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Gnomogramm

News und Programme rund um GNOME

01.03.2003

News-Ticker

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. GNOME 2.2 steht vor der Tür und ist, wenn der Zeitplan eingehalten wird, mit Erscheinen dieses Artikels auch zum Download verfügbar. Besonders Experimentierfreudige haben bereits seit dem 13. Januar die Möglichkeit, sich mit einem ersten Release Candidate aus der GNOME 2.1.x Development Serie (http://www.gnome.org/start/2.1/) an die neue Version zu gewöhnen. Sie soll besonders durch Stabilität glänzen. Zu diesem Zweck überarbeiteten die Entwickler an die 40 verschiedene Module. Nun hofft man, dass möglichst viele Benutzer den Release Candidate ausgiebig testen, bevor die endgültige Version verfügbar ist. Schließlich will man mit 2.2 wieder einen großen Wurf landen.

"GNOME everywhere" könnte das Motto einer Initiative auf handheld.org lauten. Das GPE Palmtop Environment (http://gpe.handhelds.org/) versucht sich an einer Portierung von Gtk und GNOME auf Palmtops und Handheld-Systeme. Dabei beschränkt sich der Ehrgeiz des Projektes keineswegs nur auf die Umsetzung der Benutzeroberfläche, auch eine Reihe von Applikationen sollen für das Handheld-GNOME verfügbar sein. Die Spanne reicht von Alarm Clock über Media Player bis zum Voice Recorder. Jedoch sind noch nicht alle Programme fertig, und auch von der Oberfläche selbst stehen nur alte Pakete bereit. Wer GPE dennoch ausprobieren möchte, kann den Quellcode via CVS herunterladen (http://gpe.handhelds.org/cvs.shtml), muss ihn dann aber auch von Hand übersetzen – eine Herausforderung, der sich nur erfahrene Benutzer stellen sollten.

Seit etwa einem halben Jahr existiert das Projekt "Friends of GNOME" (http://www.gnome.org/friends/). Gegründet, um die Finanzierung von GNOME unabhängiger von Zuwendungen großer Unternehmen zu gestalten, erwies sich das Programm als Erfolg und erhielt regen Zuspruch aus der Community. Jeder kann seinen Beitrag nach eigenem Ermessen leisten. Dabei wird das finanzielle Engagement ab einer gewissen Höhe auch mit verschiedenen Werbegeschenken honoriert. Eingehende Spenden unterstützen verschiedene Entwickler und finanzieren einen Teil der "GNOME Users And Developers European Conference" (kurz GUADEC), die in diesem Jahr übrigens vom 14.-18. Juni in Dublin stattfindet. Wer für seine Lieblingsoberfläche spenden möchte, kann auf der Projekt-Website entsprechende Hinweise finden. Die Entwickler freuen sich garantiert über jeden Dollar.

MultiSync – Terminkalender immer zur Hand

Die wenigsten von uns kommen heutzutage noch ohne Terminplaner aus. Deshalb erfreuen sich PDAs und Handys mit entsprechender Funktionalität steigender Beliebtheit. Probleme tauchen jedoch in der Regel dann auf, wenn der Datensatz gesichert oder mit dem Rechner abgeglichen werden soll. MultiSync (http://multisync.sourceforge.net/) könnte die Lösung des Problems sein. Gedacht ist MultiSync zur Synchronisation zwischen Rechner, PDA, Handys und anderen mobilen Geräten. Was im ersten Moment nach der Eier legenden Wollmilchsau klingt, erreicht das Programm durch einen modularen Aufbau und ein durchdachtes Konzept von Plug-Ins. Theoretisch ist es möglich, für jedes Gerät oder Programm ein entsprechendes Plug-In zu entwickeln. Im Augenblick existieren jedoch erst fünf verschiedene, die einen Datenabgleich zwischen Evolution und Handys, wie z. B. dem Siemens S45i ermöglichen. Die Synchronisation erfolgt dabei wahlweise via Kabel, Infrarot-Schnittstelle oder auch drahtlos mit Bluetooth. Selbstverständlich existiert auch ein Sicherungs-Plug-In, um alle Daten in einem Verzeichnis zu archivieren. Wenn nun noch weitere Plug-Ins folgen, könnte MultiSync womöglich das Programm sein, auf das so mancher Linuxer sehnsüchtig gewartet hat.

Abbildung 1

Abbildung 1: Hauptansicht von MultiSync

Abbildung 2

Abbildung 2: Übersichtliche MultiSync-Konfiguration

Jags, was ist los im Netz?

Wer schon einmal unter Windows in einem Netzwerk gearbeitet hat, weiß, dass ein einziger Klick auf das Symbol "Netzwerkumgebung" Informationen liefert, welche Rechner im Netz über das SMB-Protokoll erreichbar sind und welche Freigaben sie bereitstellen – eine Funktion, die viele Umsteiger bei Linux vermissen. Jags (http://jags.sourceforge.net/) steht für "Just Another Gtk+ Samba-client" und bietet dieses Windows-Feeling jetzt auch für Linux. Nach dem Start öffnet sich ein Fenster, wie man es von der Microsoft-Netzwerkumgebung gewohnt ist. Wer möchte, kann jetzt in den verfügbaren Netzwerken nach Freigaben suchen und diese durch Anklicken direkt öffnen. Im Hintergrund bindet Jags die Freigabe und zeigt sie je nach Konfiguration mit GMC oder Nautilus an. Allerdings hat das System noch zwei kleine Tücken. Möchten Sie als einfacher Benutzer Freigaben einbinden, muss beim Linux-Programm smbmnt das s-Bit ("setuid"-Bit) gesetzt werden. Außerdem akzeptiert Jags als Zielverzeichnis nur einen vollen Pfad. Notwendige Unterverzeichnisse legt es dann aber selbst an, entsprechende Zugriffsrechte vorausgesetzt. Wer all dies beachtet, kann mit Jags bequem durchs Netzwerk navigieren.

Abbildung 3

Abbildung 3: Übersichtlich: alle verfügbaren Freigaben

Abbildung 4

Abbildung 4: Jags-Konfiguration

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