Alles zu seiner Zeit
Korner: KCron
Änderungswünsche
Bereits erstellte Cronjobs lassen sich auch nachträglich noch ändern. Markieren Sie dazu den passenden Eintrag, und begeben Sie sich danach zum Menüpunkt Bearbeiten / Ändern.... Alternativ klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Aufgabe und wählen aus dem Kontextmenü den Punkt Ändern... aus, oder Sie merken sich das Tastenkürzel [Strg-O]. Daraufhin erscheint wieder der bereits bekannte Dialog-Bildschirm Aufgabe bearbeiten.
KCron erlaubt es Ihnen auch, Variablen einzurichten, die die Ausführungsumgebung der Cronjobs beeinflussen. Klicken Sie dazu im Hauptfenster auf den Eintrag Variablen, und wählen Sie wie zum Erstellen einer Aufgabe den Menüeintrag Bearbeiten / Neu... an. Sie können dabei aus der Liste der am häufigsten benutzten Umgebungsvariablen wählen. Klicken Sie hierzu auf den Pfeil neben dem Feld für den Variablennamen. Bei HOME können Sie das Verzeichnis angeben, das anstelle des normalen persönlichen Verzeichnisses des Benutzers verwendet werden soll, MAILTO ändern Sie, um E-Mails aus dem aufzurufenden Programm an eine andere als die normale Adresse schicken zu lassen (Abbildung 4). PATH definiert die Pfadliste, in der cron nach ausführbaren Programmen sucht, und mit SHELL können Sie die Shell angeben, die Sie anstelle der üblichen Bash benutzen wollen. Hier einzugreifen, lohnt sich jedoch nur, wenn Sie in der Kommandozeile Shellprogrammierungsspezialitäten einer bestimmten Shell verwenden wollen.
Auch Umgebungsvariablen finden erst dann ihren Weg ins cron-Auftragsbuch, wenn die Eingaben gespeichert wurden. Das Aktivieren oder Deaktivieren einer Variablen funktioniert ebenfalls analog zur Aufgabenaktivierung: Wählen Sie die betreffende Variable an, und bestimmen Sie den gewünschten Status über den Menüpunkt Bearbeiten / Aktiviert. Bei einer deaktivierten Variablen erscheint unter Beschreibung zur besseren Unterscheidung ein Deaktiviert.
Sollten Sie sich einmal anschauen wollen, wie Ihr Aufgabenbuch für cron ohne KCrons Verschönerungsbemühungen aussieht, reicht der Befehl crontab -l in einer Kommandozeile (Abbildung 5). Diese Cron-Tabelle können Sie mit crontab -e auch händisch editieren – doch Achtung: Hier ist meist der Editor vi mit im Spiel.
Glossar
core-Dateien
Dateien mit dem Namen core enthalten letzte Speicherabzüge eines abgestürzten Programms, aus denen Programmierer die Todesursache feststellen können – für normale Nutzer im Allgemeinen nur eine Verschwendung von kostbarem Plattenplatz.
Umgebungsvariablen
Die Shell stellt in der Regel eine Umgebung zur Verfügung, in der Nutzer eigene Einstellungen vornehmen können. Dazu gehören zum Beispiel Verzeichnisse, in denen nach Programmen gesucht wird, der Benutzername, der aktuelle Pfad, das Aussehen des Prompts usw. Diese Daten werden in so genannten Umgebungsvariablen gespeichert, deren Namen meist in Großbuchstaben angegeben werden. Den Variablen lassen sich Werte, zum Beispiel Pfadnamen, zuweisen. Mit dem Befehl env fragt man die aktuelle Belegung der Variablen ab. Wichtige Umgebungsvariablen sind HOME (enthält den Pfad des Benutzerverzeichnisses), USER (Benutzername) und PATH (Suchpfad für ausführbare Dateien).
Infos
[1] Patricia Jung: "Diener auf die Minute", LinuxUser 12/2000, S. 80 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2000/12/080-cron/cron-1.html
[2] Patricia Jung: "Wem die Stunde schlägt", Linux-Magazin 08/1998, S. 63 ff., http://www.linux-magazin.de/Artikel/ausgabe/1998/08/Cron/cron.html
[3] Jürgen Jentsch: "Pünktlich ausgeführt", LinuxUser 06/2002, S. 81 ff.



