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Spürhund

Desktop-Suchmaschine Beagle

01.07.2005 Im Internet sucht Google. Auf dem heimischen PC schnüffelt ein kleiner Beagle nach versteckten Informationen.

Dokumente im Internet werden rund um die Uhr von Suchmaschinen erfasst, katalogisiert und in einen Index aufgenommen. Sucht man nach einem Begriff, durchforstet die Maschine den Index und die präsentiert die gefundenen Dokumente am Bildschirm. Während die möglichst lückenlose Erfassung des Internets stetig voran schreitet, blieb der eigene Computer bislang recht unbeachtet. Angefangen bei einfachen Briefen über die E-Mail-Korrespondenz bis hin zur Musik- und Fotosammlungen speichern heutige Festplatten riesige Mengen an Daten in oftmals verwirrenden Verzeichnisstrukturen. Wer in diesem Dschungel ein altes, längst vergessenes Dokument sucht, wünscht sich oft eine Suchmaschine für den Desktop.

Diese Lücke wollen die Entwickler von Beagle schließen [1]. Als Vorbild diente die Suchfunktion aus Apples MacOS X. Der von dort bekannte schnelle und komfortable Zugriff auf gesuchte Informationen ist das erklärte Ziel der Beagle-Programmierer, auch wenn die Entwicklung noch am Anfang steht. So existiert derzeit nur eine experimentelle Version, die allerdings schon recht stabil arbeitet und ansehnliche Ergebnisse liefert. Einem Einsatz stehen somit nur noch die Installation sowie eventuell ein unpassendes Dateisystem im Weg. Letzteres betrifft insbesondere Suse-Besitzer: Beagle unterstützt derzeit keine mit Reiser4 bespielten Festplatten.

Aufbau

Beagle selbst besteht aus drei Komponenten. Die eigentliche Suchmaschine ist der Beagle-Daemon. Er grast im Hintergrund die Festplatte nach bekannten Dokumententypen ab. In seinem Inneren arbeitet die bewährte Suchmaschine Lucene des Apache-Projekts [3]. Der Daemon analysiert gespeicherte Daten und legt zum schnelleren Wiederfinden alle Informationen in einer eigenen Datenbank ab, dem so genannten Index. Hat er das erledigt, wartet er auf Suchanfragen. Diese stammen von der zweiten Komponente: einer Anwendung, die dem Benutzer eine komfortable Suchoberfläche präsentiert und die zurückgelieferten Ergebnisse übersichtlich präsentiert. In der Beagle-Terminologie heißt eine solche Anwendung Beagle-Client. Diese Zweiteilung haben die Entwickler absichtlich gewählt: Sie ermöglicht, dass verschiedene Anwendungen den Beagle-Suchdienst nutzen können. Beispielsweise gibt es neben dem simplen Suchprogramm Best (Abbildung 1) auch eine Erweiterung für den beliebten Firefox-Browser.

Abbildung 1: Das Suchprogramm Best zeigt hier die Ergebnisse zum Suchbegriff "Gnome" an. Sofern mehr Ergebnisse gefunden wurden, als in das Fenster passen, schaltet man per "Show More Results" auf die nächste Seite.

Damit eine Beagle-Client-Anwendung dem Beagle-Daemon eine Suchanfrage übermitteln kann, ist für ältere Beagle-Versionen (zum Beispiel in Suse 9.3) ein weiteres Programm notwendig: Der so genannte D-Bus bildet eine Infrastruktur zur systemweiten Kommunikation verschiedener Software-Komponenten eines Linux-Systems [4]. Die Inbetriebnahme von Beagle umfasst somit drei Schritte:

  • D-Bus starten.
  • BeagleDaemon starten.
  • Einen passenden Beagle-Client aufrufen und mit ihm eine Suchanfrage an den Beagle-Daemon richten.

Ab Version 0.0.10 setzte Beagle D-Bus nur noch optional voraus, denn Server und Client kommunizieren nun über andere Wege.

Warten auf den Bus

Wenn Sie eine moderne Distribution besitzen (beispielsweise Fedora Core 3, Ubuntu, Suse 9.3), ist der erste Punkt bereits erfüllt. denn D-Bus läuft schon auf Ihrem System. Suse Linux 9.3 enthält schon das komplette Beagle-Paket in Version 0.0.8 und startet nach der Installation über Yast D-Bus automatisch.

Als Programmiersprache für Beagle setzten die Programmierer auf das von Microsoft eingeführte C# und die Mono-Umgebung. Ähnlich wie bei Java werden damit entwickelte Programme von einem so genannten Interpreter ausgeführt, der Bestandteil des Mono-Pakets ist. Achten Sie unter Suse Linux 9.3 darauf, auch das Paket mono-data auszuwählen. In unseren Tests vergaß Yast diese wichtige Komponente. Um zu überprüfen, ob auf Ihrem System D-Bus im Hintergrund bereits läuft, geben Sie in einem Terminalfenster ein:

ps x | grep dbus

Nun sollten Sie eine Zeile finden, die die Zeichenkette dbus-daemon-1 enthält. Müssen Sie den D-Bus von Hand starten, geben Sie folgendes ein:

eval `dbus-launch`
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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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