Home / LinuxUser / 2002 / 08 / Video-CDs und Super-Video-CDs unter Linux erstellen

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Futter für den DVD-Player

Video-CDs und Super-Video-CDs unter Linux erstellen

Fazit

xawtv 3.74 bietet im Zusammenspiel mit den mjpegtools 1.6.0 einen zuverlässigen, flexiblen, qualitativ hochwertigen und schnellen Weg, eigene VCDs oder SVCDs zu produzieren. Insbesondere die mjpegtools müssen, was Qualität und Geschwindigkeit betrifft, den Vergleich mit der kommerziellen Konkurrenz unter Windows nicht scheuen, vom Preis ganz zu schweigen. Allenfalls das Fehlen einer grafischen Benutzeroberfläche stellt eine nicht zu unterschätzende Hürde dar.

Um die man-Page von mpeg2enc zu zitieren: MPEG ist ein "barocker" Standard. Er ist mit Parametern und Optionen überladen, die es dem Einsteiger schwer machen, auf Anhieb gute Ergebnisse zu erzielen oder einen Kompromiss zwischen Qualität und Dateigröße zu finden. Mit den vorgestellten Informationen sollte es jedoch kein Problem sein, diese Komplexität in einem Skript oder hinter einer Benutzeroberfläche mit vernünftigen Voreinstellungen und Parameter-Profilen zu verbergen.

Alternative: Aufnahme mit nuppelvideo/exportvideo

Das Projekt Nuppelvideo [10] von Roman Hochleitner stellt deutlich geringere Hardware-Anforderungen. Die Videodaten können seit der Version 0.5.2 ohne Kompression im NUV-Format abgespeichert werden. Das Aufnahmeprogramm nuvrec nutzt dabei eine andere Strategie als xawtv, um die Synchronisation von Bild und Ton zu gewährleisten. Für jeden empfangenen Frame wird ein Interrupt generiert, der dafür notwendigen Parameter für das bttv-Modul heißt fieldnr=1. Nuppelvideo erwartet deshalb unter anderem folgende bttv-Parameter in /etc/modules.conf:

options bttv    fieldnr=1 gbuffers=2

Das Programm exportvideo [11] von Alexander Olezant konvertiert die Video-Information in das YUV-Format, das dann von den mjpegtools wie oben beschrieben weiterverarbeitet werden kann. Leider zerlegt nuvrec die Video-Information in 2GB große Dateien, obwohl die 2GB-Grenze für Dateien unter Linux schon lange gefallen ist. Um dies zu korrigieren, muss der Code für diese Aufteilung im Quelltext von nuvrec.c entfernt werden (es genügt dafür, nach MAXBYTES zu suchen). Danach müssen nuvrec, nuvplay und exportvideo mit den den C-Definitionen -D_LARGEFILE_SOURCE und -D_FILE_OFFSET_BITS=64 neu kompiliert werden [6].

Die Instruktions-Folge zur Erstellung einer VCD mit Nuppelvideo sieht nach diesen Patches so aus:

nuvrec -r -S1 -W352 -H288 cap
# -r: Raw - Ohne Kompression
# -S1: Quelle Composite-Eingang der TV-Karte
# -W: Width  - Horizontale Aufloesung
# -H: Heigth - Vertikale Aufloesung
nuvplay -e cap.nuv | toolame -b 224 -p 2 -m s /dev/stdin cap.mp2
# -e: extrahiere Audio-Informationen
exportvideo cap.nuv "| mpeg2enc  -f 1 -I 0 -S 800 -B 224 -N -s -o cap.m1v"
mplex -v 1 -f 1 -S800 cap.mp2 cap.m1v -o cap%d.mpg
vcdimager cap1.mpg

Für die Aufnahme einer SVCD muss nur die Auflösung geändert werden, die weitere Verarbeitung geschieht wieder mit den mjpegtools:

nuvrec -r -S1 -W480 -H576 cap
nuvplay -e cap.nuv | toolame -b 224 -p 2 -m s /dev/stdin cap.mp2
exportvideo cap.nuv "| mpeg2enc  -f 4  -q 12 -I 0 -g 6 -G 18 -V 230 -S 800 -B 224 -N -s -o cap.m2v"
mplex -v 1 -f 4 -b 230 -S800 -V  -o cap%d.mpg cap.m2v cap.mp2
vcdimager -t svcd cap1.mpg

Leider weisen Bild und Ton bei Nuppelvideo meistens einen Versatz von mehr als einer Sekunde auf. Zwar kann im Mplex-Schritt über den Parameter -O ein Offset gesetzt werden, um die Synchronität zu erzwingen. Allerdings kann man den genauen Versatz nur durch wiederholtes Ausprobieren verschiedener Werte und Anschauen der resultierenden MPEG-Datei mit einem beliebigen MPEG-Software-Player, wie z.B. mit xine [12] herausfinden.

xine cap1.mpg

Infos

[1] bttv-Treiber: http://bytesex.org/bttv/

[2] xawtv-3.7.4: http://bytesex.org/xawtv/

[3] SuSE-xawtv-rpms: http://www.suse.de/~kraxel

[4] mjpeg-tools 1.6.0: http://mjpeg.sourceforge.net

[5] toolame Audio MPEG encoder: http://sourceforge.net/projects/toolame

[6] Linux Large File Support: http://www.suse.de/~aj/linux_lfs.html

[7] Netwide Assembler: http://freshmeat.net/projects/nasm

[8] vcdimager: http://www.vcdimager.org/

[9] cdrdao: http://cdrdao.sourceforge.net

[10] Nuppelvideo 0.5.2a: http://mars.tuwien.ac.at/~roman/nuppelvideo/

[11] Exportvideo.7e-pre9: http://131.130.199.155/~aoe/mystuff/mpeg2_movie-avipatch/

[12] Xine: http://xine.sourceforge.net

Der Autor

Armin Burkhardt kam als promovierter theoretischer Chemiker auf Umwegen in die IT-Branche. Er hat 1993 seinen ersten Linux-Kernel mit der Versionsnummer 0.99pl13 installiert. Seit dieser Zeit betreut er am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart mit seinen Kollegen im IT-Support Linux und kommerzielle Unix-Varianten. Dank Samba kommen dort auch Windows-Rechner nicht zu kurz.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...