Das Grundgerüst

Beim Erstellen eines Accounts ist es sinnvoll, dem neuen Benutzer ein paar grundlegende Dinge mitzugeben: Neben dem Anlegen eines eigenen Home-Verzeichnisses kann es sinnvoll sein, dort direkt ein paar Konfigurationsdateien (z. B. für die Shell) abzulegen. Auf den meisten Systemen finden Sie ein solches "Grundgerüst" im Verzeichnis /etc/skel (wie englisch "skeleton").

Während dort bei Debian Linux lediglich einige versteckte Konfigurationsdateien (beispielsweise für die verschiedenen Shells) liegen, legt Suse Linux gleich mehrere Dateien und Ordner an. Die meisten Programme, die beim Anlegen neuer Benutzer helfen, kopieren automatisch den Inhalt von /etc/skel in das Home-Verzeichnis des neuen Benutzers (Abbildung 2) und passen die Zugriffsrechte an.

Legen Sie einen neuen Benutzerzugang von Hand über die Dateien /etc/passwd und /etc/shadow an, sollten Sie ebenfalls ein neues Home-Verzeichnis erstellen, den Inhalt des Skeleton-Verzeichnisses dorthin kopieren und die Rechte setzen:

mkdir /home/newuser
cp -r /etc/skel /home/newuser
chown -R newuser:users /home/newuser

Achten Sie darauf, dass Sie den Befehlen cp und chown die Optionen -r zum rekursiven Kopieren bzw. -R zur rekursiven Rechteänderung mitgeben, damit Sie Unterverzeichnisse in /etc/skel mit erfassen.

Die Angabe users ist bei den meisten Distributionen die Standardgruppe neuer Benutzer; wenn das bei Ihnen anders ist, ersetzen Sie users durch die richtige Gruppe.

Abbildung 2: Suses YaST erstellt automatisch ein neues Home-Verzeichnis und kopiert Daten aus "/etc/skel".

Explizit mit "useradd"

Wem das Anlegen neuer Benutzer von Hand zu unübersichtlich oder aufwendig ist, der hat mit useradd ein schnelles Kommandozeilen-Tool zur Hand. Die verschiedenen Linux-Distributionen installieren Versionen mit teilweise unterschiedlichen Parametern. Wo das im Folgenden relevant ist, weist der Artikel ausdrücklich darauf hin. Eine Übersicht aller Parameter erhalten Sie mit useradd oder useradd --help.

Für einen neuen Account benötigen Sie eine User Identification (UID), die Sie über -u UID definieren. Achten Sie darauf, dass jeder Benutzer eine eigene UID besitzt – sollten Sie aus Versehen eine bereits vergebene Nummer angeben, beschwert sich useradd. Lassen Sie diese Angabe weg, sucht useradd automatisch die größte schon vergebene ID und erhöht diesen Wert um 1.

Weiterhin übergeben Sie dem Tool mit der Option -g eine primäre GID; weitere Gruppen, in denen der Benutzer Mitglied sein soll, geben Sie über den Parameter -G und Aufzählung der entsprechenden Gruppennummern an. Welche Gruppen es auf Ihrem System gibt und welche GIDs diese haben, lesen Sie in der Datei /etc/group nach. Soll der neue Account beispielsweise zur Gruppe users (z. B. GID 100) gehören und zusätzlich Mitglied der Gruppe cdrom mit der GID 24 sein, lauten die Angaben -g 100 -G 24.

Standardmäßig wählt useradd ein Home-Verzeichnis passend zum angegebenen Benutzernamen aus. Wollen Sie explizit ein anderes Verzeichnis zum Zuhause des neuen Nutzers erklären, erledigen Sie das über -d Verzeichnis. Mit dem Parameter -m teilen Sie useradd mit, dass er das Home-Verzeichnis anlegen soll, falls es noch nicht existiert, und dass das Grundgerüst aus /etc/skel dorthin wandern soll. Mit der Option -c setzen Sie zusätzliche Informationen für den neuen User – enthält diese Angabe Leerzeichen, müssen Sie den Block in Anführungszeichen einschließen. Ein vollständiger Aufruf könnte beispielsweise so aussehen:

useradd peggy -u 501 -g 100 -m -s /bin/bash -c "Peggy Gans"

Anschließend setzen Sie mit passwd peggy das Passwort für den neuen Benutzer.

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