Füg mich ein

Die Serienbrieffunktion gibt sich wieder etwas benutzerfreundlicher. Bei der Erstellung des Brieflayouts kann man von Applixware erwartungsgemäß keine große Hilfe erwarten; an das automatische Setzen von Falzmarken ist erst gar nicht zu denken. Hat man den Rohbrief erstellt, werden die Mischbefehle eingefügt. Dabei muss dem Benutzer bekannt sein, mit welchen Bezeichnern die Spalten der Datenbanktabelle beschriftet sind. Diese müssen vom Benutzer unter Vermeidung von Tippfehlern in ein Dialogfenster eingegeben werden.

Abbildung 30: Die Befehle innerhalb der eckigen Klammern werden beim Mischvorgang gegen die entsprechenden Adressdaten ausgetauscht

Die Adressdaten selbst müssen als Tabelle innerhalb eines Applix-Words-Dokumentes in einem ganz bestimmten Format vorliegen.

Abbildung 31: In diesem Format müssen die Adressen für die Serienbrieferstellung vorliegen

Ein Import unserer Outlook-Daten ist mit Hilfe der integrierten Text-zu-Tabellen-Funktion schnell erledigt. Adressen, die später nicht in den Brief eingefügt werden sollen, müssen hier komplett gelöscht werden. Der Mischvorgang wird anschließend im Drucken-Fenster des Briefes gestartet. Ein Adressbuch oder andere Datenquellen sind nicht vorhanden bzw. können nicht eingebunden werden.

Eine magere Vorstellung liefert die Bucherstellung. Bei der einzigen Vorlage zu diesem Thema fehlen ein Titelblatt und eine vernünftige Kapitelnumerierung. Letztere wird durch den Einsatz normaler Variablen simuliert. Eine automatische Übernahme der Kapitel in die Kopfzeile ist nicht möglich. Die im Buch-Template enthaltenen Stilvorlagen sind mehr als dürftig und werden bei der Erstellung eines Buches wohl kaum ausreichen. Applixware 5 unterstützt zwar das Erstellen von Inhaltsverzeichnis, Index und Glossar, einen Einfluss auf das Layout hat der Anwender - wenn überhaupt - aber nur marginal. Für die Erstellung des Inhaltsverzeichnisses muss zunächst eine Absatzvorlage erstellt werden. Alle Textteile, die mit dieser Vorlage formatiert wurden, fügt Applix Words anschließend in das Inhaltsverzeichnis ein. Mehrere separate Dokumente lassen sich zu einem großen zusammensetzen, indem man sie über Links in das Hauptdokument einfügt.

Erstaunlicherweise sind die Tabellen- und Formelfunktionen äußerst annehmbar. Letztere klickt man im passenden Editor grafisch zusammen, wobei das Ergebnis sofort angezeigt wird. Komfortabler geht es kaum. Interessant ist auch der Formularmodus: Ist er in einem Dokument aktiviert, können nur noch die zuvor eingefügten Formularfelder ausgefüllt werden - der restliche Text bleibt für die Bearbeitung gesperrt.

Das Niveau des Applix HTML Author liegt etwas unterhalb dem des Netscape Composers, wobei sich seine Bedienung an die von Applix Words anlehnt. Interessanterweise sehen die Ergebnisse in seinem Fenster anders aus als die gespeicherte HTML-Datei.

Abbildung 32: Das Dokument im Applix HTML Author vor…
Abbildung 33: …und nach dem Speichern

Warum zum Editieren von Internet-Seiten ein zusätzlicher Editor geschaffen wurde, leuchtet uns nicht ganz ein, schließlich exportiert Applix Words HTML-Seiten in derselben, schlechten Qualität.

Einfache Zellen

Die Tabellenkalkulation führt das magere Eingabehilfenkonzept der Textverarbeitung fort. So existiert zwar eine automatische Ergänzung der Inhalte, die aber bereits bei der logischen Fortsetzung der Monatsnamen die Segel streicht. Interessanterweise behauptet das Handbuch hartnäckig genau das Gegenteil. Der Umfang der verfügbaren Funktionen ist ordentlich und sollte für normale Zwecke ausreichen. Als Spezialfunktionen beherrscht Applix Spreadsheets einfache Prognosetabellen und Zielwertsuche. Externe Daten wie z. B. Aktienkurse aus dem Internet werden wie eine normale, schreibgeschützte Datei importiert. Allerdings kann die Tabellenkalkulation nicht mit HTML-Dateien umgehen. Diagramme lassen sich komfortabel in nur drei Schritten aus einem markierten Bereich erstellen. Der Euro ist zwar als Symbol bekannt, automatische Umrechnungen von und in alte Währungen müssen jedoch per Hand erfolgen.

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