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Workshop: Videoschnitt mit Broadcast 2000c

Die zweite Möglichkeit

Die gezeigte Überblendung reicht für einfache Fälle aus, besondere Effekte sind aber so nicht möglich. Um etwas aufwendigere Überblendeffekte zu realisieren, benötigen wir die Filme wieder in zwei verschiedenen Videospuren. Hierzu können Sie entweder den hinteren Film wieder ausschneiden und in seine ursprüngliche Spur einfügen oder ein neues Projekt erstellen und die beiden Filme wieder importieren.

Entscheiden Sie wieder zunächst über die Reihenfolge der beiden Videos. Stellen Sie außerdem sicher, dass lediglich der Aufnahmeknopf der Spur für den hinteren Film aktiv ist. Markieren Sie das Video, klicken Sie auf Cut in der Symbolleiste und fügen Sie es etwas vor dem Ende des ersten Films per Paste ein. Die Videos sollten nun etwas voneinander versetzt auf zwei unterschiedlichen Spuren liegen (vgl. Abbildung 10).

Abbildung 10: Für eine komplexere Überblendung wird der hintere Film etwas versetzt zum vorderen Film plaziert

Der gesamte überlappende Bereich wird später die Überblendung darstellen. Beachten Sie bitte, dass Broadcast 2000 an den Anfang des nun verschobenen hinteren Films einen Leerraum eingefügt hat, der genau wie ein Film manipuliert werden kann.

Fahren Sie die Wiedergabe wieder auf Anfang und starten Sie sie. Sie werden feststellen, dass das Video auf der unteren Spur stets vollständig abgespielt wird, das darüber liegende Video hingegen nur teilweise. Der Grund ist, dass Broadcast die Filme ähnlich wie auf einem Stapel ablegt: Das Video, das sich von allen anderen Videospuren an unterster Stelle befindet, wird vor allen anderen behandelt und somit auch bevorzugt abgespielt - es überdeckt alle anderen Filme. Analog gilt dies für die Audiospuren. Die Reihenfolge lässt sich über die Menüpunkte Tracks/Move tracks up bzw. Move tracks down ändern. Im ersten Fall werden alle Spuren, bei denen der Aufnahmeschalter aktiviert ist, um jeweils einen Track nach oben bewegt, im zweiten Fall nach unten. In diesem Menü lassen sich übrigens auch Tracks löschen (Delete tracks) oder aneinander hängen (Concatenate tracks). Stellen Sie für unser Beispiel sicher, dass sich der hintere Film auf einer Spur unter der des vorderen Films befindet (vgl. Abbildung 10).

Für den Einsatz von Effekten ist die "Console" zuständig. Sollte Sie bei Ihnen nicht eingeblendet sein, wählen Sie Window/Show Console. In ihr finden Sie für jede Spur genau eine Einheit mit vier grünen Schaltern und einem Schieberegler. Jeder der vier Schalter kann einen Effekt aufnehmen, der auf die gesamte Spur angewendet wird. Hierzu ein Beispiel: Klicken Sie im Video 1-Bereich auf den ersten Schalter links oben. Wählen Sie den Menüpunkt Attach.... Es öffnet sich ein weiteres Fenster, aus dem Sie in der linken Liste einen der dort angebotenen Effekte aussuchen können, z. B. Whirl. Klicken Sie auf Attach unterhalb der Liste, um der Spur den Effekt zuzuweisen. Schließen Sie das Fenster über Do it. Bei einigen Filtern wird nun noch ein Einstellungsfenster angezeigt: Die dort aufgeführten Werte sind von Filter zu Filter verschieden. Starten Sie die Wiedergabe im Hauptfenster, um die Auswirkungen des Effektes zu betrachten. Sie können den Effekt wieder loswerden, indem Sie in der Console auf den entsprechenden Schalter klicken und aus dem Menü Detach wählen.

Konsolidierungsmaßnahmen

Mit Hilfe der Console lassen sich also Effekte einzelnen Spuren zuweisen. Leider betrifft dies immer die gesamte Spur und nicht einen einzelnen Bereich, so wie wir ihn für unsere Überblendung benötigen. Aus diesem Grund behelfen wir uns mit einem auf den ersten Blick etwas ungewöhnlichen Trick: Wir leiten das Videomaterial auf eine dritte Spur um, auf der ein Film liegt, der gerade genau so lang wie unsere Überblendung ist. Da wir die dritte Spur ganz nach unten legen, wird dann die Überblendung anstelle der beiden anderen Videos abgespielt. Für unser Beispiel sieht dies folgendermaßen aus: Erzeugen Sie über Video/Add track eine neue, leere Spur. Stellen Sie sicher, dass sich diese Spur unter allen anderen Videospuren befindet und dass nur bei dieser Spur der Aufnahmeknopf eingeschaltet ist. Markieren Sie nun den Bereich, in dem die Überblendung stattfinden soll (den Bereich, in dem sich die Videos überlappen).

Abbildung 11: Der weiß markierte Bereich zeigt an, wie lange und an welcher Stelle unsere komplexere Überblendung stattfinden soll

Wählen Sie aus dem Menü Video/Paste Transition. Es öffnet sich ein Fenster, in dem Sie einen Effekt für die Überblendung auswählen können. Für unser Beispiel wählen Sie aus der linken Liste BandWipe, klicken auf Attach und anschließend auf Do it. Im Hauptfenster wird die Überblendung als grüner Kasten gekennzeichnet.

Abbildung 12: Wählen Sie für die komplexe Überblendung den Effekt BandWipe. Per Klick auf den Knopf Attach (im Bild hell unterlegt) weisen Sie den Effekt zu

Abbildung 13: Die Überblendung BandWipe wird im Hauptfenster als kleiner grüner Kasten dargestellt. Er hat dieselbe Länge wie zuvor die weiße Markierung

Würden Sie nun die Wiedergabe starten, würde sich nichts gegenüber der vorherigen Situation ändern: Der Effekt, der auf der neuen Videospur abgelegt wurde, "weiß" noch nicht, welches Videomaterial er verwenden soll. Um ihm dies mitzuteilen, klicken Sie in der Console auf den ersten grünen Schalter (links oben) des Bereiches, der zum vorderen Video gehört und wählen Attach.... Markieren Sie in der rechten Liste den Eintrag Video 3, klicken auf Attach unterhalb dieser Liste und anschließend auf Do it (vgl. Abbildung 14). Hiermit veranlassen wir die Spur mit dem vorderen Video, ihr Material an die Video 3-Spur zu senden. Der dort abgelegte Effekt kann dann aus dem empfangenen Material die Überblendung produzieren.

Abbildung 14: Mit diesen Einstellungen veranlassen Sie die Spur 1, das auf ihr abgelegte Material an die Spur 3 zu senden

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 06/2012

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