… mit ihrem guten Namen
Flexibler mounten mit Dateisystemnamen
Stolperstein Bootloader
Der einzige Stolperstein bei der variablen Partitionierung ist der Bootloader, er muss nach wie vor vom BIOS des Rechners gestartet werden und dann seine eigenen Programmdateien finden. Deshalb muss sowohl bei LILO als auch bei Grub die Boot-Partition benannt werden. Allerdings können Sie den Kernel-Parameter "root=" auf Volume Labels umstellen, hier ein Auszug aus der Grub-Konfiguration:
kernel /boot/vmlinuz root=LABEL=suse82 hdb=ide-scsi vga=0x788
Nun können Sie Ihr Linux-System sehr weitgehend verändern, ohne sich um Dateisystemtabelle oder Kernel-Parameter Gedanken zu machen. Der einzige Knackpunkt bleibt der Austausch der Festplatte: Nach Übertragung aller Daten und Setzen der Dateisystemnamen müssen Sie den Bootloader erneut installieren und je nach Umbau die Positionsangabe für den Bootloader in der Konfiguration anpassen.
Neue Distributionen ausprobieren
Durch die Verwendung der Dateisystemnamen ist es nun sehr einfach, mehrere Distributionen parallel zu installieren und sie auch nach Belieben zu löschen, ohne dass dies Einfluss auf die übrigen Distributionen hat.
Am Einfachsten geht dies mit einem Master-Grub, der die Bootloader der einzelnen Distributionen startet. Dazu legen Sie die Partition hda1 mit einer Größe von 10 MB an und formatieren sie als Ext-2 – zum Beispiel, indem Sie von der Rettungs-CD aus LinuxUser 08/2003 starten. Mounten Sie die Partition unter /mnt, richten Sie das Verzeichnis /mnt/grub ein und legen Sie dort die Datei menu.lst an. Das nachfolgende Listing zeigt eine Beispielkonfiguration der /mnt/grub/menu.lst für vier Distributionen auf den Partitionen hda5 bis hda8:
timeout 10 default 0 title SuSE 8.1 root (hd0,4) chainloader +1 title SuSE 8.2 root (hd0,5) chainloader +1 title Red Hat 8.0 root (hd0,6) chainloader +1 title Red Hat 9.0 root (hd0,7) chainloader +1
Kopieren Sie nun alle Dateien aus dem Verzeichnis /usr/lib/grub/i386-pc der Rettungs-CD in das Verzeichnis /mnt/grub und richten Sie Grub mit folgenden Befehlen ein:
grub root (hd0,0) setup (hd0) quit
Damit ist der Master-Grub installiert. Bei der Installation der ersten Distribution sollten Sie /dev/hda2 als Swap-Partition einrichten lassen, der Rest der Festplatte wird zu einer erweiterten Partition ("Extended"). Dort bekommt jede Distribution ein logisches Laufwerk, in unserem Beispiel SuSE Linux 8.1 die Partition /dev/hda5. Zudem müssen Sie den Bootloader der jeweiligen Distribution in der Root- oder Boot-Partition ablegen lassen, bei SuSE Linux 8.1 wäre dies wiederum /dev/hda5. Alle weiteren Distributionen benutzen dann /dev/hda2 als Swap-Partition.
Nach Umstellung auf Dateisystemnamen können Sie jederzeit etwa beide SuSE-Distributionen löschen – die Swap-Partition ändert ihre Position nicht, einzig die beiden Red-Hat-Partitionen rücken auf zu hda5 und hda6 – in Grub-Schreibweise entspricht dies hd(0,4) und hd(0,5). Es genügt also, die beiden Zahlen in der Master-Grub-Konfiguration grub/menu.lst auf /dev/hda1 anzupassen. Dank der Möglichkeit, während des Systemstarts die Grub-Konfiguration zu bearbeiten [2], brauchen Sie für die Änderung nicht einmal eine Rettungs-CD.
Infos
[1] Mirko Dölle, "Bunt gemischt für Jedermann": LinuxUser 03/2003, Seite 70 oder http://www.linux-user.de/ausgabe/2003/03/070-multidistri/index.html
[2] Martin Loschwitz, "Lilos Erben": LinuxUser 07/2002, Seite 71 oder http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/07/071-grub/grub-1.html



