Der Meister der Rezepte
Mails bearbeiten mit procmail
Variablen
Damit sich Procmail auf Ihrem Rechner richtig zuhause fühlt, müssen Sie dem Programm mit einigen Variablen sagen, wo es bestimmte Verzeichnisse und Pfade findet. Diese Variablen stehen im Kopf der Datei ~/.procmailrc, über den Rezepten. Obwohl Procmail sehr gute Voreinstellungen mitbringt, sollten Sie nichts dem Zufall überlassen und die Einträge Ihrem System anpassen.
Die erste Variable verrät Procmail Ihr Mail-Verzeichnis:
# Hier liegen die Mails MAILDIR=$HOME/Mail
Im nächsten Schritt erstellen Sie die Variable für den Ort des Logfiles, in das Procmail einen Bericht über jede sortierte Mail schreibt:
# Das Logfile soll ins Home-Verzeichnis LOGFILE=$HOME/proclog
Damit das Logfile sehr ausführlich ausfällt, müssen Sie Procmail geschwätzig machen:
# Ein detailliertes Logfile VERBOSE=yes
Und zuletzt möchte Procmail den Default-Ordner wissen. Dort hinterlegt das Programm jede Mail, auf die kein Rezept passte:
DEFAULT=$MAILDIR/inbox
Eine Übersicht der Umgebungsvariablen erhalten Sie in xterm oder Konsole mit dem Kommando man procmailrc.
Der Test
Wenn Sie ein Rezept aufgestellt haben, das Sie nun auf seine Tauglichkeit testen wollen, müssen Sie keine Mail im Selbstversuch zu Ihrem Provider schicken. Das Programm Formail, das zusammen mit Procmail ausgeliefert wird, hilft Ihnen, Onlinekosten und Wartezeit zu sparen.
Öffnen Sie einfach Ihren Lieblingseditor, und schreiben Sie pro Zeile eine zu testende Header-Zeile oder den Textkörper der Mail hinein. Dann speichern Sie die geschaffene Datei unter dem Namen proctest ab:
From: tux@nordpol.de Subject: Auftrag Dies ist eine Testmail
Durch einen Befehl der Kommandozeile versenden Sie diese interne Testmail, als käme Sie frisch aus dem Postfach Ihres Providers:
cat proctest | formail -ds procmail
Nun können Sie ohne Kosten und gefahrlos experimentieren und sich ganz der Bastelfreude hingeben.



