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Sicher im Netz

Surfen via Junkbuster

Die Browser

Überall in der Welt des Datenverkehrs stoßen Sie auf auf den Begriff Header, der die Kopfzeile einer Übertragung bezeichnet. Datenpakete tragen Header ebenso wie eine Mail oder ein Newsgroup-Posting. Auch ein Browser schickt unter anderem Header an den Webserver, wenn Sie eine Web-Seite aufrufen. Wie diese Header und Daten beschaffen sind, prüfen und verraten Ihnen Seiten wie http://www.privacy.org.

Jetzt unterrichten Sie die Browser, wo sie Ihren neuen Proxy findet. In der Menüleiste des Netscape 6.2 wählen Sie die Buttons Edit/Preferences/Advanced/Proxies, klicken auf die Auswahl manual proxy configuration und schreiben localhost oder 127.0.0.1 in das erste Feld des Abschnitts HTTP Proxy. In den Bereich mit dem Namen Port tippen Sie die Nummer 8000, denn dort läuft Junkbuster. Aber es gibt nicht nur Netscape in der weiten Welt des Web. Für den Textbrowser w3m editieren Sie in der Konfigurationsdatei ~/.w3m/conf die Zeile http_proxy wie folgt:

http_proxy http://localhost:8000

Einen ähnlichen Eintrag wünscht ebenfalls der Textbrowser lynx. Er möchte die Zeile jedoch als Umgebungsvariable in der Datei ~/.profile, ~/.bashrc oder systemweit in /etc/profile. w3m reagiert ebenfalls auf diese Variable:

export HTTP_PROXY=http://localhost:8000

Nachdem Sie Ihre Browser auf den lokalen Proxy hin eingerichtet haben, wählen Sie sich bei Ihrem Provider ein und surfen zur Kontrollseite des Junkbusters. Unter der URL…

http://internet.junkbuster.com/cgi-bin/show-proxy-args

…erscheint der Schriftzug You are using the Internet JUNKBUSTER TM", wenn das Spiel zwischen Browser und Proxy stimmig ist. Nun wagen wir uns an die Konfiguration des Junkbusters. Ein Hinweis sei jedoch vorneweg gestattet: Nach jeder Änderung in der Konfiguration benötigt Junkbuster einen Neustart, um die editierten Einträge in den Arbeitsablauf aufzunehmen.

Spurensicherung

Suchmaschinen wie Google finden beinahe jede Kleinigkeit für Sie, und durch einen Klick landen Sie auf der gewünschten Webseite. Ihr Browser erinnert sich jedoch, woher Sie kamen, und speichert diese Information für Dritte abrufbereit im sogenannten Referer-Header.

Auf diese Weise folgt der Betreiber des Webservers oder der Webseite Ihren Spuren und erkennt, von welchem Punkt des Netzes Sie den Weg zu ihm gefunden haben. Um das zu ändern, öffnen Sie in Ihrem Lieblingseditor die Hauptkonfiguration von Junkbuster, die Datei /etc/ijb/junkbstr.ini. Dort entdecken sie, vorzüglich kommentiert, die Zeile referer. Mit dem Eintrag ist jetzt schon eine Spur Ihres Netzlebens getilgt.

referer http://localhost.local

Freilich identifiziert sich Ihr Browser mit seiner Versionsnummer und dem Betriebssystem am Webserver. Wenn Sie sich immer schon an Einstiegsseiten mit dem Kommentar Optimiert für Microsoft IE gestoßen haben, verspricht folgende Zeile in /etc/ijb/junkbstr.ini Abhilfe:

user-agent MSIE 7.0 (Mozilla/7.0 (compatible; MSIE 7.0 Win95))

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Netscape sendet, nicht standard-konform, die Information des User-Agent ebenfalls nach einer serverseitigen Javascript-Abfrage und umgeht so den lokalen Proxy. Sie haben also die Wahl, Javascript abzuschalten oder eine eigene user.js für den Netscape zu erstellen [4].

Sollten Sie als Netscape-Nostalgiker eine Version fahren, die kleiner als 2.02 ist, wird Sie vielleicht der folgende Eintrag interessieren, denn der Browser plappert ungefragt Ihre Mail-Adresse ins Internet:

from not@4.you

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LinuxUser 06/2012

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