Zeitreise
Emulatoren unter Linux - Teil 3
MSX
Zum Abschluss wollen wir uns noch mit einem weniger bekannten Homecomputer beschäftigen. Genau genommen handelt es sich nicht um "einen" Computer, sondern um einen Standard, nach dem einige, wenige Computermodelle gefertigt wurden. Die Rede ist vom MSX-Standard, den Microsoft 1983 zusammen mit der ASCII Corp. entwickelte. Ziel war es, eine einheitliche Plattform im Systemwirrwarr der Homecomputer zu schaffen. Microsoft selbst lieferte das BASIC, das auch bei den MSX-Rechnern als Betriebssystem dienen sollte. MSX war vor allem in Südamerika und Japan sehr beliebt. Somit verwundert es kaum, dass hauptsächlich japanische Firmen MSX-Computer herstellten. Es erschienen ab 1985 noch der MSX 2 und (nachdem sich Microsoft kurze Zeit später auf MS-DOS konzentrierte) von ASCII die Geräte MSX 2+ und TurboR. Programme wurden auf Kassetten, später auch auf 3,5-Zoll-Disketten oder Modulen ausgeliefert.
Der einzige Emulator für Linux ist fMSX [30]. Er emuliert laut Autor gleich sieben MSX-Computer und enthält auch die benötigten ROMs.
fMSX unterliegt nicht der GPL, kann aber für nicht kommerzielle Nutzung frei weiter gegeben werden. Um ihn zu starten, öffnen Sie zunächst ein Terminalfenster, wechseln in das Verzeichnis, in dem sich der Emulator befindet, und geben dann den Befehl fmsx ein. Die zahlreichen Optionen, die fMSX beim Start mitgegeben werden können, finden Sie ebenso wie die Tastaturbelegung in der Datei fMSX.html. Um z. B. ein Disketten-Image einzubinden, rufen Sie fmsx folgendermaßen auf:
fmsx -diska imagename
wobei imagename für den Namen der Datei steht, die das Disketten-Image beinhaltet.
Ausblick
Aufmerksame Leser unserer Serie werden bemerkt haben, dass die 8-Bit-Computer der Firma Commodore, zu denen auch die C64-Linie gehört, bislang noch nicht angesprochen wurden. Diesen kleinen Kisten widmen wir bei nächsten Mal einen eigenen Teil. (hge)
Kasten 2: Kompilieren
Sofern die Emulatoren Ihrer Distribution nicht beiliegen und Ihnen nur ein Archiv mit dem Quellcode zur Verfügung steht, müssen Sie das entsprechende Programm in eine ausführbare Version übersetzen (kompilieren). Hierzu installieren Sie zunächst die GNU-Werkzeuge in Form von GNU make, dem C-Compiler gcc und der Bibliothek zlib. Diese Programme sollte jede Distribution mitbringen. Anschließend entpacken Sie das herunter geladene Archiv mit einem geeigneten Programm (z. B. Ark) in einem Verzeichnis Ihrer Wahl. Öffnen Sie nun ein Terminalfenster und wechseln Sie in das neu erzeugte Unterverzeichnis. Alle Befehle müssen im Terminalfenster jeweils mit der Eingabetaste abgeschlossen werden. Melden Sie sich vor den folgenden Schritten mit dem Befehl su als Benutzer root an.
z81: Installieren Sie zunächst die Bibliothek svgalib. Sie sollte jeder Distribution beiliegen. Per make, gefolgt von make install, wird das Programm übersetzt und in Ihrem System unter /usr/bin installiert. Beenden Sie die Sitzung als Benutzer root durch die Eingabe von exit.
spectemu: Mit den Befehlen ./configure und make werden alle mitgelieferten Programme, einschließlich des Emulators selbst, übersetzt. Letzteren findet man anschließend unter dem Namen xspect.
Adamem: Sie starten den Übersetzungsvorgang mit dem Befehl make x. Das generierte Programm trägt anschließend den Namen adamem.
XCPC: Geben Sie den Befehl make -f Makefile.Linux clean all ein. Das Programm wird als xawcpc im aktuellen Verzeichnis abgelegt.
Arnold: Sofern Sie über die GTK+- und/oder die SDL-1.2-Entwicklungsbibliotheken verfügen, sollten Sie diese installieren (unter SuSE Linux sind dies die Pakete glib-devel, gtk-devel und sdl-devel). Sie erhalten dann eine leichter zu bedienende Oberfläche bzw. eine beschleunigte Bildschirmausgabe. Wechseln Sie per cd src in das gleichnamige Unterverzeichnis. Nach der Eingabe von ./configure und make wird das Programm eine Verzeichnisebene höher unter dem Namen arnold erstellt.
cpc4x: Geben Sie nacheinander folgende Befehle ein: make -f Makefile.user config, make -f Makefile.user, make -f Makefile.user install. Anschließend befindet sich in Ihrem Heimatverzeichnis ein neues Verzeichnis namens cpc, in dem sich alle notwendigen Dateien befinden. Das Programm hat den Namen cpc4x.bin. Darüber hinaus wurde eine Datei im Unterverzeichnis bin Ihres Heimatverzeichnisses erstellt.
fMSX: Dieser Emulator lässt sich durch einfache Eingabe von make übersetzten. Das fertige Programm trägt den Namen fmsx.
Kasten 3: Rechtliches
Sowohl ausgelesene ROMs als auch Diskettenabbilder werden im Internet wie Freibier angeboten. Vor dem Download sollte man allerdings beachten, dass jegliche Software nach wie vor dem Copyright des jeweiligen Herstellers unterliegt. Wer also nicht über das Original verfügt, erstellt zwangsläufig eine Raubkopie. Verschärft wird das Problem dadurch, dass einige Firmen mittlerweile pleite sind oder der Verbleib der Rechte nach mehreren Auf- und Verkäufen im Dunklen liegt. Um auf Nummer Sicher zu gehen, können Sie auf dem Gebrauchtmarkt ältere Computer und Original-Software erstehen. Gute Anlaufstellen sind hierfür z. B. das Internetauktionshaus eBay [41] und die Firma Sintech [42]. Darüber hinaus gibt es einige Hobbyprogrammierer, die Test- oder Freeware-Programme geschrieben haben (vgl. Kasten Infos).
Da sich die Emulatorengemeinde sehr schnell verändert, bitten wir um Verständnis, falls einige der folgenden Links nicht mehr erreichbar sind oder sich die Adresse geändert hat.
Sinclair
Sinclair Spectrum
Coleco Adam
Amstrad/Schneider CPC
MSX
Allgemeine Seiten zum Thema Emulatoren und die Geschichte der Homecomputer:
Glossar
Emulator
Einige Programmierer versuchen, Computer-Hardware durch Software unter Linux nachzubilden. Die so entstehenden Programme verhalten sich genau so, als wären sie der zugrunde liegende Computer - Sie emulieren die jeweilige Hardware (engl. emulate, nachahmen). Durch die möglichst perfekte Nachahmung ist das Emulationsprogramm (kurz Emulator) sogar in der Lage, Programme des ursprünglichen Computers auszuführen.
ROM
Abkürzung für Read Only Memory, Nur-Lesespeicher. Bezeichnet einen elektronischen Speicherchip, dessen Inhalt nur gelesen werden kann.
Infos
[1] http://rus.members.beeb.net/z81.html: Homepage von z81, dem ZX80/ZX81-Emulator
[2] http://home.t-online.de/home/sinclair_zx81/zx81_wbr.htm: Übersicht über den ZX81-Webring
[3] http://www.zx81kit.co.uk/: Sinclair-Shop in England - hier können noch echte ZX81 bestellt werden
[4] http://www.sinclair-research.co.uk/system/index.html: Sinclair-Research
[5] http://www.nvg.ntnu.no/sinclair/computers/zx81/zx81_pcw0681.htm: Planet Sinclair
[6] http://www.zx-spectrum.net/xzx/: Homepage des Emulators xzx
[7] http://www.inf.bme.hu/~mszeredi/spectemu/: Homepage des Emulators Spectemu
[8] http://www.void.jump.org/x128/: Homepage des Emulators X128
[9] ftp://ftp.nvg.unit.no/pub/sinclair/snaps/discmag/emulate: Emulate! - The Spectrum Emulator Magazine
[10] http://zx-museum.org.ru/: Spectrum Museum
[11] http://www.void.jump.org/faq/: ZX Spectrum FAQ
[12] http://www.nvg.unit.no/spectrum/stevo/gamefaq/gamefaq.htm: The Spectrum FAQs
[13] http://www.nvg.unit.no/spectrum/stevo/: Stephen Smith's Collection
[14] http://www.sintech-shop.de: Spectrum User-Club / Sintech-Shop
[15] http://www.komkon.org/~dekogel/adamem.html: Homepage des Emulators Adamem
[16] http://www.csclub.uwaterloo.ca/u/dmwick/adam.html: Coleco Adam Homepage
[17] http://www.colecovision.com/faq.shtml: Colecovision.com
[18] http://arnold.emuunlim.com/: Homepage des Emulators Arnold
[19] http://www.cpcszene.de/~nurgle/: Linux-Version von Arnold
[20] http://xcpc.emuunlim.com/: Homepage des Emulators XCPC
[21] http://www.amstrad-cpc.de bzw. http://www.schneider-cpc.de: Homepage des Emulators cpc4x
[22] http://bricerive.free.fr/cpc/cpcppCore.html: Homepage des Emulators CPC++
[23] http://andercheran.aiind.upv.es/~amstrad/: Verschiedene Dokumente zum CPC
[25] http://dsktools.berlios.de/: Homepage der dsktools
[26] http://www.cs.unc.edu/~llopis/cpc/cpc.html: CPC Forever
[27] http://www.classicgaming.com/museum/faqs/amstradfaq.shtml: Amstrad FAQ
[28] ftp://ftp.lip6.fr/pub/amstrad: Archiv mit Emulatoren und Tools
[29] http://www.amstrad.com: Amstrad Homepage
[30] http://www.komkon.org/fms/fMSX/: Homepage des Emulators fMSX
[31] http://www.faq.msxnet.org: Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu MSX
[32] http://www.msx.org: The MSX Resource Center
[33] http://manuel.msxnet.org/bookmarks/: Manuels Bookmarks
[34] http://www.ascii.co.jp: ASCII Corp (japanische Seite)
[35] http://www.emucamp.com: Emucamp
[36] http://www.zock.com
[37] http://www.8bit-museum.de: 8-Bit-Museum
[38] http://www.old-computers.com/
[39] http://www.classicgaming.com: Classic Gaming
[40] http://www.emuunlim.com: EmuUnlim
[41] http://www.ebay.de: Internetauktionshaus eBay
[42] http://www.sintech-shop.de: Sintech (Verkauf originaler Hard- und Software)



