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Flexibles Werkzeug

Mit Python programmieren

Direkt ausführen

Haben Sie ein Python-Programm als Datei gesichert, rufen Sie den Interpreter mit dem Dateinamen als Parameter auf, zum Beispiel python Meinprogramm.py. Alternativ schreiben Sie den Namen des Interpreters in die Datei selbst, unter Verwendung des in der Unix-Kultur bekannten "Shebang" [2], der Zeichenfolge #! in der ersten Zeile des Skripts:

#!/usr/bin/python
print 3 + 4

Dies setzt voraus, dass python sich in /usr/bin befindet. Liegt es woanders, müssen Sie diese Zeile entsprechend anspassen. Alternativ rufen Sie es mit dem Programm env auf. Dann brauchen Sie sich nicht um den exakten Ort zu kümmern, solange python sich im Ausführungspfad PATH befindet: #!/usr/bin/env python,

Besitzt die Skriptdatei die nötigen Rechte (chmod +x Datei), lässt sie sich direkt ausführen. Das obige Beispiel gibt mit dem Befehl print das Ergebnis der Berechnung 3 + 4 aus. Die Kombination von Shebang und Ausführungsrechten funktioniert übrigens auch bei den meisten anderen Skriptsprachen sowie bei Shellskripts.

Vielfalt an Modulen

Der Python-Interpreter selbst kennt nur eine relativ kleine Zahl von Funktionen, wie das oben verwendete print. Für kompliziertere Anwendungen bringt Python eine Menge so genannter Module [3] mit, die jeweils einen bestimmten Anwendungsbereich abdecken, zum Beispiel den Bau von grafischen Benutzeroberflächen, Webprogrammierung oder die Verarbeitung von Zeichenketten (Strings). Im Folgenden sollen einige Module bei der Programmierung eines einfachen Beispielskripts helfen, das Dateinamen mit Leerzeichen oder anderen Linux-untypischen Sonderzeichen in einfachere Namen umbenennt.

Für Funktionen, die betriebssystemabhängige Aspekte wie Pfadnamen oder Umgebungsvariablen betreffen, bringt Python das Modul os [4] mit. Der Befehl import lädt es in ein Skript oder den laufenden Interpreter. Eine grobe Orientierung über die Funktions- und Variablennamen eines Moduls ermöglicht die Methode dir():

>>> import os
>>> dir(os)
… 'waitpid', 'walk', 'write']

Die verkürzt wiedergegebene Ausgabe zeigt einige Methoden des Moduls, die Sie mit dem oben beschriebenen help() weiter erforschen können. Allerdings müssen Sie dabei den Funktionsnamen den Modulnamen voranstellen, damit help sie findet: help(os.unlink). Importieren Sie das Modul mit einer anderen Konstruktion, ändert sich die Namenskonvention: Mit from os import * stehen alle Funktionen des Moduls ohne das os zur Verfügung, also zum Beispiel als listdir() gegenüber os.listdir().

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LinuxUser 06/2012

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