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HTML BEVORZUGT

E-Mails mit Hypermail archivieren

Schnellstart

Ist Hypermail installiert, erstellen Sie mit dem Befehl

hypermail -m mailbox -d ausgabeverzeichnis

das erste Mail-Archiv. Hinter -m geben Sie den Pfad zur mbox-Datei an. Auf den Parameter -d folgt der Ordner, in dem Hypermail das Archiv erstellt. Dieses Verzeichnis müssen Sie nicht vorher anlegen, das erledigt der Mail-Archivar automatisch. Sobald das Programm seine Arbeit beendet hat, finden Sie im Ausgabeverzeichnis die in HTML konvertierten Mails und die Indexdateien. In der index.html steht standardmäßig die Thread-Liste. Klicken Sie einen der Links an, kommen Sie zur jeweiligen Maili. Oder aber Sie wechseln zu einem der anderen Indizes (Autor, Datum, Absender oder Anhänge).

Möchten Sie statt der englischsprachigen HTML-Seiten lieber eine deutschsprachige Navigation verwenden, erreichen Sie das mit dem Aufrufparameter -L, gefolgt von dem passenden Sprachkürzel:

hypermail -L de -m mailbox -d ordner

stellt die Sprache auf Deutsch um. Außerdem beherrscht Hypermail unter anderem Italienisch (it), Russisch (ru) und Spanisch (es). Eine vollständige Liste der unterstützten Sprachen erhalten Sie mit dem Aufrufparameter -h. Er zeigt in der mit -L beginnenden Zeile alle gültigen Sprachkürzel an.

Auf den Indexseiten steht in der Überschrift der Archivname – Hypermail setzt dort den Namen der mbox-Datei ein. Einen individuellen Namen vergeben Sie mit dem Kommandozeilenschalter -l gefolgt vom Namen. Wollen Sie mehrere Mailboxen zu einem HTML-Archiv zusammenfassen, müssen Sie Hypermail nicht mehrmals starten: Übergeben Sie dem Programm hinter dem Parameter -m einfach mehrere mbox-Dateien. Auch das spätere Hinzufügen von E-Mails zu einem Archiv beherrscht Hypermail. Mit dem Parameter -u geben Sie ein Update in Auftrag.

hypermail -u -m neuebox -d ordner

integriert die Mails aus neuebox in das Archiv im Verzeichnis ordner. Dabei bringt Hypermail auch die Indexdateien auf den neuesten Stand.

Maßgeschneiderte Archive

Wollen Sie auch selbst verfasste Mails aus dem Postausgangsordner in das Archiv integrieren und generiert Ihr Mail-Programm keine Message-ID, klappt das in der Standardeinstellung jedoch nicht. Sie erhalten die Meldung Message-ID is missing, ignoring message with subject 'Betreff'-o require_msgids=0 bringen Sie Hypermail dazu, auch solche Nachrichten zu verarbeiten. -o steht für options, von denen das Programm recht viele kennt. Eine komplette Liste erhalten Sie mit dem Befehl man hmrc.

Interessant bei großen Mailboxen sind vor allem die Optionen monthly-index=1 und folder_by_date. Die erste bewirkt, dass Hypermail in die index.html eine Übersicht schreibt, die auf alle Monatsindizes verweist (Abbildung 4). Das kommt der Geschwindigkeit zugute, denn bei mehreren tausend Nachrichten wächst eine vollständige Indexdatei schnell auf 10 MByte an. Eine Monatsübersicht hat der Browser dagegen schnell geladen. Mit dieser Option aufgerufen, landen jedoch immer noch alle HTML-Dateien in einem Ordner. Um die Dateien in mehrere Monatsordner zu verteilen, kennt Hypermail die Option folder_by_date. Kombiniert mit einem Monatsindex sieht der Aufruf so aus:

hypermail -m mbox -d ordner -o monthly-index=1 -o folder_by_date=%y%m

Das %y%m ist ein so genannter Format-String. Das %y steht für das Jahr, %m für den Monat aus dem die Nachricht stammt. Mit diesem Befehl erstellt Hypermail im Ausgabeverzeichnis Unterordner mit Namen wie 0312. Darin liegen die E-Mails des Monats Dezember aus dem Jahr 2003. Soll stattdessen der Monat am Anfang stehen, drehen Sie den Format-String einfach um: folder_by_date=%m%y

Abbildung 4: Ein zusätzlicher Monatsindex macht große Archive übersichtlicher.

Planen Sie die Archive auf einem Webserver zu veröffentlichen, etwa um Mitgliedern einer Mailing-Liste eine Recherchemöglichkeit zu offerieren, leistet der Parameter -o spamprotect=1 gute Dienste. Er sorgt dafür, dass Hypermail die Mail-Adressen verändert. Statt name<\@>domain schreibt das Programm name_at_domain. Das erschwert es Spammern, an weitere Opferadressen zu kommen. Was Hypermail anstelle des <\@>-Zeichens einträgt, legen Sie selbst über -o antispam_at=ersatzzeichen fest.

Weitere Komfort-Features bietet das Programm bei der Darstellung zitierten Textes. Soll sich der zitierte Teil nicht nur durch die Zitatzeichen (meistens <\>>), sondern auch optisch von dem Text des Absender abheben, stellen Sie mit -o iquotes=1 eine kursive Schrift für Zitate ein. Ebenso praktisch ist der Aufrufparameter -o linkquotes=1. Mit dieser Option macht Hypermail aus dem ersten zitierten Satz einen Link, über den Sie direkt zur Ursprungsnachricht gelangen.

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LinuxUser 06/2012

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