Home / LinuxUser / 2002 / 06 / TrueType-Schriften unter Linux installieren

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Es werde Schrift

TrueType-Schriften unter Linux installieren

01.06.2002

Das Übertragen von Windows-Schriften auf ein Linux-System ist einfacher, als man denkt. Wir geben eine Fünf-Minuten-Anleitung.

Nach der Installation einer Linux-Distribution sieht die vorhandene Schriftenlandschaft in der Regel recht trostlos aus. Dieser Mangel beruht auf der Tatsache, dass auch Schriften dem Urheberrecht unterliegen. Bei ihrer Produktion betreiben die verschiedenen Hersteller einen nicht unerheblichen Aufwand, den der Kunde entsprechend gut bezahlen soll.

Als Faustregel gilt: je höher die Qualität, desto teurer die Schrift. Diese kommerzielle Politik verträgt sich leider nicht mit dem Open-Source-Gedanken von Linux. Und so kommt es, dass man die Palette der vorhandenen Schriften selbst erweitern muss.

Ein weiteres Problem verursachte bislang das Dateiformat: In der Windows- und Macintosh-Welt werden Schriften meistens im TrueType-Format ausgeliefert (erkennbar an der Endung ttf). Bis vor kurzem konnte die grafische Oberfläche von Linux noch nicht mit diesem Format umgehen.

Wer seine Schriften bis dato von Windows auf den Linux-PC holen wollte, musste sie recht umständlich konvertieren. Seitdem aber in den Distributionen Version 4 von XFree86 werkelt, ist auch diese Hürde endgültig genommen.

Um die Liste der verfügbaren Schriftarten unter Linux zu erweitern, benötigen Sie zunächst die Schriften selbst. Unter Windows finden Sie diese im Unterverzeichnis c:\windows\fonts. Bitte beachten Sie, dass einige Schriftarten aus mehreren Dateien bestehen. So existieren z. B. für die berühmte Times New Roman gleich vier Dateien: je eine für normalen, kursiven, fetten und kursiv-fetten Schnitt. Fehlt später eine dieser Dateien, ist der entsprechende Schnitt nicht verfügbar.

Wohin unter X?

Zur besseren Übersicht sammelt XFree86 alle Schriften im Verzeichnis /usr/X11R6/lib/X11/fonts. Dort befinden sich weitere Unterverzeichnisse, die noch einmal die verschiedenen Schriften in Gruppen unterteilen. Obwohl die Schriften auch in jedem anderen Verzeichnis abgelegt werden können, sollten Sie auch Ihrer eigenen Sammlung dort ein Zuhause geben. SuSE Linux hält für diese Zwecke sogar extra ein leeres Verzeichnis mit dem Namen truetype bereit.

Um die eigenen Schriftarten zu installieren, melden Sie sich zunächst als Benutzer root an. Erstellen Sie im genannten Schriftartenverzeichnis von XFree86 ein neues Unterverzeichnis. (SuSE-Linux Benutzer können das truetype-Verzeichnis verwenden.) Kopieren Sie anschließend die gewünschten Schriften dort hinein. Öffnen Sie als nächstes ein Terminal-Fenster und wechseln Sie in das neue Verzeichnis mit den TrueType-Schriften.

Geben Sie nun den Befehl ttmkfdir -o fonts.dir ein. Hierdurch wird ein Index erstellt, mit dessen Hilfe XFree86 die Schriften korrekt einbinden kann. Jedes Mal, wenn Sie später eine weitere Schriftartendatei hinzufügen, müssen Sie diesen Befehl erneut ausführen. ttmkfdir selbst liegt jeder guten Linux-Distribution bei. Sollte dies wider Erwarten nicht der Fall sein, finden Sie das Programm im Internet unter http://www.joerg-pommnitz.de/TrueType/xfsft.html.

Zum Abschluss müssen Sie XFree86 noch das neue Verzeichnis mitteilen. Hierzu können Sie in der Regel das Konfigurationsprogramm Ihrer Distribution heranziehen. Unter SuSE ist dies z. B. SaX2. Dort fügen Sie neue Schriftenverzeichnisse im Abschnitt über die Tastatureinrichtung (unter Schriften, bzw. Fonts) hinzu. Alternativ öffnen Sie mit einem Texteditor die Konfigurationsdatei XF86Config-4 im Verzeichnis /etc/X11. Ist diese Datei nicht vorhanden, verwenden Sie stattdessen die XF86Config. Direkt am Anfang befinden sich Einträge der Form FontPath "<Pfad>". Fügen Sie diesen Zeilen eine weitere, gleichlautende hinzu. <Pfad> ersetzen Sie dabei durch das Verzeichnis mit den TrueType-Schriften. Speichern Sie die Konfigurationsdatei ab.

Ist die Einrichtung abgeschlossen, müssen Sie nur noch die grafische Oberfläche neu starten. Dies geschieht in der Regel durch simples Ab- und Anmelden. Anschließend sollten die Schriften zur Verfügung stehen. Bitte beachten Sie, dass einige Programme (z. B. StarOffice) ihre eigene Schriftenverwaltung mitbringen. Die in diesem Artikel eingebundenen Schriften tauchen dann dort nicht auf.

Wem die obige Prozedur zu aufwendig erscheint, der kann auch auf eines der vielen Hilfsprogramme, wie z. B. KFontInstaller (http://www.cpdrummond.uklinux.net/kfontinst), ausweichen.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

3669 Hits
Wertung: 0 Punkte (1 Stimme)

Schlecht Gut

Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...