Veränderungen festhalten
Prinzipien der Versionskontrolle erklärt
Bandbreite sparen
Nach dem Einloggen kopiert wie beschrieben der Befehl cvs co Verzeichnis
die Dateien auf die lokale Festplatte. Zum Beispiel checkt check cvs co nautilus den Quellcode des Gnome-Programms Nautilus aus. Um Bandbreite zu sparen bietet CVS die Option -z, welche die Dateien bei der Übertragung komprimiert. Die höchste Kompressionrate empfiehlt sich nicht unbedingt, denn mehr Kompression belastet den Prozessor von Client und Server. Ein gebräuchlicher Wert ist -z3.
Wie schon erwähnt heißt das Einchecken der fertig bearbeiteten Dateien im VCS-Jargon auch Commit. Entsprechend lautet die CVS-Aktion dafür commit. Führt der Entwickler cvs commit aus, überprüft CVS selbst, welche Dateien er verändert hat. Es öffnet einen Editor, in dem der Programmierer für jede Datei seine Änderungen kommentiert. Schließt er den Editor, lädt CVS die Dateien mit dem Changelog ins Repository.
Die Entwicklung kann sich – wie beispielsweise bei Gnome – verzweigen: An den gleichen Dateien wird einmal weiterentwickelt, in einem anderen Zweig aber bleiben sie im Wesentlichen unverändert und die Entwickler plegen nur noch Bugfixes ein. Solche Zweige bildet CVS in so genannte Branches ab. Wer aus dem Gnome-Repository den stabilen Branch 2.0 auschecken will, muss den Branch-Schalter zusammen mit dem Branch-Namen verwenden: cvs co -r gnome-2.0.
Neben den drei wichtigsten CVS-Kommandos checkout, commit und update gibt es noch eine Vielzahl von weiteren Optionen und CVS-Konzepten. Über diese finden sich im Web eine Menge Informationen, etwa im CVS-Wiki von Ximbiot[3].
Der alte Neuling
Obwohl eine Unzahl an Projekten erfolgreich mit CVS verwaltet wurde, zeigten sich viele Programmierer unzufrieden mit dem System. So gab es Schwierigkeiten mit dem Umbenennen von Dateien, und es fehlt die Versionierung von Verzeichnissen.
So entschloss sich eine Gruppe von Programmieren um Karl Fogel, zwar nicht die Versionskontrolle neu zu erfinden, aber CVS ohne die vorhandenen Schwächen neu zu entwickeln. Daraus entstand Subversion, das sich im Open-Source-Bereich schnell verbreitet hat. Die Repositories sind nicht kompatibel, da Subversion ganz andere Metadaten führen muss als CVS. Für den Anwender erscheint die Bedienung aber im Wesentlichen identisch.
Das Kommandozeilenprogramm heißt zwar svn, aber es versteht wie CVS die Befehle checkout, update und commit. Weil Subversion mehr Netzwerkprotokolle als CVS beherrscht, sieht die Server-Information etwas anders aus. Ähnlich wie im WWW steht vor dem Hostnamen noch ein Service-Typ, zum Beispiel http für das HTTP-Protokoll, https für das gleiche mit SSL-Verschlüsselung oder svn für Subversions eigenes Protokoll. Letzteres gibt es auch noch in einer SSH-Variante.
Wer bei einem existierenden Projekt mitmachen will, muss sich keine Gedanken um die Wahl des Versionskontrollsystems machen. Ihm genügen für den Anfang die hier vorgestellten Befehle. Um für ein eigenes Software-Projekt ein VCS auszuwählen, empfiehlt es sich vor allem, auch auf dessen Popularität zu achten. Trotz seines Alters und einiger Schwächen genießt CVS noch immer eine hohe Verbreitung. Viele Open-Source-Projekte haben aber bereits auf Subversion umgestellt, und es werden immer mehr.



