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Linux auf Umwegen

Intel-Linux unter MacOS X

Schneller mit Apples X-Server

Es gibt einen einfachen Weg, die langsame Ausgabe unter Virtual PC zu beschleunigen: Wenn man den von Apple angepassten XFree86-Server installiert, können X-Anwendungen auf dem virtuellen PC laufen, die Fenster werden aber vom X-Server angezeigt, der nativ unter MacOS X läuft. Dazu meldet man sich im Virtual PC auf einer Textkonsole an und setzt die Umgebungsvariable DISPLAY auf den richtigen X-Server: Die IP-Adresse ist dabei die Adresse des Macs im lokalen Netz (Virtual PC routet nicht nur ins Internet, sondern auch ins lokale Netz); die Display-Nummer ist 0. Es sind also (wenn der Mac z. B. die lokale IP-Adresse 192.168.1.114 hat, wie im Beispiel ifconfig in der MacOS-X-Shell verrät) die folgenden zwei Schritte nötig:

  • Auf dem Mac wird der X-Server gestartet und im xterm mit xhost + der Zugriff durch andere Rechner gestattet.
  • Im Terminal des virtuellen Linux-Rechners wird mit
export DISPLAY=192.168.1.114:0

das Display umgeleitet.

Abbildung 8: Oben: Das verkleinerte Virtual-PC-Fenster und ein Xterm von MacOS X, unten eine KDE-Konsole und das Kontrollzentrum vom Linux-System

Danach lässt sich aus der Konsole beispielsweise ein Linux-xterm oder die KDE-konsole starten. Das Virtual-PC-Fenster kann dann minimiert werden. Abbildung 8 zeigt das KDE-Kontrollzentrum, das auf dem emulierten PC unter Mandrake Linux läuft, aber vom Apple-X-Server auf dem Mac angezeigt wird; in Abbildung 9 sieht man zwei Mozilla-Fenster: links oben die native MacOS-Version, rechts unten die unter Linux laufende.

Abbildung 9: Zwei Mozillas auf dem MacOS-Desktop vereint – oben die native MacOS-Version, unten die Linux-Version

Fazit

Wer die native Installation von Linux auf seinem Mac scheut (wie sie beispielsweise in unserer Schwesterzeitschrift Linux-Magazin in Ausgabe 05/2003, http://www.linux-magazin.de/Artikel/ausgabe/2003/05/mac/mac.html, beschrieben wird), findet mit Virtual PC eine Alternative vor, die zudem die gleichzeitige Ausführung von MacOS X und Linux erlaubt – zu dem Preis, dass die Emulation den virtuellen Linux-Rechner recht langsam macht. Dafür ist die Installation aber sehr leicht, und einige Virtual-PC-Features wie der von VMware bekannte Suspend-Modus oder das schnelle Duplizieren eines Testsystems entschädigen dafür. Wer Virtual PC 6.0 für 139,- Euro (http://www.connectix.de/acw_con1.html) erwirbt, kann zudem noch Windows-Versionen in virtuellen Rechner installieren und hat damit auf seinem Mac eine große Auswahl an Betriebssystemen vorrätig.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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LinuxUser 06/2012

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