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Linux-PCs miteinander verknüpfen

Konfiguration

Nach der Installation des DHCP-Serverpakets finden Sie im Verzeichnis /etc/dhcpd3/ (Ubuntu) oder direkt in /etc (Suse) die Konfigurationsdatei dhcpd.conf. Diese enthält die wichtigsten Parameter des DHCP-Servers. Um die entsprechenden Einträge zu bearbeiten, starten Sie unter Suse Linux den Editor Kate mittels des Befehls kdesu kate und der Angabe des Root-Passwortes. Benutzen Sie Gnome und Ubuntu, geben Sie den Befehl sudo gedit ein, anschließend Ihr Benutzerpasswort.

Abbildung 1: Szenario 1 beschreibt, wie Sie mit einem Zweitrechner (Client) über einen bestehenden Rechner (Server) ins Internet gelangen. Dazu muss der Server über zwei Netzwerkverbindungen verfügen.

Öffnen Sie die Datei dhcpd.conf und speichern Sie diese unter einem anderen Namen, zum Beispiel dhcpd.backup. Sie können dann auf die Originaldatei zurückgreifen, falls bei der Konfiguration etwas schief gelaufen ist. Scrollen Sie bis zum Eintrag, der mit

# No service will be given on this subnet, but declaring it

beginnt und löschen Sie das Rautezeichen vor den zwei folgenden Zeilen (sofern vorhanden). Dieser Eintrag teilt dem DHCP-Server mit, für welchen Bereich er zuständig ist. Er hilft ihm zugleich, das nötige Netzwerkgerät ausfindig zu machen.

Befinden sich in Ihrem Rechner zum Beispiel zwei Netzwerkkarten, von denen eth0 die Adresse 192.168.1.1 und eth1 die Adresse 10.254.1.1 besitzt, hilft der Eintrag im Listing 1 das richtige Gerät für eth1 zu finden. Die zweite Netzwerkverbindung muss dazu nicht notwendigerweise über eine Netzwerkkarte erfolgen: Auch eine Anschluss über Firewire ist möglich (siehe Kasten "Firewire-Netzwerk"). Bei falscher oder fehlender Subnet-Deklaration startet der DHCP-Server nicht. Überprüfen Sie deshalb zunächst mit dem Befehl ifconfig die Adresse(n) Ihrer Netzwerkkarte(n).

Unter Suse Linux müssen Sie die Netzwerkgeräte des DHCP-Servers zudem über die Variable DHCPD_INTERFACE in der Datei /etc/sysconfig/dhcpd angeben. Alternativ nehmen Sie die ganze Konfiguration von DHCP über das YaST-Modul Netzwerkdienste | DHCP-Server vor. Bei Ubuntu geben Sie die Netzwerkgeräte für den DHCP-Server in der Datei /etc/default/dhcp3-server an.

Firewire-Netzwerk

Immer mehr Rechner bringen eine integrierte Firewire-Schnittstelle (IEEE 1394) mit. Über diese lässt sich in aktuellen Kernelversionen in wenigen Schritten auch eine TCP/IP-Verbindung aufbauen. Dazu laden Sie als Benutzer root zunächst das Modul eth1394 über den Befehl modprobe eth1394.

Unter Ubuntu lautet der entsprechende Befehl sudo modprobe eth1394. Anschließend zeigt Ihnen der Befehl ip link show das neue Ethernet-Gerät mit link/ieee1394 an (siehe Abbildung 2, rot markierter Bereich). Diesem teilen Sie nun mit ifconfig eth2 10.254.2.3 die gewünschte IP-Adresse zu. In Tests mit Linux, Windows und Mac OS X erreichte die Firewire-Verbindung eine Datenübertragungsrate von maximal 11 MByte/s. DHCP über Firewire funktioniert allerdings nicht – zumindest nicht mit dem ISC-DHCP-Server.

Abbildung 2: Eine Firewire-Karte lässt sich auch als Netzwerkgerät einsetzen. Sie benötigen dazu lediglich das Modul eth1394 und ein normales Firewire-Kabel.

Zwischen die geschweiften Klammern hinter dem Eintrag schreiben Sie Optionen. Der einzige Parameter, den Sie dem DHCP-Server mitteilen müssen, ist sein Arbeitsbereich. Diesen legen Sie über range kleinste IP-Adresse größte IP-Adresse ; fest (siehe Listing 1). Vergessen Sie dabei den Strichpunkt am Ende der Zeile nicht. Mit der Beispielkonfiguration verteilt der DHCP-Server Adressen zwischen 10.254.1.10 und 10.254.1.20.

Die restlichen Zeilen der Konfigurationsdatei können Sie löschen oder mit durchgehend vorgestellten Rautezeichen als Kommentar markieren. Speichern Sie anschließend die Datei wieder unter dem Originalnamen dhcpd.conf, schließen Sie jedoch den Editor noch nicht. Sie ersparen sich so, eventuelle Änderungen von Hand rückgängig machen zu müssen.

Listing 1

# Zuerst folgt eine einfache Netzwerkangabe
subnet 10.254.1.0 netmask 255.255.255.0 {}
#Anschließend der Bereich, den der Server bedienen soll
subnet 10.254.1.0 netmask 255.255.255.0 {
range 10.254.1.10 10.254.1.20;
#Hier folgen später weitere Optionen
}

Starten Sie nun den DHCP-Server als root über den Befehl /etc/init.d/dhcpd start (Suse) respektive als Benutzer mit sudo /etc/init.d/dhcp3-server start unter Ubuntu. Als Resultat sollten Sie ein grünes done respektive die Ausgabe [OK] sehen.

DHCP-Optionen

Ein DHCP-Server kann Clients nicht nur eine IP-Adresse zuweisen, sondern diese auch mit Informationen zum Name-Server, Gateway und Drucker-Server versehen. Auf Wunsch bekommt ein Client auch immer die gleiche Netzwerkadresse. Diese Informationen legen Sie ebenfalls in der Datei dhcpd.conf fest. Der ISC-DHCP-Server verteilt in der Regel dem gleichen Client immer die gleiche IP-Adresse, benutzen Sie also bloß zwei Rechner, lohnt es sich kaum, eine feste Adresse einzurichten. Möchten Sie mehrere Rechner über den DHCP-Server ansprechen, lohnt sich hingegen ein Eintrag, damit Ihr Zweitrechner immer die selbe Adresse ausgeteilt bekommt.

Um eine feste Adresse einzurichten, müssen Sie die MAC-Adresse der Netzwerkkarte des Clients kennen. Sie finden diese über den Befehl /sbin/ifconfig hinter dem Eintrag Hardware Adresse. Anschließend müssen Sie sich für eine Adresse entscheiden. Diese darf nicht Teil des über den Range-Eintrag festgelegten Bereichs sein, also keine Adresse zwischen 10.254.1.10 und 10.254.1.20. Einen passenden Eintrag zeigt Listing 2.

Listing 2

#Feste IP-Adresse einrichten
host mein-client {
  hardware ethernet 08:00:07:26:c0:a5;
  fixed-address 10.254.1.7;
}

Zwei wichtige Optionen für den Internetzugang des Client-Rechners betreffen den Name-Server und die Weiterleitung zum nächsten Netz (Gateway/Router). Einen oder mehrere Name-Server legen Sie über den Parameter option domain-name-servers IP-Adresse ; fest. Den Router bestimmt der Eintrag option routers IP-Adresse ;. Fügen Sie dazu einfach diese zwei Zeilen unter dem Range-Eintrag zur Subnet-Deklaration hinzu (siehe Kommentar im Listing 1).

Den passenden Name-Server ermitteln Sie aus der Datei /etc/resolv.conf. Notieren Sie sich dazu bei aktiver Internetverbindung die Adresse hinter dem Eintrag Nameserver. Benutzen Sie T-Online, beginnt die Adresse vermutlich mit 194.25.2. Hinter option routers müssen Sie die für den Client sichtbare IP-Adresse des Servers angeben, in diesem Fall 10.254.1.1.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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