Muss ich das wirklich alles eintippen?

Die Antwort auf diese Frage heißt natürlich: "Nein!" Wenn uns ein Kollege seine Excel-Datei der aktuellen Fußball-WM-Ergebnisse auf einer Diskette in die Hand drückt, brauchen wir tatsächlich nicht mehr unser vielleicht auf einer andere Partition vorhandenes Windows hoch zu fahren - das ist Vergangenheit!

Dafür haben wir unsere Office-Anwendungen, die ein solches Fremdformat lesen können. Aber wenn wir mit den Mtools diese Datei in unseren Rechner holen, benutzen wir natürlich dafür ein grafisches Frontend - die MToolsFM. Mit einem solchen Frontend ersparen wir uns nicht nur die Tipperei, wir sind damit zusätzlich vor der Gefahr des Datenverlusts bei vergessenem umount gefeit.

Überdies soll es in der jüngsten Generation tatsächlich auch Leute geben, die noch niemals ein DOS-Fenster gesehen haben; sie sind einfach mit einem File-Manager aufgewachsen. Warum sollten wir unseren Jüngsten also mit DOS-Kommandozeilen quälen? Und mal ehrlich - wozu sollte man die lernen?

Los geht's

Zuerst einmal müssen wir uns MToolsFM installieren. Das geht sehr einfach. Zuerst muss sichergestellt sein, dass das GTK+ Toolkit Version 1.2 installiert ist. Da ich aber davon ausgehe, dass jeder das recht bekannte GIMP bei sich laufen hat, erfüllt er damit diese Voraussetzung. Und natürlich die Mtools müssen vorhanden sein (klar). Ein Download der Pakete zum Beispiel über [2] liefert ein RPM-Paket für Red Hat, SuSE oder Mandrake, dass sich mit der folgende Zeile einfach installieren lässt:

rpm -i MToolsFM-1.9-3i386.rpm

Andere Distributionen (Debian, Corel Linux OS) bekommen ebenfalls über [2] das neueste Debian-Paket und installieren mit dieser Zeile:

dpkg -i mtools_3.9.7-1_i386.deb mtoolsfm_1.9-3-0.potato_i386.deb

Diese beiden Pakete sind auf der CD enthalten. Die Installation erfolgt als root. MToolsFM lässt sich schließlich mit folgender Eingabe von der Kommandozeile aus starten:

MToolsFM &

Oder man setzt sich einen Link auf seinen Desktop. Was nun erscheint ist ein sehr übersichtlicher Schirm mit zwei Comboboxen. In diesen Boxen werden die Dateien und Verzeichnisse aufgelistet; anhand des kleinen grafischen Symbols vor dem Namen wird sofort ersichtlich, was ein Verzeichnis ist und was eine Datei.

In ein Verzeichnis bewegt man sich durch einen Doppelklick hinein und durch einen Doppelklick auf das Verzeichnis .. wieder hinaus. Schön ist, dass die Darstellung zwischen tatsächlich vorhandenen Verzeichnissen und Links darauf unterscheidet (erkenntlich am Pfeil).

Abbildung 1: Ein Verzeichnis mit Verzeichnissen, Dateien und Links auf solche

Auf beiden Seiten gibt es rechts über der Combobox ein kleines Pulldown-Menü, in dem man eines der den Mtools bekannten DOS-Dateisysteme auswählen kann. Beispielsweise a: für Diskette. Der Eintrag Harddisk bedeutet dabei das aktuelle Linux-Verzeichnis.

Die Konfiguration erledigt man am besten sofort. Dafür muss eine Datei mit spezieller Gestalt unter /etc/mtoolsfm.conf angelegt werden. Am einfachsten ist es wenn Sie das Programm einmal mit

MToolsFM

starten und dann in den Hauptmenüpunkt Optionen/MToolsFM konfigurieren... gehen. In das Fenster tippen Sie für jedes DOS-Dateisystem, das Sie besitzen, den entsprechenden Buchstaben ein. Wenn Sie nicht genau wissen, welcher das ist, hilft Ihnen sicher ein Blick in die Datei /etc/mtools.conf weiter.

Hier können Sie beispielsweise ablesen, dass Ihr erstes Diskettenlaufwerk unter dem Device /dev/fd0 angesprochen wird und Sie den Buchstaben a im Konfigurationsfenster eintragen müssen.

Jetzt klicken Sie einmal auf den OK-Knopf, wodurch eine Datei .mtoolsfm erstellt wird. Die kopieren Sie einfach als User root in die Datei /etc/mtoolsfm.conf und vergessen bitte nicht mittels

chmod 644 /etc/mtoolsfm.conf

ein Leserecht für alle darauf zu vergeben, wenn die Datei dies nicht schon hat. Fertig.

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