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Einer für Alle!

Drucken im Netzwerk mit Cups

01.11.2005 Vor den meisten Anwendern verborgen, wartet ein kleiner Daemon geduldig auf Druckaufträge. Doch das Common Unix Printing System kann noch mehr: Etwa einen lokalen Drucker mit anderen Nutzern im Netz teilen.

Um die Urlaubsfotos in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, haben Sie einen neuen Tintenstrahldrucker angeschafft. Zwei Zimmer weiter bekommt Ihr Sohn davon Wind und möchte seine letzten Party-Schnappschüsse ebenfalls auf Papier festhalten. Dank Cups ist dieser Wunsch nicht mit dem Umhertragen von Geräten verbunden.

Bevor der Computer Ihres Filius den Tintenstrahler benutzen darf, müssen Sieihn erst einmal anschließen und einrichten. Dazu spielen Sie im ersten Schritt alle Cups-Pakete ein und stellen sicher, dass Cups nach dem Systemstart auch läuft. Die meisten Distributionen führen die dazu nötigen Konfigurationsschritte bereits bei der Installation durch.

Einen neuen Drucker melden Sie oder Ihr Junior dann schnell über das Einrichtungsprogramm der Distribution an. Die einzelnen Schritte dorthin unterscheiden sich von Distribution zu Distribution. Aus diesem Grund beschreibt die folgende Anleitung einen allgemein gültigen Weg. Er beginnt mit der Einrichtung des Computers, an dem der Drucker physikalisch hängt – im Beispiel also Ihres PCs.

Einrichtung

Den Kern von Cups bildet ein kleines Hintergrundprogramm, der Cups-Daemon cupsd. Er nimmt Druckaufträge entgegen und leitet sie an das gewünschte Gerät weiter. Ist das gerade beschäftigt, wandert das Dokument in eine Warteschlange. Kommt ein neuer Drucker hinzu, müssen Sie diesen zunächst beim Daemon bekannt machen. Dazu öffnen Sie einen Web-Browser und geben folgende URL ein: http://localhost:631. Daraufhin erscheint die Konfigurationsseite aus Abbildung 1.

Abbildung 1: Die Startseite der Web-Oberfläche von Cups. Der Punkt Drucker verwalten gibt eine Übersicht über alle verfügbaren Drucker.

Einige Distributionen starten den Cups-Daemon beim Hochfahren des Systems nur dann, wenn Sie schon zuvor einen Drucker eingerichtet haben. Unter älteren Suse-Versionen aktivieren Sie beispielsweise unter Yast die Option Cups als Server. Nur wenn das Konfigurationsprogramm Ihrer Distribution hier keine weiteren Möglichkeiten vorsieht, behelfen Sie sich, indem Sie in einem Terminalfenster als Benutzer root das entsprechende Startskript aufrufen. Unter Suse-Linux lautet der Aufruf rccups start, Debian-Benutzer geben /etc/init.d/cupsys start ein.

Von der Startseite wechseln Sie nun in den Bereich Einrichtungsaufgaben und von dort Drucker hinzufügen. Falls Cups Sie nach den Zugangsdaten fragt, wählen Sie den Benutzer root und geben dessen Passwort an. Weisen Sie dem Drucker im Feld Name eine Bezeichnung zu (sie darf keine Leerzeichen enthalten, Abbildung 2). Auf der nächsten Seite wählen Sie in der Liste den Anschluss aus, an dem der Drucker hängt. Ein Klick auf Weiter führt zur Auswahl des Herstellers.

Abbildung 2: Cups bietet die Möglichkeit, beliebig viele "virtuelle" Drucker anzulegen, die das gleiche physikalische Gerät nutzen. Das bietet sich an, wenn Sie für denselben Drucker stets unterschiedliche Einstellungen benötigen.

TIPP

Beim Anlegen eines neuen Druckers bietet die Web-Schnittstelle immer auch einen Hersteller namens RAW an. Mit ihm leitet Cups alle Daten unverarbeitet an den entsprechenden Anschluss weiter. Dieses Vorgehen setzt voraus, dass auf dem Client ein passender Druckertreiber läuft. Im Vater-und-Sohn-Beispiel müsste der Sohn einen Treiber für Vaters Drucker besorgen und ihn auf seinem System einspielen. Diese Option eignet sich vor allem für Drucker, zu denen es keine Linux-Treiber gibt. Windows-Nutzer verwenden dann nämlich einfach den Windows-Treiber des Herstellers.

Antreiber

Als letzter Schritt bleibt noch die Wahl eines passenden Druckertreibers. Bevor Cups ein Dokument an den Drucker übergibt, wandert es durch einen dieser Treiber oder Filter. Sie bereiten die Daten so auf, dass der zugehörige Drucker sie versteht. Da jeder Hersteller in dieser Beziehung sein eigenes Süppchen kocht, benötigen Sie einen auf Ihr Druckermodell abgestimmten Treiber.

Falls die mitgelieferten Filter nicht ausreichen, greifen Sie auf zusätzliche Ergänzungspakete zurück. Suse Linux bringt beispielsweise spezielle Filter für Hewlett-Packard-Drucker mit (Paket filters). Nachdem Sie einen passenden Filter ausgewählt haben, klicken Sie auf Weiter und anschließend auf den Druckernamen. Auf der nun folgenden Übersichtsseite sollten Sie mit Drucker Testseite alle bislang gewählten Parameter testen (Abbildung 3). Hinter Drucker konfigurieren verbergen sich weitere, spezielle Einstellungen für Ihr Gerät.

Abbildung 3: Ein fertig eingerichteter Drucker unter Cups. Die Web-Oberfläche führt auch alle durch die Distribution eingerichteten Drucker auf.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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