Datenrettung in letzter Not
Ext2/3-Dateisysteme im laufenden Betrieb reparieren
Leichenfledderei
Fehlt diese oder war das Backup nicht mehr ganz frisch, bewaffnet sich root mit einem Texteditor, um im Verzeichnis /home/lost+found Leichenschau zu betreiben: Dateien oder Teile davon, die fsck nicht zuordnen konnte, finden sich hier wieder – allerdings nicht unter ihren vormaligen Namen. (Findet fsck diese heraus, kopiert es sie in der Regel wieder an den richtigen Ort.) Erinnert man sich an die passenden Dateinamen, lassen sich die "verlorenen und wiedergefundenen" Files händisch umbenennen und an ihren alten Platz zurück schieben.
Manchmal hat man Glück, und lost+found enthält Dateien, die fsck doch reparieren und korrekt platzieren konnte. Daten, die auf kaputten Festplattenstücken lagerten, zaubert aber auch kein Filesystemcheck wieder her.
In jedem Fall heißt es jetzt, wachsam zu sein, Backups anzulegen und zu testen und öfters mal einen Dateisystemcheck außer der Reihe einzulegen. Auf nicht ganz unwichtigen Systemen wird man besser früher als später die Platte tauschen. Denn wenn diese einmal "einen Schuss" hat, lehrt die Erfahrung, dass die Probleme eher zunehmen als ab.
Glossar
Cron-Job
Der Cron-Daemon [1,2] schaut jede Minute in speziell für ihn geschriebenen Auftragstabellen, den Crontabs, nach, ob er im Auftrag eines Users Programme und Skripte zur bestimmten Zeit ausführen soll. Diese Aufträge nennt man Cron-Jobs. So nicht anders verordnet, schickt der Cron-Daemon nach ihrer Ausführung einen "Bericht" per Mail an den auftraggebenden User.
rm -rf
Einer der gefährlichsten Befehle auf einem Unix-System: Er löscht das als Argument angegebene Verzeichnis samt allen Unterverzeichnissen, solange dem aufrufenden User die Dateien gehören oder er entsprechende Schreibberechtigungen hat. Da root alle Dateien löschen darf, kann dieser Befehl bei Unachtsamkeit das ganze System zerstören.
Inodes
Für jede im Linux-Dateisystem abgelegte Datei gibt es eine spezielle Datenstruktur, einen "Informationsknoten", der zum Beispiel Informationen zum Eigentümer, zur Gruppe und den Zugriffsrechten der Datei enthält, vor allem aber Zeiger auf die Stellen auf der Festplatte, auf denen die Daten der Datei liegen. Mit ihrer Hilfe verwaltet das Betriebssystem den Dateibaum. Auch Inodes müssen gespeichert werden, und zwar auf der Festplatte. Ist die genau dort kaputt, wo ein Inode liegt, kann das Betriebssystem nicht mehr auf die passende Datei zugreifen.
Single-User-Modus
Der in Runlevel 1 definierte Rettungsmodus, in dem es weder grafische Oberfläche, noch Netzwerk, noch die Möglichkeit gibt, sich als unprivilegierter User einzuloggen. root benutzt ihn, um das System direkt von der Konsole aus zu reparieren.
Infos
[1] Patricia Jung: "Diener auf die Minute", LinuxUser 12/2000, S. 80 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2000/12/080-cron/cron-1.html
[2] Jürgen Jentsch: "Pünktlich ausgeführt", LinuxUser 06/2002, S. 81 ff.
[3] Heike Jurzik: "Synchronschwimmen", LinuxUser 02/2003, S. 82 f., http://www.linux-user.de/ausgabe/2003/02/082-rsync/



