icoutils

Mehr als tausend Worte

Sie wollen Windows-Icons unter Linux nutzen und wissen nicht, wie Sie diese extrahieren? Dann lohnt sich ein Blick auf das Progammpaket icoutils.

out of the box

Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt pro Monat ein Progrämmchen vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten.

Wer kennt sie nicht, die kleinen Icons, die zunehmend in den Bookmarks der Browser auftauchen? Dahinter steckt die Datei favicon.ico aus dem Stammverzeichnis der Web-Präsenz. Moderne Browser nutzen das darin befindliche Icon zur Charakterisierung der jeweiligen Site.

Oft finden sich unter diesen Bildchen wahre Kunstwerke, die man gern privat verwenden würde. Auch enthält die (mittlerweile nur noch gelegentlich benutzte) Windows-Installation liebgewonnene Icons, mit denen man gern seinen Linux-Desktop bereichern will. Ein Screenshot und anschließendes Werkeln in der Bildbearbeitung wäre zwar eine Lösung, aber wer will diesen Aufwand schon für ein einzelnes Lieblingsbildchen treiben?

Dass es einfacher gehen sollte, dachte sich auch Oskar Liljeblad. Die passende, von ihm geschriebene Programmsammlung namens icoutils liegt inzwischen in Version 0.16.0 vor und kann seit Kurzem nicht nur Icons und Cursor extrahieren, sondern auch selbst ico-Dateien erstellen. Bestandteil des Pakets sind die Programme icotool, wrestool, extresso und genresscript.

Schatzgräber vom Dienst

Ersteres extrahiert Icons aus .ico- oder .cur- (Windows-Cursor-)Dateien und speichert sie im png-Format ab. wrestool nimmt sich Windows-.exe- und -.dll-Files vor und holt die darin befindlichen Bildchen heraus. Das Hilfsprogramm extresso dient als Wrapper für wrestool und icotool. Mittels eines von genresscript erstellten Skripts kann es den Umwandlungsvorgang erheblich vereinfachen, indem es nacheinander alle notwendigen Programmaufrufe abarbeitet. genresscript wiederum erstellt für eine angegebene Datei ein solches Skript, welches leider noch von Hand nachbearbeitet werden muss.

Woher nehmen?

Mandrake-8.2- oder Debian-Nutzer, so scheint es auf den ersten Blick, können sich zurücklehnen, denn ihre Distributionen enthalten das icoutils-Paket bereits. Allerdings nur in Version 0.13.0 – und da liegt auch schon der Haken: Version 0.14.0 enthält komplett umgeschriebene Tools und produziert seitdem PNG statt wie bisher XPM als Endformat. Wer selbst .ico-Dateien erzeugen will, darf sich ebenfalls nicht mit der älteren Ausgabe begnügen.

Das aktuelle Quell-Paket icoutils-0.16.0.tar.gz bekommen Sie von der Web-Seite des Autors unter http://www.student.lu.se/~nbi98oli/. Entpacken Sie es mit dem Befehl

tar -xzf icoutils-0.16.0.tar.gz

und wechseln Sie ins Verzeichnis icoutils-0.16.0. Dort sind die Dateien README und Install lesenswert. Wenn Ihnen die Installation nach /usr/local Recht ist, erledigt der altbekannte Dreisatz ./configure; make; make install die restliche Arbeit. Um make install ausführen zu können, müssen Sie vorher mittels su zu root werden, da Sie als unprivilegierter Nutzer im Normalfall keine Schreibrechte auf /usr/local haben.

Allerdings sorgt dies auch bei fehlerfreiem Ablauf nicht dafür, dass extresso, genresscript und die zugehörigen Manpages in der /usr/local-Hierarchie landen. Daher müssen Sie die Dateien icoutils-0.16.0/extresso/extresso und icoutils-0.16.0/extresso/genresscript (immer noch mit root-Rechten) von Hand nach /usr/local/bin sowie icoutils-0.16.0/extresso/extresso.1 und icoutils-0.16.0/extresso/genresscript.1 nach /usr/local/man/man1 kopieren.

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