Neues aus Rom

Brennprogramm Nero für Linux

01.07.2005
Der unangefochtene Marktführer bei kommerziellen Brennprogrammen heißt derzeit Nero. Nun bringt der gleichnamige Hersteller erstmals eine Linux-Variante auf den Markt.

Mit geschickter Niedrigpreispolitik und der Überschwemmung des OEM-Marktes hat sich das Brennprogramm Nero an die Spitze der Windows-Verkaufscharts gesetzt. Der Erfolg war so groß, dass sich der Hersteller Ahead Anfang des Jahres in Nero umtaufte. Mit der aktuellen Version 6 wuchs das Windows-Programm zu einem wahren Multitalent, das nicht mehr nur Daten- und Musik-CDs brennt, sondern auch den Multimediabereich bis hin zur einfachen Videobearbeitung bedient.

Obwohl der Fokus auf der Windows-Plattform liegt, schielte der Hersteller in der Vergangenheit immer wieder auf andere Betriebssysteme. So war für Brennerlieferanten kurzzeitig eine Macintosh-Version erhältlich, die aber Aufgrund einiger Mängel wieder vom Markt verschwand. Umso erstaunter blickte die Linux-Gemeinde auf eine Pressemitteilung, die mit NeroLINUX eine Umsetzung für Linux ankündigte.

Kostenlos, aber nicht frei

NeroLINUX ist für alle Besitzer eines Nero-6-Paketes kostenlos. Wer nur eine OEM-Version sein Eigen nennt, bleibt entweder außen vor oder muss das kostenpflichtige Upgrade-Angebot in Anspruch nehmen. Vor den Download hat der Hersteller eine Registrierung gesetzt: Ohne die Eingabe einer gültigen Seriennummer gelangt man nicht zur Linux-Version. Ein Informationstext weist darauf hin, dass man "in Kürze" Zugang zum so genannten "Nero Nutzerbereich" erhält. Welche Leistungen dieser Nutzerbereich genau umfassen wird, geht daraus leider nicht hervor. Er lässt aber hoffen, dass auch in Zukunft neue Linux-Versionen erscheinen.

Hat man die Hürde der Registrierung genommen, steht man vor der Wahl zwischen RPM- und Debian-Paketen. Dabei unterstützt NeroLINUX auch ältere Distributionen wie Suse Linux 8.0 oder RedHat 7.2. Quellcode gibt es nicht, auch wenn das Programm kostenlos ist.

Installation

Sobald Sie das ungefähr 11 MByte große Paket heruntergeladen haben, spielen Sie es bequem mit einem Paketmanager auf das System auf. Auf einem Computer mit Suse Linux übernimmt Yast diese Aufgabe, der das Brennprogramm auch gleich in das KDE-Menü integriert.

Nach dem Start meldet sich NeroLINUX mit der Versionsnummer 2.0.0.0 – eine Version 1 hat allerdings nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Als erstes verlangt das Brennprogramm die erneute Eingabe der Nero-6-Seriennummer. Weigert man sich, schaltet die Anwendung in einen zeitbeschränkten Demo-Modus. Unter File/Preferences... auf dem Register Common im Feld NeroLINUX Serial Number lässt sich die Eingabe der Seriennummer nachholen. Anschließend muss man NeroLINUX neu starten.

Abbildung 1: In den Einstellungen von Nero kann man nicht nur die Seriennummer nachträglich ändern, sondern auch die Tests bei jedem Programmstart abschalten.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Version 2.0.0.2 im Test
    Gut ein viertel Jahr ist es her, dass wir einen Blick auf die erste Linux-Version der kommerziellen Brenn-Software Nero geworfen haben. Dieser Artikel verrät, mit welchen Neuerungen Version 2.0.0.2 aufwartet.
  • Brandstifter
    Nero kommt mit einer taufrischen Beta-Release seiner Brennsoftware für Linux auf den Markt. Ob sie das Zeug hat, den Konkurrenten K3B anzuzünden, zeigt der Test.
  • Pyromania
    Die ersten Gehversuche von Nero auf dem Linux-Markt scheiterten kläglich. Mit der aktuellen Release 3 sei alles besser – verspricht der Hersteller.
  • Brandheiß
    Nero hört auf die Rufe aus der Community und spendiert seinem Brennprogramm für Linux nicht nur ein neues Interface, sondern auch eine Kommandozeile.
  • Cebit 2008: Nero Linux 3 mit neuer Oberfläche und Kommandozeile
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 02/2016: Alt-PCs flott machen

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Der Tipp der Woche

Schon gewußt?

14.11.2015

Auch unter Ubuntu 15.10 kann man wieder mit dem Startmedienersteller (alias Startup Disk Creator) ein Live-System auf einem USB-Stick einrichten. ...

Fehler des Startmedienerstellers von Ubuntu 15.10 umgehen

Aktuelle Fragen

Tails Update
Val Lerie, 11.01.2016 10:51, 0 Antworten
Hallo zusammen, updaten > update Speichern unter > Persistent nicht möglich, mit der Meldung;...
Recoll
Jürgen Heck, 20.12.2015 18:13, 4 Antworten
Wie kann man mit Recoll nach bestimmten Zeichen/Satzzeichen bzw. Zeichenkombinationen suchen, z....
Wings Platinum 4 auf Linux?
Bodo Steguweit, 18.12.2015 11:37, 4 Antworten
Hallo in die Runde ich nutze für meine Diashows Wings Platinum 4 als Diareferent. Arbeite jetzt...
Bandbreite regulieren
Georg Armani, 25.11.2015 16:50, 1 Antworten
Hallo, ich bin ein Neuling in Sachen Linux und hoffe auf Hilfe. Ich habe zwei Windows Rechner...
Windows 10 verhindert LINUX
Hans Wendel, 17.11.2015 17:47, 7 Antworten
Hallo alle, mit einem W10-Laptop (vorher war Win7) wollte ich LINUX ausprobieren. Alles, was ni...