Keine Zauberei
Präsentation mit MagicPoint
Abrakadabra
Zur Präsentation vor Publikum startet man MagicPoint mit mgp datei.mgp. Dabei übernimmt das Programm die Kontrolle über den Window-Manager und füllt den ganzen Bildschirm aus. Wer die Ausgabe zunächst nur in einem Fenster sehen möchte, verwendet die Parameter -o und -g wie folgt: mgp -o -g 800x600 datei.mgp
Eine bei Debian möglicherweise auftretende Fehlermeldung, "vffont" betreffend, können Sie umgehen, wenn Sie MagicPoint mit der Option -x vflib starten.
Gefällt das Layout, fehlen Ihnen nur noch einige Shortcuts, um sicher durch die Präsentation zu navigieren. Tabelle 1 zeigt die wichtigsten Tasten- und Mausfunktionen.
Tabelle 1: MagicPoint bedienen
| Tastatur-/Maus-Kommando | Effekt für Präsentation |
|---|---|
| Leertaste, [n],[f] oder [j] (alternativ linke Maustaste) | Geht eine Seite in der Präsentation vor. |
| [Backspace],[b],[k] oder [p] (alternativ rechte Maustaste) | Geht eine Seite zurück. |
(nummer) [g])
|
Geht zur letzten bzw. der mit nummer definierten Seite.
|
| [Strg] | Blendet unten links eine Übersicht ein; geht man mit dem Mauszeiger über eine Zahl, wird der Seitentitel angezeigt. |
| [x] | Macht aus dem Mauszeiger einen Stift, mit dem Sie in den Folien malen dürfen; nochmal [x] schaltet den Stift wieder aus. |
| [Shift-x] | Wechselt die Stiftfarbe; default ist rot, einmal [Shift][x] wechselt zu grün, dann zu blau, gelb, schwarz, weiß und wieder rot. |
| [Strg-l] | Baut die Seite neu auf. |
| [t] | Schaltet eine eventuelle Zeitanzeige aus oder ein. |
| [Esc] oder [q] | Beendet die Präsentation. |
Wirklich praktisch ist der eingebaute Timer – der Parameter -t min gibt Ihnen eine genaue Zeitvorgabe für die Präsentation. Für einen 30-minütigen Vortrag wählen Sie also mgp -t 30 datei.mgp und erhalten damit ab der zweiten Folie einen Zeitbalken unten im Bild, der schrumpft und sogar die Farbe wechselt. Bis zur Hälfte der Vortragszeit ist alles im grünen Bereich, danach wird der Balken gelb, und nach 70 Prozent der verbrauchten Zeit warnt ein roter Balken vor dem nahenden Ende.
Verwandlungskünstler
Mit MagicPoint erstellte Präsentationen lassen sich einfach in andere Formate umwandeln. Zum Konvertieren nach HTML gibt es zwei Varianten – das Perl-Skript mgp2html und ein mgp-Aufruf mit dem Parameter -D. DamitLetztere Variante erzielt bessere Ergebnisse, da die einzelnen Folien nicht nur als Bilder abgelegt werden, sondern Navigationspfeile in den HTML-Seiten für eine gute Web-Navigation sorgen. Der vollständige Aufruf umfasst auch die Angabe des Verzeichnisses, in das die HTML- und Bilddateien gespeichert werden:
mgp datei.mgp -D html_verzeichnis
Das Perl-Skript liefert leider nicht so schöne Ergebnisse, da alle Folien hintereinander in eine einzige HTML-Datei eingefügt werden. Wer lieber PostScript generiert, verwendet
mgp2ps datei.mgp > datei.ps
Damit wird eine schwarz-weiße PostScript-Datei erstellt, die Option -c schaltet auf Farbe um. Dieses Feature befindet sich allerdings noch im Experimentierstadium und funktionierte beim Test nicht mit Debian, unter SuSE und Red Hat Linux einigermaßen. Das Paket wird ständig weiterentwickelt und ist damit auch sonst nicht ganz frei von Fehlern. So gibt es einige Ungereimtheiten, was die Auswertungsreihenfolge von Befehlen betrifft, die sich überschneiden. Mit etwas Experimentieren findet man aber meist schnell heraus, wie man das gewünschte Ergebnis erzielt.
Es gibt eine Sammlung schon fertiger Vorlagen, die Sie für eigene Präsentationen nutzen können [5]. Erweiterungen für Editoren wie Emacs und Vi [6] erleichtern das Editieren der MagicPoint-Dateien. Eine Emacs-Datei bringt das MagicPoint-Paket zwar mit (contrib/mgp-mode.el), aber eine andere Version [7] bietet mehr Komfort, vor allem für Einsteiger: Sie markiert Kommentare, Anweisungen und Folientext mit unterschiedlichen Farben, startet mausgesteuert MagicPoint und ist durch ein übersichtliches Menü konfigurierbar.
Glossar
TrueType
Format, das Schriften (engl.: "Fonts") mit mathematischen Funktionen beschreibt (im Gegensatz zu Bitmaps). Damit sind Schriften also skalierbar , lassen sich also ohne Qualitätsverlust vergrößern und verkleinern.
Infos
[1] MagicPoint: http://www.mew.org/mgp/
[2] FreeType: http://www.freetype.org/
[3] Tim Schürmann: "Es werde Schrift", LinuxUser 06/2002, S.73, http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/06/073-truetype/truetype.html
[4] Fontpool: http://www.fontpool.de/
[5] Magic Point Gallery: http://puchol.com/cpg/software/mgp/
[6] Vim Syntax Files: http://alfie.ist.org/projects/vim/syntax/
[7] MGP Toolbox, Emacs Modus: http://lionel.kr.hs-niederrhein.de/~dalitz/data/software/mgp/mgp.html#Emacs



