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Emulatoren unter Linux - Teil 4

Lad mich

Um ein Programm zu starten, klicken Sie mit der linken Maustaste in das Emulatorfenster. Halten Sie die Taste gedrückt. Es erscheint nun das Datei-Menü, mit dessen Hilfe sich Image-Dateien verschiedener Typen einbinden lassen. Die Befehle im obersten Block sind für Disketten, die im zweiten Block für Kassetten, die nachfolgenden für Module (Cartridges) bzw. Snapshots zuständig: In letzteren wird der komplette Zustand des Emulators an einem bestimmten Zeitpunkt gespeichert. Auf diese Weise kann man genau an der Stelle weiter arbeiten bzw. weiter spielen, an der der Snapshot angelegt wurde.

Um eine Diskette einzubinden, wählen Sie Attach a disk image (Disk Image einlegen) und dann Unit #8... (Laufwerk #8...). Wählen Sie im neu erscheinenden Fenster die entsprechende Image-Datei aus.

Wie bereits erwähnt, zählen die Diskettenlaufwerke von Commodore nicht gerade zu den schnellsten Vertretern ihrer Art. Aus diesem Grund boomte der Markt der Beschleuniger. Unter VICE existiert eine schnellere, aber weniger kompatible Emulation des Diskettenlaufwerkes. Da viele Programme hiermit Probleme haben, sollten Sie zunächst sicherstellen, dass die "wahre" Emulation aktiviert ist. Dazu klicken Sie in das Emulatorfenster mit der rechten Maustaste und halten diese gedrückt. Es erscheint nun ein Menü, in dem Sie alle (Hardware-) Einstellungen des emulierten C64 modifizieren können. Markieren Sie den Punkt Drive Settings/Enable true drive emulation (Floppy Einstellungen/Präzise Floppy Emulation). Bitte beachten Sie, dass durch diesen Punkt mehr Rechenleistung Ihres PC verbraucht wird. Im Emulationsfenster sollte nun am unteren rechten Rand der Status des Diskettenlaufwerkes eingeblendet werden. Die rote Lampe simuliert die LED eines echten Laufwerks. Nun können Sie ein Programm mit dem BASIC-Befehl LOAD"Prgname",8,1 laden. Dieses Kommando lädt das Programm Prgname von der Diskette in Laufwerk 8 und verwendet dabei den Übertragungskanal 1. Falls Sie anstelle von Prgname das Sternchen ("*") verwenden, wird das erste Programm auf der Diskette genommen. Sofern die Anwendung oder das Spiel nicht automatisch startet, stoßen Sie diesen Vorgang über den Befehl RUN manuell an.

Abbildung 8: Der Einschaltbildschirm des C64 unter VICE

Das Inhaltsverzeichnis einer Diskette lässt sich per LOAD"$",8 gefolgt von LIST anzeigen. Falls der Inhalt zu schnell an Ihnen vorbei rauscht, helfen die Tasten [Tab] (CTRL auf dem echten C64) und [Esc] (alias RUN/STOP).

Sie sollten das Menü der rechten Maustaste in aller Ruhe Schritt für Schritt durchgehen. Dort können Sie z. B. die Tastatur- und Joystick-Einstellungen anpassen oder die Tonqualität verbessern. Eine detaillierte, englische Anleitung liegt VICE im Unterverzeichnis doc/html bei: Öffnen Sie dort die Datei vice_toc.html mit einem Browser.

Alternativen

Weitere C64-Emulatoren für Linux sind Frodo [5], Alec64 [2] und CCS64 [3]. Bitte beachten Sie, dass CCS64 aus zwei Teilen besteht - zum Einen aus einer Bibliothek, deren Quellcode vom Autor nicht offen gelegt wird, und zum Anderen aus der Benutzeroberfläche. Letztere verwendet ein ähnliches Bedienkonzept wie VICE. In einem noch sehr frühen Entwicklungsstadium befindet sich CB64 (alias Comeback 64) [4]; er ist daher nur für Testzwecke empfehlenswert. Frodo und Alec64 starten nur, wenn Ihre Bildschirmeinstellungen auf 256 Farben gesetzt sind. Die Steuerung erfolgt bei Frodo über ein separates Konfigurationsfenster (Abbildung 9).

Abbildung 9: Das Konfigurationsmenü von Frodo

Um die genannten Emulatoren zu starten, öffnen Sie zunächst ein Terminal-Fenster. Wechseln Sie dort mit cd in das Verzeichnis, in dem sich der Emulator befindet. Im letzten Schritt geben Sie den Namen des Programms ein. Bei Frodo lautet dieser z. B. Frodo. Beim Emulator Alec64 haben Sie mehrere Programme zur Auswahl, je nachdem, welches Sound-System ihre Distribution einsetzt.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 06/2012

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