Soundkartentreiber für Linux

Lautes Treibe(r)n

Betriebssysteme müssen sich nicht nur an Ihrer Stabilität, sondern auch an der Unterstützung von Hardware messen lassen. Es ist hinlänglich bekannt, dass die meisten Hardware-Hersteller leider keine eigenen Linux-Treiber für ihre Produkte zur Verfügung stellen. Wir zeigen Auswege.

Ein häufig auftretendes Argument gegen den Einsatz von Linux war und ist die fehlende Treiber-Unterstützung für die unterschiedlichsten Hardware-Komponenten. Aus diesem Grund haben sich zahlreiche Projekte entwickelt, die genau dieses Manko beseitigt haben bzw. es noch beseitigen wollen.

Im Soundkartenbereich existieren im Wesentlichen drei Möglichkeiten, die Hardware zur Kooperation mit Linux zu überzeugen: Dies sind die in den Kernelquellen enthaltenen OSS/Lite-Treiber, das ALSA-Projekt und die kommerziell vertriebenen OSS-Treiber der Firma 4Front. Um Missverständnissen gleich im Vorfeld vorzubeugen, sei erwähnt, dass der vorliegende Artikel auf der aktuellen ALSA-Version 0.5.12a und der aktuellen OSS-Version 3.9.6b basiert. Die Betrachtungen zu Kernel-internen Treibern basieren auf Kernelversion 2.4.16. Um den Seitenbedarf dieses Artikel nicht unnötig in die Höhe zu treiben, wird von einer expliziten Diskussion der jeweils unterstützten Soundkarten abgesehen. Vielmehr wird auf die entsprechenden Web-Seiten [1], [2], [3] verwiesen.

ALSA

Ins Leben gerufen wurde das ALSA-Projekt [4] Anfang 1998 durch Jaroslav Kysela. Seit Dezember 1999 wird die Entwicklung durch die SuSE AG unterstützt [5]. Heutzutage hilft jede halbwegs aktuelle Distribution bei der Installation von Soundkarten mit eigenen Konfigurationsprogrammen. In der Regel wird hierbei auf die ALSA-Treiber zurückgegriffen, da diese unter der GPL bzw. LGPL stehen und zahlreiche Soundkarten ansprechen können (siehe [1]).

Installation

Wie bereits erwähnt, werden ALSA-Treiber in den meisten gängigen Distributionen als Standard-Soundkartentreiber verwendet. Da hier nicht auf alle Distributionen eingegangen werden kann, wollen wir am Beispiel von SuSE Linux 7.3 erläutern, wie ALSA eingerichtet wird. Neben dieser YaST2-basierten Lösung besteht auch die Möglichkeit, das ALSA-interne Konfigurationsprogramm alsaconf zu verwenden. Eine genaue Beschreibung der distributions-unabhängigen Installation ist unter [7] zu finden.

Man muss generell Root-Rechte besitzen, wenn man Hardware einrichten will. Das geht wie folgt:

  • Einloggen als normaler Nutzer
  • Freigeben der Ausgabe des X-Servers (im Terminal): xhost + localhost
  • "Aneignen" von Root-Rechten in einem Terminal: su - (Bei der nun folgenden Abfrage das Root-Passwort eingeben)
  • Umlenken des Displays: export DISPLAY=0:0 (Wenn sie eine andere Shell als die bash verwenden, kann auch setenv DISPLAY 0:0 zum Erfolg führen.)Alle Programme, die ab jetzt aus diesem Terminal-Fenster gestartet werden, werden von Root ausgeführt und auf dem Display des normalen Nutzers dargestellt. Nun aber zu Installation der Soundkarte:
  • Starten von YaST2 durch Eingeben von yast2 im Root-Terminal.
  • Im Untermenü Hardware die Soundkartenkonfiguration anklicken (Abbildung 1).
  • Die Soundkarte sollte nun automatisch erkannt werden (Abbildung 2).
  • Jetzt einfach nur immer weiter drücken.
Abbildung 1: YaST2-Hardware-Konfiguration
Abbildung 2: YaST2-Soundkartenkonfiguration

Das war es eigentlich schon. Wir überprüfen nun, ob die Soundkarte auch richtig eingerichtet wurde: Dazu wird einfach im Root-Terminal der Befehl

cat /proc/asound/sndstat

eingegeben, und Linux sagt uns, welche Soundkanäle eingerichtet worden sind. Um nicht einer einzelnen Soundkarte den Vorrang zu geben, soll an dieser Stelle nicht auf alle weiteren möglichen Einstellungen und Funktionen von ALSA eingegangen werden. Für SBLive-Karten ist es beispielsweise möglich, die SoundFont-Dateien, die den Windows-Treiber-CDs beiliegen, zu installieren und zu verwenden. Starten Sie dazu einfach noch einmal das Soundkarten-Konfigurationsprogramm in YaST2. Sie werden überrascht sein, wieviel Finetuning noch möglich ist.

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