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Futter für den DVD-Player

Video-CDs und Super-Video-CDs unter Linux erstellen

Video-MPEG-Kodierung und Erzeugen des (S)VCD-Image

Im nächsten Schritt muss mit dem Programm yuvscaler das Video auf VCD- bzw. SVCD-Auflösung skaliert werden, falls es nicht bereits entsprechend aufgenommen wurde. Danach komprimiert mpeg2enc die Videoinformation gemäß MPEG, anschließend werden die getrennten Audio- und Video-Streams vom Multiplexer mplex zusammengeführt. All diese Programme sind Teil der mjpegtools. Zum Schluss schreibt der GNU-VCD-Imager vcdimager [8] den kompletten MPEG-Datenstrom zusammen mit den notwendigen Header-Informationen in zwei Dateien (videocd.cue und videocd.bin). Die letzte als stabil gekennzeichnete Version 0.6.2 liefert jedoch beim Schreiben von SVCDs gelegentlich folgende Fehlermeldung:

(assert (_vcd_salloc_get_highest (obj->iso_bitmap) + 1 == 225))

Diese tritt bei Verwendung der Entwicklerversion 0.7.7 nicht mehr auf. Hier sind die zur Erstellung eines kompletten VCD-Image notwendigen Schritte:

cat cap.yuv | yuvscaler -O VCD | mpeg2enc  -f 1 -I 0 -S 800 -B 224 -N -s -o cap.m1v
mplex -v 1 -f 1 -S800 cap.mp2 cap.m1v -o cap%d.mpg
vcdimager cap1.mpg

Tabelle 3: Allgemeine und VCD-spezifische Parameter

Programm Parameter Erklärung
mpeg2enc,mplex -f 1 VCD 2.0 Standardeinstellungen, abweichende Parameter werden ignoriert
yuvscaler -O VCD skaliert den Video-Datenstrom auf VCD-Auflösung (-O SVCD für SVCDs)
mpeg2enc,mplex -o Name der Ausgabedatei, %d ist Platzhalter für den laufenden Datei-Index
mpeg2enc -I 0 Ohne Deinterlacing läuft der Encoder wesentlich schneller.
mpeg2enc -B 224 Audio-Bitrate in kbit/s
mpeg2enc,mplex -S 800 Nach 800 MB (einschließlich Audio entsprechend -B) wird eine neue MPEG-Sequenz gestartet. mplex beginnt eine neue Ausgabedatei, wobei der laufende Index anstelle des Platzhalters %d im Namen inkrementiert wird.
mpeg2enc -N Schneidet hohe Frequenzen ab und dient so als leichte Rauschunterdrückung. Die volle Auflösung erreicht man mit -h statt -N.
mpeg2enc -s Erzeugt einen Sequenz-Header vor jeder Bildergruppe (GOP). Manche DVD-Player brauchen das für den schnellen Vor- und Rücklauf
mplex -v 1 Liefert neben Warnungen und Fehlern zusätzliche Informationen

Da bei einer SVCD die Video-Information mit variabler Bitrate komprimiert wird, sind zusätzliche Angaben notwendig. Hier sind die zur Erstellung eines kompletten SVCD-Image notwendigen Schritte:

cat cap.yuv | mpeg2enc  -f 4  -q 12 -I 0 -g 6 -G 18 -V 230 -S 800 -B 224 -N -s -o cap.m2v
mplex -v 1 -f 4 -b 230 -S800 -V  -o cap%d.mpg cap.m2v cap.mp2
vcdimager -t svcd cap1.mpg

Tabelle 4: SVCD-spezifische Parameter

Programm Parameter Erklärung
mpeg2enc,mplex -f 4 SVCD-Standardeinstellungen, abweichende Parameter werden ignoriert
mpeg2enc -q 12 Die Quantisierung bestimmt die Encoder-Genauigkeit. Je kleiner der Wert, desto präziser arbeitet der Encoder. Gleichzeitig gehen jedoch Rechenzeit und Dateigröße drastisch in die Höhe. Möglich sind Werte zwischen 2 und 31. Werte zwischen 8 und 12 liefern gute Resultate.
mpeg2enc -g, -G Bestimmt die minimale und maximale Größe einer Bildergruppe (GOP) im Daten-Stream. Sind diese Werte verschieden, versucht mpeg2enc, Szenenwechsel und I-Frames (Vollbilder) zu synchronisieren.
mpeg2enc -V 230 Größe des Dekoder-Video-Buffer laut SVCD-Standard. Kann für Software-Dekoder weiter erhöht werden.
mplex -b 230 Größe des Dekoder-Video-Buffer
mplex -V Variable-Bitrate-Multiplexing ist für SVCD erforderlich.
vcdimager -t svcd erzeugt einen SVCD-konformen Header (default: VCD)

Um ein Gefühl für die Auswirkung der einzelnen Parameter zu bekommen, zeigt Abbildung 3 die Größe der MPEG-2-Videodatei des Films "Lola rennt" für verschiedene Quantisierungswerte und in Abhängigkeit von der Verwendung der Parameter -N oder -h. Kennt man die Laufzeit des Films und die Größe des Audio-Streams (im Beispiel 72 MB), kann man vor der rechenintensiven Video-Komprimierung die Parameter so wählen, dass die fertige MPEG-Datei mit 800 MB gerade noch auf einen 80-Minuten-Rohling passt (im Beispiel -N -q 12). Für andere Laufzeiten muss man entsprechend umskalieren.

Abbildung 3: Größe der MPEG-2-Ausgabedatei von "Lola rennt" (Laufzeit 72 Minuten) in Abhängigkeit von den Parametern -q (Quantisierung), -N (Abschneiden hoher Frequenzen) und -h (High Resolution)

Brennen der (S)VCD

Zu guter Letzt wird das Image mit dem Programm cdrdao [9] auf einen Rohling geschrieben. Die Parameter im folgenden Beispiel gelten für einen Yamaha CDR-400t (Treiber generic-mmc) am SCSI-Adapter 0 mit der SCSI-ID 4, LUN 0.

cdrdao write --device 0,4,0 --driver generic-mmc videocd.cue
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