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Antarktische Invasion

deskTOPia: XPenguins

Hege und Pflege

Damit Ihnen bei der Betrachtung des bunten Treibens nicht irgendwann langweilig wird, hat der Autor vorgesorgt und XPenguins mit vielen zusätzlichen Parametern ausgestattet. Beliebig kombinierbar sorgen diese für noch mehr Abwechslung auf dem Desktop.

Mit dem Aufruf xpenguins -n $ZAHL legen Sie fest, wieviele Pinguine sich gleichzeitig auf Ihrem Desktop tummeln sollen. Bei einer Auflösung von 1024x768 sorgt der Aufruf von xpenguins -n 40 für einen angenehmen Wuselfaktor, ohne dass die Vögel sich gegenseitig auf die Füße treten (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der Desktop als Pinguin-Kolonie

Eine jugendfreie Variante des Desktop-Spielzeugs beschert Ihnen der Parameter -b, mit dem Sie die Blutspritzer bei tödlich verunglückten Vögeln entfernen.

Ein zusätzlich angehängtes -a eliminiert auch die himmelfahrenden Engelspinguine. Offenbar eine Spielerei für sadistische Naturen ist der Parameter -s, der es Ihnen ermöglicht, die putzigen Tierchen mit einem Mausklick zu zerquetschen: Der Cursor verwandelt sich über dem Root-Window in eine Zieloptik, und als Strafe für Ihre grausame Gesinnung müssen Sie bis zum Beenden von xpenguins auf alle Root-Menüs, wie etwa eine Fensterliste oder das Kontextmenü verzichten.

Interessant für ältere Rechner sind die Optionen -r und --nice $ZAHL1 $ZAHL2. Bei -r geht das Programm davon aus, dass all Ihre Fenster rechteckig sind, wodurch Rechenzeit gespart wird. Sofern Sie eine Fensterdekoration mit geraden Rändern verwenden, merken Sie keinen Unterschied zu dem normalen Aufruf von xpenguins.

Merkwürdige Effekte ergeben sich jedoch, wenn Sie eine Fensterdekoration mit ungewöhnlichen Formen verwenden, wie sie zum Beispiel einige Enlightenment-Themes mitbringen.

Mit dem --nice-Parameter gestartet, liest das Programm alle fünf Sekunden /proc/loadavg aus. Übersteigt die Systemlast den zuerst hinter --nice angegebenen Wert, wird die Anzahl der Pinguine reduziert; steigt die Systemlast gar auf den zweiten angegebenen Wert, verschwinden die Tiere ganz. Sie kehren dann erst zurück, wenn Ihr System keine anderen arbeitsintensiven Aufgaben mehr zu versehen hat. Für Desktop-Systeme ist der folgende Aufruf eine gute Wahl:

xpenguins --nice 1.0 1.5

Pause für die Pinguine

Wem die Südpol-Bewohner allzu verspielt sind, für den bietet xpenguins noch ein weiteres Goodie: Das Programm unterstützt Themes, und einige sind schon in der Grundausstattung enthalten. Was alles zur Auswahl steht, erfährt man mit xpenguins -l. Ausgewählt wird ein Theme durch folgenden Aufruf:

xpenguins -t $THEME-NAME

Bei den Themes, deren Name Leerstellen enthält, müssen Sie diesen in Anführungszeichen setzen.

Neben dem Standard-Theme Penguins gibt es das Federvieh noch in zwei weiteren Ausführungen. Nostalgiker entscheiden sich für die Classic Penguins, und Anwender mit hoher Bildschirmauflösung wählen das Big Penguins-Theme, damit ihnen keine Einzelheit entgeht.

Die Schildkrötenliebhaber unter Ihnen sollten einen Blick auf Turtles werfen. Wer gar Bill auswählt, sieht sich mit dem Protagonisten des Spiels xbill konfrontiert, der immer wieder innehält, um Windows auf einen Linux-Rechner aufzuspielen. Mit dem Aufruf werden für Linux-Anwender Alpträume wahr, wogegen die oben schon erwähnten ruckartigen Fensterbewegungen helfen.

xpenguins -n 50 -t Bill

Um die Akteure mehrerer Themes gleichzeitig auf dem Desktop zu haben, geben Sie den -t-Parameter einfach mehrmals an und ein xpenguins --all kombiniert alle vorhandenen Themes und verwandelt Ihren Bildschirm in einen Multikulti-Desktop (Abbildung 2).

Abbildung 2: XPenguins stellt auch alle Themes gleichzeitig dar

Reichen Ihnen fünf Themes nicht aus, finde Sie auf der Homepage des Autors im Verzeichnis contrib/ noch weitere Themes. Die Theme-Dateien müssen nach dem Auspacken noch in das richtige Verzeichnis kopiert werden, beispielsweise mit:

cp -a themes/@L: * /usr/local/share/xpenguins/themes/

Glossar

Root-Window

Von diesem Wurzel-Fenster Ihres Desktops leiten sich alle anderen ab. Anders als normale Fenster hat es keinen Rahmen, sondern bildet den Desktop-Hintergrund.

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