Client einrichten

Auf dem Client müssen Sie nur zwei Dateien ändern, um diesen als NIS-Client einzurichten. Tragen Sie dazu in /etc/yp.conf hinter ypserver die IP-Adresse des NIS-Servers ein, zum Beispiel ypserver 10.254.2.1. Anschließend schreiben Sie in die Datei /etc/defaultdomain den Domain-Namen des NIS-Servers (tux.de) und starten dann den Client mit dem Befehl ypbind -d -broken-server.

Die Option -d schaltet die Fehlersuche ein – -broken-server bewirkt, dass der NIS-Client auch Angebote auf Ports höher als 1024 akzeptiert. Schalten Sie nun mit [Strg]+[Alt]+[F2] auf die zweite Textkonsole um, können Sie sich mit einem auf dem Server existierenden Benutzernamen anmelden. Sie sehen dann auf dem Server auch neue Log-Einträge des Ypserv-Prozesses.

NIS mit Suse

Deutlich einfacher richten Sie NIS unter Suse Linux ein. Hier starten Sie YaST und wählen dann das Modul Netzwerkdienste | NIS-Server. Nach der Installation der NIS-Pakete, wählen Sie NIS Master Server einrichten und klicken auf Weiter. Im nächsten Fenster (Abbildung 7) geben Sie den Domainnamen an und kreuzen dann folgende Optionen an:

  • Dieser Rechner ist zugleich NIS-Client
  • Ändern der Passwörter zulassen
  • Firewall-Port öffnen
Abbildung 7: Unter Suse Linux richten Sie den NIS-Server mit wenigen Mausklicks ein. Lediglich die einzelnen Maps müssen Sie selbst auswählen.

Nach einem Klick auf Weiter kreuzen Sie die gewünschten NIS-Maps an. Wählen Sie hier die Einträge group, hosts,netgrp, networks, passwd, protocols, rpc und services aus. Im letzten Dialog legen Sie fest, welche Rechner auf den NIS-Server zugreifen dürfen. Möchten Sie den Zugriff nicht beschränken, lassen Sie die Einträge unverändert und klicken auf Beenden. Analog dazu richten Sie den Client über das YaST-Modul NIS-Client ein. Sie benötigen dazu den Namen der NIS-Domäne und die IP-Adresse des Servers.

Glossar

Name-Server

Löst Rechnernamen in Netzwerkadressen auf.

Gateway

Im allgemeinen Sprachgebrauch Synonym für ein Gerät, über das Verbindungen in andere Netzwerke erfolgen, oder enger für dessen Schnittstelle am eigenen Netz. Oft (fälschlicherweise) auch als Synonym für Router verwendet. Eigentlich: Gerät, das Netzwerke verschiedener Protokolle verbindet und dabei eine Protokollumsetzung vornimmt.

MAC-Adresse

Hardware-Adresse einer Netzwerkschnittstelle; zur Verbindungsaufnahme in einem Netzwerk werden letztlich alle anderen Adresstypen (Hostname, IP-Adresse etc.) in eine MAC-Adresse aufgelöst.

Router

Gerät, über das Verbindungen in andere Netzwerke des gleichen Protokolltyps erfolgen.

Portmapper

Dienst, der die Zuweisung von RPC-Anfragen zu den ausführenden Programmen regelt.

Infos

[1] Michael Renner: "Entspannt ans Netz – DHCP-Server fürs lokale Netzwerk", LinuxUser 04/2004, S. 28 ff.

[2] Bernd Reimann: "Verteilte Daten – Das Network File System", LinuxUser 03/2002, S.82 ff.

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