aufm.jpg

RISC rocks

Jo´s alternativer Desktop: ROX

01.07.2002
Ein Window Manager ist Ihnen zu wenig und KDE oder GNOME zu viel? Machen Sie aus Ihrem Fenster-Verwalter einfach ein Environment!

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Linux mag zu Recht mit einigem Stolz sein Zehnjähriges feiern, doch abseits der beliebten Desktop-Oberflächen KDE und GNOME wird eines recht schnell deutlich: Dieses System wurde nicht von Marketingstrategen erdacht, um es zu verkaufen, sondern von Programmierern, die eigene Ideen rund um ihr Arbeitspferd verfolgten. Und so wirkt manches für den einen oder anderen Umsteiger doch etwas befremdlich: Plötzlich sollte man wissen, welche Dateien man besitzt, was sie bezwecken, und wo sie am besten gelagert werden.

User-Sicht

Der Wunsch nach "intuitiver" Bedienung wurde und wird daher immer lauter: Der Computer soll einfach verwendet werden können. Nicht die Dateien interessieren den Normal-User, sondern die Verfügbarkeit gewünschter Informationen.

Zwar gehen die Meinungen über effektives Arbeiten am (Linux-) Rechner weit auseinander – vom puristischen Arbeiten an einer Eingabeaufforderung bis zum Verbannen der Tastatur zugunsten der Maus ist alles vertreten – doch letztlich bleibt ein Unix-Grundsatz unumstößlich: "Alles ist eine Datei". Wer z. B. auf ein Diskettenlaufwerk zugreifen möchte, findet dieses unter /dev/fd0 und kann mit einem darin befindlichen Datenträger umgehen, als wäre er eine einzige Datei. Systeminformationen werden sowieso in Dateien aufbereitet, wie der deskTOPia-Artikel zu ProcMeter3 [1] verdeutlichte.

So muss der intuitive Desktop in erster Linie komfortabel mit Dateien umgehen können – sei es beim Verschieben auf Diskette, dem Erstellen eines Links auf dem Desktop oder eines Verweises auf ein Programm im Startmenü. Auch Drag&Drop ist meist nichts weiter als eine Dateioperation. Letztlich verstecken sich dahinter immer Aufgaben, für die ein Datei-Managers prädestiniert ist.

Nachhilfe

Ein Kernbestandteil jeder modernen Desktop-Umgebung ist daher der Datei-Manager. Bei entsprechendem Funktionsumfang kann er einen Window Manager ergänzen, so dass die Summe aus beiden unter Umständen ein Desktop Environment ergibt, das Drag&Drop, aufeinander abgestimmtes Datei-Handling, Session-Management und Desktop-Icons beherrscht.

Zwei solche speziellen Datei-Manager waren bereits deskTOPia-Thema: DFM [2] und XFTree innerhalb des Artikels zum Desktop-Environment XFce [3]. Etwas umfangreicher und komfortabler fällt ROX-Filer aus, das Herzstück des ROX-Desktops. Er erkauft sich seinen Komfort und seine Funktionsvielfalt allerdings durch höhere Anforderungen an seinen Partner, den Window Manager: Nur wenn dieser GNOME-kompatibel ist, stehen alle Funktionen zur Verfügung. Einsetzen lässt sich der ROX-Desktop aber auch mit einfacher geschnitzten Fenster-Managern.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Jo´s alternativer Desktop: ROX (2)
    Ihren ROX-Desktop konnten Sie bereits im letzten Heft aufsetzen – in dieser Ausgabe kommen die "Plugins" für diesen Desktop-Browser zum Zug.
  • deskTOPia: Panelizer
    Einfache Window-Manager haben gegenüber einer Desktop-Umgebung viele Vorteile: Sie sind klein, schnell und hochgradig konfigurierbar. Meistens fehlt jedoch ein Panel, das der Arbeitsumgebung zusätzliche Funktionen beschert.
  • deskTOPia: SuxPanel
    Platz für ein Panel ist auf dem kleinsten Desktop. Hat der Fenstermanager kein passendes im Gepäck, rüsten Sie einfach selbst eines nach: zum Beispiel das SuxPanel.
  • Rox-Filer 2.9
    Der schlanke Dateimanager Rox-Filer bringt in der neuen Version Inotify-Support mit und lässt Backslashes beim Umbenennen von vielen Dateien zu.
  • deskTOPia: wmdrawer
    Programmstarter gibt es wie Sand am Meer. Um nicht nur einer von vielen zu sein, muss eine solche Anwendung schon besondere Features bieten: so wie wmdrawer.
Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_09

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...
Öhm - wozu Benutzername, wenn man dann hier mit Klarnamen angezeigt wird?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:30, 1 Antworten
Hallo Team von Linux-Community, kleine Zwischenfrage: warum muß man beim Registrieren einen Us...