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StarOffice 6.0 Preview im Test

Keine Überraschungen

Anlässlich der CeBIT 2002 verteilte Sun eine Laufzeit-beschränkte Vorabversion von StarOffice 6.0. Wir haben das Büropaket unter die Lupe genommen.

Sun wird für das neue StarOffice 6 Paket wieder Lizenzgebühren verlangen. Dies gilt gleichermaßen für private und kommerzielle Nutzung. Um den potentiellen Käufern einen Vorgeschmack auf die kommende Version zu geben, verteilte Sun auf der CeBIT ein Päckchen namens "StarOffice 6.0 Preview". Dessen Laufzeitbeschränkung bis zum 30.06.2002 lässt darauf schließen, dass die finale Version spätestens zu diesem Zeitpunkt erhältlich ist. Laut Sun ist die Preview-Version mit dem Endprodukt vollkommen identisch - diese Aussage war für uns Anlass genug, bereits jetzt ein paar prüfende Blicke auf das Office-Paket zu werfen.

Sehr roter Rotstift…

Schon bei der benutzerdefinierten Installation fällt auf, dass einige Komponenten gegenüber der Vorgängerversion fehlen (Abbildungen 1a und 1b).

Abbildung 1a: Ausschnitt aus der benutzerdefinierten Installation von StarOffice 5.2
Abbildung 1b: In der benutzerdefinierten Installation von StarOffice 6 wird bereits sichtbar, dass einige Komponenten gegenüber der Vorversion fehlen

Spätestens bei der Arbeit mit dem Office-Paket wird schnell zur Gewissheit, dass Sun offenbar an zu vielen Stellen den Rotstift angesetzt hat: Bereits vor dem Start weisen die vielen Einträge im Startmenü auf den fehlenden Desktop hin. Nach dem Willen von Sun soll an seine Stelle die jeweilige Betriebssystemoberfläche treten. Um dies zu erreichen, möchte Sun das Office-Paket besser in die unterstützten Plattformen (Linux, Windows und Solaris) einbinden. Unter Linux besteht diese Integration lediglich in der Möglichkeit, die einzelnen Komponenten vom Startmenü aus aufzurufen oder ein Dokument per Mausklick zu öffnen.

Abbildung 2: Das neu gestaltete Startmenü enthält nun für jede Aufgabe einen Eintrag

Schnellstartleisten oder ähnliche Annehmlichkeiten sucht man vergebens. Optional reanimieren lässt sich der StarOffice-Desktop übrigens nicht - er wurde komplett entfernt. Seine wenigen Fans werden sich zwangsweise umstellen müssen. Mit dem Desktop gingen auch der brauchbare Explorer und der Beamer. Wer sich an die schnelle Navigation mit den beiden Helfern gewöhnt hat, wird von der Entscheidung enttäuscht sein. Ebenfalls komplett gestrichen wurden der integrierte E-Mail-Client und der Terminkalender. Um die E-Mail-Funktionen nicht ganz zu verlieren, kann ein externes Mail-Programm eingebunden werden. Dieser Schritt wird mit Benutzerumfragen begründet, nach denen die genannten Funktionen in StarOffice 5.2 kaum genutzt würden. Dies mag unter Windows mit der dort herrschenden Allmacht Outlooks gelten; unter Linux wird sich aber so mancher nach einem alternativen Terminplaner umsehen müssen.

…und weitere Abstriche

Wer aufmerksam die Abbildungen 1a und 1b betrachtet, wird feststellen, dass noch weitere Anwendungen fehlen: Image (Bitmap-Malprogramm), Chart (Diagramme) und Base (Datenbank). Diese Komponenten wurden in die bestehenden Applikationen integriert, so dass sie als eigenständige Module fortan nicht mehr benötigt werden. Dies mag in der Theorie durchaus positiv klingen, in der Praxis zog aber auch hier der Rotstift seine Kreise. So lassen sich etwa Bitmapbilder in StarOffice 6 nur noch importieren. Bis auf die Anwendung einfacher Filter ist die Bearbeitung von Bildern oder Illustrationen nur noch bei Vektorgrafiken möglich.

Die Datenbank ist weit in den Hintergrund gerückt, so dass ihre interessantesten Funktionen nun endgültig fröhliches Verstecken spielen: Berichte müssen jetzt innerhalb eines Textdokumentes manuell erstellt werden - der hilfreiche Assistent aus Version 5.2 ist nicht mehr aufzufinden. Als Datenbankmotor dient weiterhin die mittlerweile veraltete Version 11 der professionellen Datenbank Adabas D. Ein Konkurrent zu Microsoft Access ist damit nicht mehr übrig geblieben.

Abbildung 3: Die Datenbank kann über einen Menüpunkt lediglich im obigen Fenster eingeblendet werden

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