Alles Standard

Über Default-Einstellungen können Sie mit useradd noch schneller arbeiten: In diesen sind u. a. Angaben zur Gruppe, zum Home-Verzeichnis und zum Grundgerüst enthalten, so dass Sie diese im normalen Kommandozeilenaufruf weglassen können, wenn Sie den Standardeinstellungen folgen wollen.

Was für useradd als Standard konfiguriert ist, finden Sie unter Debian Linux und Fedora Core über die Option -D heraus:

debian# useradd -D
GROUP=100
HOME=/home
INACTIVE=-1
EXPIRE=
SHELL=
SKEL=/etc/skel

Bei Suse Linux 9.2 heißt die Option --show-defaults. Suse verwaltet in den Vorgaben auch weitere Gruppen, in denen der neue Account standardmäßig Mitglied wird:

suse# useradd --show-defaults
…
GROUPS=video,dialout

Soll useradd diese Standardeinstellungen für einen neuen Zugang verwenden, reicht ein einfaches useradd <neuer_account> aus – zum Anlegen des passenden Home-Verzeichnisses und Kopieren der in /etc/skel enthaltenen Daten müssen Sie allerdings auf einigen Linux-Distributionen weiterhin den Parameter -m angeben.

Wer diese Default-Einstellungen verändern möchte, kann verschiedene Wege gehen: Sie können mit einem Text-Editor die Datei /etc/default/useradd bearbeiten oder auf der Kommandozeile arbeiten und alle Werte über entsprechende Optionen neu definieren. Dabei gehen die Distributionen wieder separate Wege. Unter Debian und Fedora verändern Sie die Standardeinstellungen für useradd auf der Kommandozeile über den Parameter -D. Wer beispielsweise eine andere Standard-Shell definieren möchte, tippt:

# useradd -D -s -b /bin/csh

Auf die gleiche Weise legen Sie einen neuen Ort für Home-Verzeichnisse (-D -b /home2) oder eine neue Standardgruppe (-D -g 101) fest.

Bei Suse Linux verwenden Sie statt -D die Option --save-defaults. Dabei ist zu beachten, dass diese Funktion nicht mit allen Einstellungen, sondern nur für das Skeleton-Verzeichnis (z. B. --save-defaults -k /etc/my_skel) und die Shell (z. B. --save-defaults -s /bin/csh) funktioniert. Die in der Manpage erwähnten Parameter, z. B. zum Anpassen des Home-Verzeichnisses oder der GIDs, fehlen in den Versionen 2.6.90 (Suse 9.2) und 2.6.96 (Suse 9.3). Eine Lösungsmöglichkeit ist, mit einem Text-Editor die Datei /etc/default/useradd anzupassen.

Einen Account modifizieren

Um die Eigenschaften eines Benutzerzugangs zu verändern, setzen Sie das Programm usermod ein, das ähnlich wie useradd funktioniert und für die meisten Optionen auch die gleichen Parameter verwendet. Um beispielsweise einem Benutzer eine neue Shell zu verpassen, verwenden Sie:

usermod -s /bin/csh huhn

Meldet sich Benutzer huhn das nächste Mal am System an, arbeitet er mit der neuen Shell.

Ein praktisches Feature ist das Sperren von Zugängen mit usermod: Soll ein Account nicht gelöscht, sondern nur (zeitweise) deaktiviert werden, erreichen Sie dieses auf Debian-Systemen über:

usermod -L huhn

Auch hier ist wieder zu beachten, dass die Option unter Suse Linux 9.2 zwar in der Manpage aufgeführt, aber nicht implementiert ist. In der Datei /etc/shadow können Sie an einem Ausrufezeichen vor dem Passworteintrag erkennen, dass die Sperrung erfolgreich war:

huhn:!MjBhdgr.6XkE6:12575:0:99999:7:::

Damit kann sich der Benutzer huhn nicht mehr am System anmelden. Die Sperrung heben Sie über den Befehl

usermod -U huhn

wieder auf.

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