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Spielwelt im Netz

Server für Unreal Tournament 2004

01.06.2004
,
Das Actionspiel Unreal Tournament 2004 gehört zu den wenigen kommerziellen Spielen für Linux. Das Paket enthält einen Spiele-Server, der bei Netzwerkpartien spürbar die Performance verbessert.

Spielehersteller Epic zeigt ein Herz für Linux. Hatte das Unternehmen schon die Vorversionen von Unreal Tournament auf das freie Betriebssystem portiert, so jetzt auch das neueste Produkt der Familie: Unreal Tournament 2004, kurz UT2004 (Kasten 1). Wer jetzt schnell den Geldbeutel zückt, sollte daran denken, dass Epic keinen Support für die Linuxvariante leistet.

Kasten 1: Das Spiel 

Unreal Tournament 2004 ist ein 3D-Actionspiel für mehrere Mitspieler. In verschiedenen Spielmodi müssen Sie alleine oder in einem Team unter anderem Stationen vor Angriffen sichern, so viele Gegner wie möglich erwischen oder Fahnen des Gegners stibitzen. Gegenüber der englischen Originalversion wurde UT2004 für den deutschen Markt entschärft, so dass es hierzulande die Altersfreigabe von 16 Jahren bekam. Der Hersteller liefert sowohl eine 32-Bit, als auch eine 64-Bit Version. Bei der Installation wird automatisch der Rechnertyp ermittelt und die jeweils richtige Variante eingespielt. Demoversionen des Spiels liegen unter [1] bereit.

Auch die Dokumentation lässt zu wünschen übrig – eine Hürde für alle, die einen Server für das Netzwerkspiel einrichten wollen. Dieser Artikel zeigt deshalb, wie Sie einen dedizierten Server für UT2004 betreiben. Dediziert bedeutet, dass er ausschließlich dafür zuständig ist, die Netzwerkspiele zu koordinieren und die Computergegner (Bots) zu steuern. Ohne einen derartigen Server übernimmt einer der Spielecomputer diese Aufgaben. Doch weil an dem gleichzeitig ein Spieler sitzt, ist dieser Rechner doppelt belastet. Im schlimmsten Fall bremst das den Spielfluss für alle Beteiligten.

Anforderungen

Für eine Runde UT2004 benötigt jeder Spieler einen leistungsfähigen Rechner, eine neuere Grafikkarte mit hardwarebeschleunigter 3D-Darstellung und die passenden Treiber. Die Hardware-Anforderungen für den Spieleserver nennt Epic nicht explizit. Sie bewegen sich unter dem Niveau der Spielerechner, sollten aber dennoch nicht zu knapp bemessen sein. Ein Prozessor mit 1 GHz Taktfrequenz und 128 MByte Speicher genügt, eine besondere Grafikkarte ist nicht nötig. Um im Netz zu spielen, braucht der Rechner natürlich auch eine Netzwerk-, vorzugsweise eine Ethernetkarte. Auf dem Server-Rechner sollten keine anderen Dienste laufen, also zum Beispiel keine stark ausgelasteten FTP- oder ein MP3-Server. Denn nur so ist garantiert, dass der Server während einer Partie schnell reagiert.

Mit einem Hub oder Switch und Netzwerkkabeln verbinden Sie die Rechner. Damit sie nun noch miteinander reden, braucht jeder von ihnen eine eindeutige IP-Adresse. Die meisten Distributionen bieten hierfür ein eigenes Konfigurationsprogramm. Bei SuSE Linux ist dies unter YaST der Punkt NetzwerkgeräteNetzwerkkarte.

Für ein Spielenetz bieten sich so genannte private Adressen an, die nicht ins Internet weitergeleitet werden. In Frage kommt beispielsweise das Netz 192.168.1.x (Subnetzmaske 255.255.255.0), wobei Sie x jeweils gegen eine Zahl zwischen 1 und 254 austauschen. Wollen Sie mit anderen im Internet spielen, brauchen Sie natürlich eine richtige Adresse, die von außen erreichbar ist. Schützt eine Firewall das lokale Netz, müssen die von UT2004 genutzten Ports 7777 und 7778 (UDP-Protokoll) freigeschaltet sein.

Installation

In der DVD-Version installieren Sie den dedizierten Server mit dem Spiel zusammen: Im Hauptverzeichnis finden Sie ein Skript mit dem Namen linux-installer.sh, nach dessen Start ein Installationsassistent erscheint (Abbildung 1). Wählen Sie dort die Sprache und im oberen Eingabefeld ein Verzeichnis mit mindestens 5 GByte freiem Platz. Obwohl der Server nicht unbedingt eine grafische Oberfläche benötigt, muss das Spiel komplett installiert werden. Eine kostenlose Version des Servers, die weniger Platz braucht, finden Sie im Internet (siehe Kasten 2, Downloaden statt kaufen).

Kasten 2: Downloaden statt kaufen 

Wer für den Betrieb eines dedizierten Servers nicht gleich seinen Geldbeutel öffnen möchte, bekommt ihn kostenlos auf der Unreal-Tournament-Homepage [1] – das Paket ist allerdings fast 800 MByte groß. Wollen Sie ihren Server beim Master-Server der Spielefirma anmelden, der Spielestatistiken und eine Serverliste führt, brauchen Sie zusätzlich einen Schlüssel (CD-KEY), den Sie auf derselben Website anfordern. Wollen Sie nur im lokalen Netz spielen, brauchen Sie den Schlüssel nicht.

Das Paket ist primär für Spieler gedacht, die nur einen Spieleserver betreiben möchten und einen Rechner mit kleiner Festplatte besitzen: Im Gegensatz zur beschriebenen DVD-Installation begnügt sich die Downloadvariante mit etwas über 2 GByte. Nachdem sie ein Verzeichnis für den Server angelegt haben (beispielsweise mit mkdir UT2004) entpacken Sie die Zip-Datei dorthin mit dem unzip-Kommando:

unzip ut2004-3186-dedicatedserver.zip -d UT2004

Im Unterverzeichnis System finden Sie das eigentliche Serverprogramm, dem Sie noch die nötigen Ausführungsrechte verpassen:

chmod +x ucc-bin

Leider hat die Downloadversion einen kleinen Fehler, der dazu führt, dass das Verwaltungsprogramm im Webbrowser gelegentlich keine Karten (Maps) und Spieletypen anzeigt. Das beheben Sie, indem Sie vor jedem Start des Servers wieder die originale Version der Datei CacheRecords.ucl vom Verzeichnis System nach ~/.ut2004/System kopieren.

Abbildung 1: Der Installationsassistent von Unreal Tournament 2004. Im zweiten Eingabefeld von oben stellen Sie das Verzeichnis ein, in dem er eine symbolische Verknüpfung anlegt.

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