Bewährt, nicht alt

Die Heimat von ROX finden Sie unter http://rox.sourceforge.net/, wo Sie auch neuere Versionen als die auf der Heft-CD finden. Der beiliegende Silberling enthält das letzte stabile Release, während eine auf der Homepage zu findende neuere Version eine Portierung auf GTK+ 2 darstellt, die als Development Release (also für Entwickler gedacht und nicht zwangsläufig stabil und fehlerfrei) gekennzeichnet ist. Ein Datei-Manager im Versuchsstadium soll jedoch nicht Gegenstand von deskTOPia sein, weshalb wir uns an dieser Stelle auf die bewährte Version beschränken …

Geschrieben und entwickelt wird ROX bislang hauptsächlich von Thomas Leonard, der unter Linux einige Funktionen seines vorigen Betriebssystems – namentlich RISC OS – vermisste. So steht der Name denn auch für "RISC OS on X"; die Software ist frei unter der General Public License (GPL) verfügbar.

Eingespielt

Für jede größere Distribution existieren fertige Pakete, die nur noch mit Distributionsmitteln eingespielt werden müssen. Doch auch der Source ist verfügbar, der sich ebenfalls ohne Mühen installieren lässt (Kasten 1).

ROX teilt sich in zwei Pakete auf: Das sogenannte Base-Paket richtet dem eigentlichen ROX-Paket die nötige Arbeitsumgebung ein. Es enthält die von ROX-Filer benötigten Informationen zu den (etwa aus der letzten deskTOPia-Ausgabe [4] bekannten) MIME-Typen mitsamt passender Icons und muss als Erstes installiert werden. Im eigentlichen ROX-Paket befindet sich der Datei-Manager ROX-Filer, der den gesamten Desktop mit all seinen Funktionen stellt.

Kasten 1: ROX aus dem Source

Um ROX aus dem Source-Code zu übersetzen, benötigen Sie GTK+ in der Version 1.2 oder höher inklusive Entwicklerpaket (gtk-dev, gtk-devel o. ä.) mit den Header-Dateien. Ebenfalls installiert sein muss das Entwicklerpaket der Bibliothek glib (oft auch libc6 genannt) sowie die vollständige libpng-Library. All dies dürfte keiner Distribution der letzten Jahre fehlen. Die gesamte Installation gestaltet sich dann recht anwenderfreundlich: Als User root entpacken Sie die beiden Archive, wechseln in die hierbei neu erstellten Verzeichnisse und starten dort jeweils das Skript install.sh:

tar -xvzf rox-base-1.0.2.tgz
cd rox-base-1.0.2
./install.sh
tar -xvzf rox-1.2.0.tgz
cd rox-1.2.0
./install.sh

Der sonst übliche Dreisatz mit ./configure, make und make install findet hier keine Anwendung; er ist in install.sh zusammengefasst. Diese Vereinfachung mag den User erfreuen, erschwert jedoch bei Misserfolg die Fehlersuche.

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