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Platinen-Layout-Programme Eagle Version 4.11 für Linux

01.09.2004 Erst auf einer Platine lässt sich eine elektronische Schaltung vernünftig aufbauen. Das Layout-Programm Eagle verwandelt die eigene Schaltung mit wenigen Mausklicks in ein professionelles Platinen-Layout.

Wer eine eigene Leiterplatte entwerfen und ätzen wollte, hatte es vor wenigen Jahren noch sehr schwer: Mit Abreibsymbolen mussten die Lötaugen (Pads) für Chip-Sockel, Widerstände und Kondensatoren peinlichst genau auf die Platine geklebt werden, die Leiterbahnen zeichnete man entweder mit Edding frei Hand oder übertrug lange Linien wiederum mit dem Bleistift von der Folie direkt aufs Kupfer. Die Einführung des Foto-Transferverfahrens änderte daran nur wenig, jetzt zeichnete man die Schaltungen auf eine Folie und belichtete die Platine anschließend.

Mit der Verbreitung hoch auflösender Laser- und Tintenstrahldrucker wurde es auch im Privatbereich möglich, Schaltungen direkt am Computer zu entwerfen. Während am heimischen Computer meist einfache Malprogramme oder Vektorgrafik-Zeichenprogramme wie Corel Draw zweckentfremdet wurden, arbeitet die Leiterplattenindustrie mit professioneller Layout-Software, die neben einer Bauteile-Bibliothek auch automatische Routing-Funktionen enthält.

Das in Europa verbreitetste Platinen-Layout-Programm ist Eagle von der Firma Cadsoft [1]. Es wird seit 1999 komplett unter Linux entwickelt, einer der Programmierer ist Klaus Schmidinger – besser bekannt als Autor des digitalen Videorecorders VDR.

Layout unter Linux

Eagle eignet sich nicht nur für die kommerzielle Leiterplattenherstellung im großen Stil, sondern auch für das heimische Ätzbad – neben den kommerziellen Versionen gibt es auf der Cadsoft-Homepage eine Freeware-Version mit nahezu vollem Funktionsumfang.

Bei den kommerziellen Eagle-Versionen, der Autor testete die Professional-Variante für einen Arbeitsplatz mit allen Modulen, werden stets zwei Handbücher, das Programm auf CD sowie eine Lizenzdiskette mitgeliefert. Dennoch lohnt ein Blick auf die Cadsoft-Homepage [1], im FTP-Bereich gibt es möglicherweise schon aktuellere Versionen. So enthielt die CD des getesteten Professional-Pakets die Version 4.1, der Autor verwendete jedoch die Version 4.11r2 vom FTP-Server.

Mit Ausnahme der Freeware-Version Eagle Light Edition führt jedoch kein Weg an der Lizenzdiskette vorbei, beim ersten Start verlangt Eagle die Datei license.key von der Diskette. Das stellt den Benutzer bei aktuellen Computern durchaus vor ein großes Problem – kaum ein Rechner hat noch ein Diskettenlaufwerk, insbesondere bei Notebooks gibt es seit Jahren keine mehr. Optimal wäre, eine notfalls einzeln gebrannte Lizenz-CD beizulegen. Die manuelle Eingabe über ein Dialogfenster scheidet auch aus, in hexadezimaler Schreibweise ist der Schlüssel fast 600 Zeichen lang.

Tastenkürzel

Die Bedienung von Eagle ähnelt der eines normalen Zeichenprogramms, über die Werkzeugleiste werden die wichtigsten Funktionen mit der Maus ausgewählt. Tastenkürzel wie zum Beispiel bei Xfig gibt es zwar nicht, dafür aber eine integrierte Kommandozeile – meist braucht man nur die ersten drei Buchstaben der Funktion einzugeben, um ein paar Mauskilometer zu sparen.

Wem auch das zu umständlich oder langsam ist, der kann über das Menü Optionen / Tastenbelegung ganze Befehle auf eine bestimmte Tastenkombination legen. Dabei wählt man aus der Liste der verfügbaren Tasten, das sind die Buchstaben-, Zahlen- und F-Tasten, [Strg],[Alt] und [Shift] die gewünschte Kombination und gibt anschließend das dazugehörige Kommando ein – zum Beispiel display -tplace -bplace, um alle Bauteil-Beschriftungen und -Umrisse auszublenden, oder display TOP BOTTOM, um den obersten und untersten Leiterbahnen-Layer anzuzeigen.

Allerdings stehen nicht alle theoretisch möglichen Kombinationen auch dem Anwender zur Verfügung. Beim Window-Manager FVWM-95 verschiebt zum Beispiel [Alt]+[F5] das aktuelle Fenster – Eagle kann deshalb nicht auf diese Tastenkombination reagieren.

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