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Scorched3D - Aufpolierter Spieleklassiker

01.10.2004
Unter Linux gibt es keine coolen Spiele, nur langweiligen Kram wie Solitaire. Von wegen: Wer glaubt, Linux hätte im Spielebereich nichts zu bieten, den belehrt Scorched3D eines Besseren.

Scorched3D ist die Reinkarnation einer alten Spielidee in völlig neuem Gewand: Was viele zu ihren DOS- und Atari-Zeiten als Worms oder Scorched Earth kannten, präsentiert sich nun in einer 3D-Umgebung mit detailreicher Grafik (Abbildung 1). Der Mehrspielermodus fürs Netzwerk sorgt für zusätzlichen Spielspaß.

Abbildung 1: Eine zufällig generierte Spielumgebung. Oben links Windstärke und -richtung, oben rechts befindet sich eine Miniaturansicht des Spielfelds.

Die Spielidee

Die Einfachheit, die hinter Scorched3D steckt, ermöglicht es auch Anfängern, den einen oder anderen Sieg abzustauben: Zwei Spieler befinden sich unbeweglich in einer Gebirgslandschaft und versuchen, über die korrekte Wahl der Schussrichtung, -kraft und -höhe den Gegner zu treffen. Treffer belohnt Scorched3D mit Geld, das sich in Goodies wie Schutzschilder, zusätzliche Waffen oder Benzin zur Fortbewegung umsetzen lässt. Damit die ganze Sache nicht zu einfach ist, beeinflusst der Wind die Flugrichtung der Geschosse: Hobbygeneräle, die die Naturgewalten nicht berücksichtigen, stehen schnell vor der Kapitulation. Neben gelegentlichen Stürmen ist auch die Spielumgebung variabel: Sie wird nicht nur zufällig beim Spielstart erstellt, im Schlachtgetümmel entstehen mehr oder weniger große Krater (Abbildung 2), oder die Gegner stellen sich Hindernisse in den Weg.

Abbildung 2: Bei Scorched3D bleibt kein Stein auf dem anderen.

Dass es bei Scorched3D mit simplem Draufhalten nicht getan ist, merkt man spätestens bei Netzwerkpartien: Das Spiel ermöglicht es bis zu 24 Teilnehmern, gegeneinander anzutreten, was eine ideale Basis für den einen oder anderen strategischen Zug darstellt. Beseitigt man zunächst die größten Gefahren oder verdient man schnellstmöglich Punkte mit den leichtesten Zielen? Bei der Zusammenstellung des eigenen Arsenals ist die Auswahl riesig (Abbildung 3), und die Spieler müssen sich entscheiden, ob sie eher ein Angriffs- oder Verteidigungsspiel führen. Sich für beide Varianten zu rüsten, scheitert meistens am zu knappen Wehretat.

Abbildung 3: Das An- und Verkaufsmenü.

Die Auswahl an Spielfiguren ist abwechslungsreich: Es gibt sowohl militärische Fahrzeuge wie Panzer und eine Stalinorgel als auch Roboter aus Star Wars. Nicht einmal Kenny aus Southpark und Gevatter Tod lassen sich den Spielspaß entgehen (Abbildung 4).

Abbildung 4: License to be killed: Neben Stalinorgeln und Panzern gibt es auch Kenny aus Southpark als Spielfigur.

Der rundenbasierte Charakter des Spiels ermöglicht neben Internet-Spielen auch ein Match mit Freunden an ein und demselben Computer: Jeder macht in vorgegebener Reihenfolge einen Zug (peilt den Gegner an), schießt und gibt die Kontrolle an den Nachbarn ab. In Netzwerkspielen zielen alle Teilnehmer gleichzeitig. Wenn der letzte Spieler seinen Zug beendet, beginnt das Gefecht.

Installation

Unter [2] liegen Pakete für SuSE, Mandrake, Red Hat, Slackware und Gentoo Linux, die Sie mit den Paketverwaltungswerkzeugen der jeweiligen Distribution, wie zum Beispiel YaST oder Emerge, installieren. In Debian GNU/Linux »Sid« und »Sarge« ist das Spiel bereits enthalten.

Nach der Installation startet der Befehl

scorched3d

das Spiel und ruft das Hauptmenü auf den Plan (Abbildung 5).

Abbildung 5: Das Hauptmenü bietet u. a. Zugriff auf den Optionsdialog.

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