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Dämonische Installation

The Answer Girl

Woher installieren?

Verlässt man den Dialog durch Auswahl des Exit-Menüeintrags, stellt sich nur noch die Frage, woher die Software kommen soll: Wer über eine CD verfügt, ist fein raus und kann den ersten Punkt CD/DVD als Installationsquelle nutzen, Teetrinken gehen und am Ende die "Installation beendet"-Meldung abgenicken.

Hat man hingegen von Diskette gebootet, bleibt nur der Weg über die hoffentlich vorhandene Standleitung, am besten über einen FTP-Server, für den man aus dem Auswahldialog idealerweise einen aus der Nachbarschaft (etwa Germany) wählt. Nun gilt es, die Netzwerkkarte oder das Modem einzurichten (CD-Nutzerinnen haben diese Möglichkeit erst nach der Software-Installation). Für unsere EtherExpress-Beispielkarte aus der Kernel-Konfiguration wäre damit der Eintrag

f
xp0    Intel EtherExpress Pro/100B PCI Fast Ethernet card

die Zeile der Wahl. Wer nicht im eigenen LAN bereits auf IPv6 umgestellt hat, beantwortet die entsprechende Frage mit No. DHCP kann hingegen interessant sein. Im Dialog Network Configuration fragt die Installationsroutine dann die üblichen Parameter ab (Abbildung 6). Wer über's Netzwerk installiert, hat jetzt die letzte Möglichkeit, die Installation abzubrechen, ehe es ans große Warten (es kann sich dabei tatsächlich um Stunden handeln) geht.

Abbildung 6: Netzwerkkonfiguration

Anschließend gibt es die Möglichkeit, den Rechner als Gateway einzurichten und den Super-Server inetd und Internet-Server für FTP, telnet und finger einzurichten – nichts, was man bräuchte, wenn man nicht ohnehin weiß, was man tut. Anonymen FTP-Zugang zur eigenen Maschine gilt es ebenfalls zu verweigern (No), sofern man sich nicht bewusst zu dieser Möglichkeit entschließt.

Hingegen könnte ein NFS-Server für ein eigenes LAN schon wieder interessant sein. Welche Verzeichnisse der an welche Rechner freigibt, legt die Installateurin sofort in der /etc/exports-Datei fest, über deren Syntax sie sich somit vorab informieren sollte. Die wichtigste Taste im gestarteten Texteditor ist [Esc] zum Verlassen; darüberhinaus sollte man dessen in Englisch gehaltenes Menü verstehen.

Die anschließende Frage nach einen NFS-Client will man nur positiv beantworten, wenn man weiß, dass es im LAN einen NFS-Server gibt, der der eigenen Maschine Zugang gewährt.

Bleibt die Entscheidung für ein vorgefertigtes Sicherheitsprofil für die Maschine – moderate security ist für Einsteiger/innen nicht der schlechteste Anfang.

Wer sich entscheidet, die System console settings zu ändern, kann beispielsweise eine andere Keymap oder einen alternativen Konsolen-Font auswählen. Auf die Frage nach der Zeitzone antwortet man abhängig von der Konfiguration der BIOS-Uhr. Steht diese – wie für Windows-lose Rechner empfehlenswert – auf GMT, beantwortet sich die Frage Is this machine's CMOS clock set to UTC? mit Yes, ansonsten mit No. Europe und Germany dürften die Zeitzone der meisten Leser/innen abdecken – und wer zur Sommerzeit installiert, dem oder der wird die Abkürzung CEST tatsächlich sinnvoll erscheinen.

Linux-Binärkompatibilität ist hilfreich für die Zukunft, weshalb sich auch hier ein Yes empfiehlt. Installiert man vom Netz, handelt man sich damit natürlich einen weiteren Download ein.

Ob eine USB-Maus auf Ihrem System ihren Dienst tut, gilt es hingegen von Fall zu Fall zu entscheiden. Im Maus-Konfigurationsdialog wiederum ist bei Nicht-USB-Mäusen erst ein Port (PS/2-Maus, serielle Maus an der ersten oder zweiten seriellen Schnittstelle COM1 bzw. COM2 etc.) und der Typ auszuwählen. Erst dann lohnt sich ein Druck auf Enable zum Testen, ob sich der Maus-Cursor auf der Konsole bewegt. Ist das nicht der Fall, kann man beliebig oft z. B. den Maustyp wechseln. Um bei zufriedenstellender Bedienbarkeit zum nächsten Dialog zu kommen, ist noch die Auswahl von Exit nötig.

Damit es grafisch wird

Hat man die Daten zu Grafikkarte und Monitor bereit, kann man sich an die Konfiguration des X-Servers wagen. Mit xf86cfg steht an dieser Stelle tatsächlich einmal ein grafisches Konfigurationstool zur Wahl – allerdings auch nur deshalb, weil es vom XFree-Team ohnehin mitgeliefert wird. Eventuell bekommt man vorher sogar einen Hinweis, wie man darin seine Maus konfigurieren soll (Abbildung 7).

Abbildung 7: Die angeschlossene Maus wird über /dev/sysmouse mit dem Protokoll SysMouse angesprochen

Abbildung 8: Bei der Konfiguration von XFree 4 kommt xf86cfg zum Einsatz

"Grafisch" heißt allerdings noch nicht "intuitiv". Die grafische Darstellung der Verbindungen zwischen Rechner und der für den X-Server relevanten Peripherie-Geräte zeigt die jeweilige Konfiguration an, wenn man die Maus über einem der skizzierten Geräte verweilen lässt. Klickt man auf eines der Icons in der Werkzeugleiste und hält die Maustaste, kann man aus dem jeweiligen Kontext-Menü den Configure-Eintrag wählen. Auch in den Konfigurationsdialogen gilt es, die Maustaste zu halten, um Einträge aus dem Kontextmenü auszuwählen. Achtung: Soll das gemeinsame Gedrückthalten beider Tasten einer Zweitastenmaus die Funktion einer mittleren Maustaste übernehmen, muss der Maus-Konfigurationsbutton Emulate 3 buttons schwarz unterlegt ausschauen, was sich durch einen Mausklick bewerkstelligen lässt.

Funktioniert die Maus nicht, kann man zwar mit dem numerischen Keypad arbeiten, doch ist es dann besser, den X-Server mit [Strg-Alt-Backspace] abzuschießen und für den neuen Versuch beispielsweise xf86cfg -textmode zu benutzen.

Windows-Tastaturen entsprechen dem Keyboard model Generic 104-key PC, das layout einer deutschen Tastatur wäre als German einzutragen, und wenn [AltGr] funktionieren soll, wählt man bei Xkb options den Punkt Group Shift/Lock Behavior / R-Alt switches group while pressed. An dieser Stelle sind übrigens mehrere Angaben möglich. Apply changes zu drücken, sollte man nicht vergessen, ehe man sein Ok gibt. Wer partout nicht die passenden Einträge findet, kann sich auch die Linux-X-Konfigurationsdatei ausdrucken und die passenden Einträge im Expert-Modus per Hand ausgeben (vorausgesetzt, man verwendet auch dort XFree 4, und die SuSE-8.0-Konfiguration taugt beispielsweise nur bedingt zum Spicken).

Funktioniert die X-Konfiguration partout nicht (so geschehen mit einer "ATI Rage Pro Turbo AGP"-Karte), ist es weise, es an dieser Stelle erst einmal bewenden zu lassen. Wer bei Installationen übers Netz nicht in Gefahr laufen will, wegen einer gescheiterten und unter Umständen sogar die Konsole verwirrenden X-Konfiguration noch einmal von vorn mit dem Download anzufangen, sollte diesen Punkt ebenfalls aufsparen, bis der Rechner gezeigt hat, dass er ordentlich in die FreeBSD-Konsole bootet.

Anschließend kann man zum Beispiel XFree 3.3.6 nachinstallieren, mit dem sich etwa die widerspenstige ATI-Karte nachträglich zur Mitarbeit überreden ließ.

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LinuxUser 06/2012

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