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Spiel mir das Lied vom MP3

Mono-Jukebox für den GNOME-Desktop

01.05.2006
Die Banshees der irischen Mythologie kündigten durch ihren Klagegesang den nahen Tod eines Familienangehörigen an. Der unter Linux laufende Namensvetter erzeugt ebenfalls Töne – erfreulicherweise aber mit anderem Ziel – und hilft beim Origanisieren der heimischen Musiksammlung.

Wer hunderte Musiktitel digitalisiert auf seinem PC speichert, kommt um einen gewissen Grad an Organisation nicht herum. Auch unter Linux setzte sich der von Apples iTunes eingeläutete Trend zu leistungsfähigen und dennoch einfach zu bedienenden Audio-Playern fort. Dieser Artikel stellt das in Mono geschriebene Audio-Programm Banshee vor, das eine stetig wachsende Fangemeinde um sich schart. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der derzeit aktuellen Banshee-Version 0.10.8 unter Ubuntu Dapper Drake sowie unter Debian Sid.

Installation

Banshee basiert auf dem Mono-Framework und bedarf der Installation zahlreicher Abhängigkeiten, bevor es losgeht. Glücklicherweise existieren vorkompilierte Pakete für neuere Versionen der Distributionen Suse, Debian, Ubuntu, Fedora, Gentoo, Mandriva und Foresight. Eine Anleitung auf der Banshee-Homepage [1] beschreibt, wie die jeweiligen Installationsquellen in das System einzubinden sind.

Der Installationsumfang hängt dabei von den gewünschten Funktionen ab: Da Banshee auf das GStreamer-Framework aufsetzt, setzt es die zum Abspielen der gewünschten Audioformate benötigten GStreamer-Plugins voraus, etwa jene für Ogg oder MP3. Unter Ubuntu Dapper und Debian Sid installieren Sie dazu die Pakete gstreamer0.10-plugins-base, gstreamer0.10-plugins-good und gstreamer0.10-plugins-ugly.

Bei einer anderen Distribution – oder aber für die jeweils neueste Banshee-Version – heißt es die Ärmel hochkrempeln und die Quellpakete von Hand kompilieren. Da dies aufgrund der zu lösenden Abhängigkeiten ein zwar gangbarer, aber sehr aufwändiger Prozess ist, sei an dieser Stelle auf die Anleitung [2] der Banshee-Homepage verwiesen.

Abbildung 1: Banshee bindet auch Audio-CDs und von Rhythmbox freigegebene Titel ein.

Füttere mich

Sind die Hürden der Installation gemeistert, empfiehlt es sich, vor dem Import der Musikkollektion die Programmeinstellungen unter EditEinstellungen aufzurufen. Das Programm nutzt diese später im Betrieb, etwa beim Brennen von Audio-CDs. Da die Programmoberfläche noch nicht in Deutsch vorliegt, helfen zumindest grundlegende Englisch-Kenntnisse, um durch die Menüs zu navigieren.

Die übersichtlich gestalteten Einstellungen unterteilen sich in die Bereiche Library, Encoding, Burning und Advanced. Unter Library gilt es, den Pfad zum Banshee-Musikordner einzustellen und anzugeben, ob Banshee die Audiodateien aus der noch zu importierenden Bibliothek dorthin kopieren soll. Eine nützliche Funktion für Laptop-Benutzer, deren Audiodateien auf dem PC oder Server lagern und die auch unterwegs nicht auf ihren Musikschatz verzichten möchten.

Der Reiter Encoding enthält Angaben zum Dateiformat und der Bitrate, mit welcher Audio-CDs auf die Festplatte zu übertragen sind. Hier finden sich hier auch die Einstellungen für Apples MP3-Player iPod, falls dieser vorhanden ist. Burning enthält die Vorgaben zum Brennen von CDs (Abbildung 2). Der Reiter Advanced zeigt an, welche Audio-Engine Banshee verwendet.

Der Import der Musikbibliothek findet mittels MusicImport Music statt. Das Einlesen von etwa 740 lokal gespeicherten Ogg- und MP3-Dateien galt es im Test mehrfach zu wiederholen, bis alle Stücke importiert waren, da Banshee sich ab und an verschluckte und gewaltsam mittels kill zur Aufgabe gezwungen werden musste.

Nach dem ersten erfolgreichen einlesen gelangen auch nachfolgende Importe ohne weitere Schwierigkeiten. Mühelos verlief die Kontaktaufnahme mit einem Apple iPod MP3-Player: Kaum in den USB-Port eingesteckt, zeigte Banshee die darauf gespeicherte Song-Bibliothek an. Musikstücke ließen sich widerstandslos zwischen Banshee und iPod übertragen.

Banshee-Plugins

Banshee enthält folgende über EditPlugins... aufzurufende Plugins:

Audioscrobbler: Sendet Informationen zu den in Banshee abgespielten Musikstücken an die Last.fm-Webseite. Dieses Plugin benötigt ein Last.fm-Benutzerkonto. Praktischerweise erlaubt das Plugin das Anlegen unter Configuration. Die Informationen sehen Sie unter http://www.last.fm/user/benutzername im Web ein (siehe [5]).

Music Sharing: Zeigt anderen Benutzern von Banshee, Rhythmbox und iTunes die eigene Musikbibliothek an. Das Aktivieren des Plugin setzt die Pakete banshee-daap und avahi-daemon voraus.

File System Monitor: Überwacht den Status des Musikordners und aktualisiert bei Bedarf die Audiobibliothek.

Multimedia Keys: Fügt die Unterstützung für unter GNOME konfigurierte Multimedia-Tasten hinzu.

Metadata Searcher: Durchsucht die Audiobibliothek und ergänzt bei Bedarf automatisch fehlende Titel-Informationen und Album-Cover.

Notification Area Icon: Zeigt das Programmsymbol im Benachrichtigungsfeld des Gnome-Panel an.

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