen Versionen auftauchen.

Abbildung 3: Der Paketmanager Synaptic stattet eine Ubuntu-Installation über zusätzliche Repositories mit fast allen unter Debian verfügbaren Programm per Mausklick aus.

Mandrivas Paket-Depots

Auf den offiziellen FTP-Servern erwarten Mandriva-Anhänger zwei Arten von Repositories: Official und Cooker. In Cooker finden Sie Pakete aktueller, aber häufig noch nicht stabiler Software. Die fließen erst nach ausführlichen Tests in die offizielle Distribution ein. Diese besteht aus den Official-Paketen, die Mandriva noch einmal in Contrib, Main und Main-Updates unterteilt. Der Unterschied: Die Main-Pakete zählen zur kostenlosen Download-Version von Mandriva, die Contrib-Pakete gibt es dagegen nur in der Kauf-Version, die zusätzlich ein Handbuch enthält. Die dritte Sektion, Main-Updates, stellt Software-Updates bereit.

Um nun Ihre lokale Installation um externe Paket-Depots zu erweitern, starten Sie den Paketquellen-Manager und klicken nach Eingabe des Root-Passworts auf die Option Füge angepasste hinzu. Wählen Sie FTP-Server als Datenquelle, tragen Sie einen Domain-Namen wie carroll.cac.psu.edu ein und ergänzen Sie als relativen Pfad zum Beispiel: pub/linux/distributions/mandrivalinux/official/2006.0/i586/media/media_info/hdlist_main.cz.

Über die Dateien hdlist.cz und synthesis.hdlist.cz erfährt der Paketquellen-Manager, welche Software-Pakete auf dem Server liegen. Da sich diese Listen aber mitunter in abweichenden Verzeichnissen befinden und auch – wie im Beispiel oben – andere Namen tragen, suchen Sie im Zweifelsfall selbst auf dem FTP-Server nach einer Datei hdlist.cz.

Alternativ wählen Sie die Suchmaschine der Penguin Liberation Front (PLF). Deren Web-Präsenz bietet spezielle Pakete wie den MPlayer oder die Nvidia-Treiber [15] zum Download an. Die PLF unterscheidet in ihren Repositories zwei Kategorien: Unter free gibt es Pakete, die sich aus rechtlichen Gründen nicht für die offizielle Mandriva-Version eignen, unter non-free finden Sie Pakete, die aus lizenzrechtlichen Gründen oder Copyright-Belangen nicht Teil dieser Distribution sind.

Abbildung 4: Easy Urpmi erleichtert das Auffinden und Einbinden von inoffiziellen Paketquellen in Mandriva-Systeme.

Eilige finden im Netz auch die Suchmaschine Easy Urpmi (Abbildung 4) für internationale Mandriva-Repositories [16]. Sie suchen einfach nach einem Repository in der Nähe, klicken sich durch den Dialog auf der Web-Seite und erhalten am Ende ein paar Befehlszeilen, die mit urpmi.addmedia beginnen. Sie kopieren die Zeilen nacheinander, melden sich mit Root-Rechten auf der Konsole an und fügen die Zeilen dort ein: Mandriva findet die neuen Repositories dann selbstständig – allerdings geht es mit dem grafischen Paketquellen-Tool wesentlich schneller, da es nicht sämtliche Dateien hdlist.cz herunterlädt.

Gentoo

Auch das Gentoo-Paketmanagementsystem erlaubt es, die Hauptdatenbank mit weiteren Paketquellen zu kombinieren. Der Artikel zu Portage erläutert, wie Sie die Quellen mit einander kombinieren.

Die Gentoo-Developer selbst stellen in ihrem Wiki schon einige Anlaufstellen für zusätzliche Pakete bereit [17]. Wie für die quellenbasierte Distribution üblich, dokumentieren die Entwickler die Einträge sehr gründlich, sodass das Einbinden keine Schwierigkeiten bereiten sollte.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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LinuxUser 06/2012

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