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Desktop und Zip-Archive schützen

Kennworte bieten schnell eingerichteten Schutz vor neugierigen Blicken

Dateien schützen durch Kennwort geschützte Archive

Mehrere Dateien können Sie verschlüsseln, wenn Sie sie in einem Archiv ablegen. Diese Archive - komprimiert oder auch in normaler Form - können mit einem Kennwort geschützt werden. Dazu brauchen Sie unter Windows keine zusätzliche Software: Diese Funktion wird standardmäßig angeboten. KDE bietet dafür ein kleines Tool, den Kfilecoder.

Unter Windows legen Sie einen Zip-komprimierten Ordner genau wie jeden anderen auch an: Im Windows-Explorer öffnen Sie das Verzeichnis, in dem Sie einen Zip-komprimierten Ordner erstellen möchten, und klicken mit der rechten Maustaste in das geöffnete Verzeichnis. Im Kontext-Menü wählen Sie Neu/ZIP-komprimierter Ordner. Windows erstellt nun den neuen komprimierten Ordner. Der Umgang mit diesem Ordner unterscheidet sich nicht von einem normalen Ordner. Sie erkennen ihn unter XP am Reißverschluss-Symbol.

Abbildung 4: Der Reißverschluss zeigt an, dass es sich um einen komprimierten Ordner handelt

Öffnen Sie den komprimierten Ordner und wählen in der Menü-Leiste Datei/Ein Kennwort hinzufügen. Tragen Sie das Kennwort ein und bestätigen es durch eine erneute Eingabe. Die Daten im Ordner werden nun verschlüsselt. Sie können anschließend den Ordner öffnen und sehen, welche Dateien er enthält. Aber die einzelnen Dateien lassen sich nur noch nach Kennworteingabe öffnen.

Linux verschlüsselt

Mit KDE erledigt das Komprimieren und Verschlüsseln der Dateien der Kfilecoder. Das Programm ist Bestandteil der SuSE-Distribution und muss eventuell über YaST2 nachinstalliert werden. Geben Sie im Schnellstarter (Aufruf mit [Alt+F2]) kfilecoder ein.

Zunächst erstellen Sie ein neues komprimiertes Archiv. Als Komprimierungsmodus stehen Gzipund Bzip2zur Auswahl. Über Options/Compression in der Menü-Leiste gelangen Sie zum Auswahl-Menü. Sie können Kfilecoder auch für "normale", nicht komprimierte Ordner nutzen: Dazu wählen Sie None als Komprimierungsmodus.

Klicken Sie auf den Symbol-Button Neu und legen Sie Name und Speicherort des neuen Ordners fest.

Abbildung 5: Legen Sie Name und Speicherplatz des geschützten Ordners fest

Im Dateimanager erscheint der geschützte Ordner nicht mit einem Ordnersymbol, sondern standardmäßig mit einem Fragezeichen und der Datei-Endung @L: *.kfc. Nach dem Klick auf OK erscheint die Eingabemaske für das Passwort. Mit dem Kennwort werden die im Ordner abgelegten Daten verschlüsselt. Wählen Sie auch hier ein sicheres Passwort, sonst ist der Aufwand sinnlos.

Abbildung 6: Wählen Sie ein sicheres Passwort mit mindestens acht Zeichen inklusive Ziffern und Sonderzeichen

Sie müssen das Kennwort nicht nur bei der Festlegung zweimal eingeben, sondern auch bei jedem Öffnen des Archivs. Das ist etwas umständlich, denn es erhöht nicht die Sicherheit. An Verschlüsselungsalgorithmen stehen PC1 und IDEAzur Wahl. Beide Algorithmen benutzen einen 128-Bit-Schlüssel und sind damit ziemlich schwer zu knacken.

Abbildung 7: Eine Verschlüsselung mit einem 128-Bit-Schlüssel ist schwer zu knacken

Das Archiv ist nun erstellt, aber noch ohne Inhalt. Klicken Sie auf Archive in der Menüleiste und wählen Add files, wenn Sie Dateien hinzufügen wollen, oder Add directory, wenn es ein ganzer Ordner sein soll. Suchen Sie die entsprechenden Dateien bzw. Ordner in Ihrem System. Beim Versuch, Ordner in das Archiv zu kopieren, stürzte der Kfilecoder leider mit schöner Regelmäßigkeit ab. Alle hinzu gefügten Dateien werden im Hauptfenster des Tools aufgelistet.

Abbildung 8: Der Inhalt des geschützten Archivs wird von Kfilecoder angezeigt

Per Drag & Drop können Sie keine Dateien ins Archiv stellen. Allerdings können Sie ein mit Kennwort geschütztes Archiv aus einem Dateimanager heraus öffnen: Klicken Sie es an, startet automatisch Kfilecoder, und es erscheint die Aufforderung zur Passworteingabe. Sie können also (anders als unter Windows) ohne das Passwort nicht den Inhalt eines geschützten Archiv betrachten.

Achtung: Wenn Sie eine Datei in ein geschütztes Archiv stellen, bleibt das Original erhalten. Sie müssen es also löschen, um es vor unerwünschtem Zugriff zu schützen.

Glossar

Gzip

Gzip steht für GNU Zip. In diesem Format komprimierte Archive enden auf tar.gz.

Bzip2

Bzip2 ist ein neuerer Komprimierungsstandard, dessen Archive auf tar.bz2 enden.

PC1 und IDEA

PC1 ist ein "Stream-Verschlüssler": In Abhängigkeit von einem Schlüssel variabler Länge wird eine Byte-Folge erzeugt, die man als individuellen Schlüssel (One Time Pad) nutzt. Die Stream-Chiffren gehören zu den symmetrischen Verschlüsselungsverfahren. Der International Data Encryption Algorithmus ist ein Blockalgorithmus mit einer Blockgröße von 64 Bit und einer Schlüssellänge von 128 Bit. Er wurde bisher nicht geknackt und wird zum Beispiel von PGP verwendet.

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