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K-splitter

01.02.2002

Ob nun beim Online-Banking mit dem Konqueror oder in Gestalt des neuen Umrechnungstools Keurocalc für den zu Jahresbeginn eingeführten Euro – auch unter finanziellen Aspekten arbeitet KDE mit Ihnen Hand in Hand. Zusätzlich gibt es Tipps zum Einsatz von KDE-3-Vorversionen und einiges an Lesestoff.

Anleitung zum Umstieg

KDE 3 wirft seine Schatten voraus, aber – Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste – nicht jeder mag deshalb gleich das Arbeitspferd aus der 2er Serie über Bord werfen. Zwar haben wir Ihnen schon in der letzten Ausgabe ein Tutorial zum simultanen Betrieb von KDE 2.2 und KDE 3.0 vorgestellt, doch gerade weil kein Rechner wie der andere ist, hilft viel Information beim kontrollierten Umstieg oft viel. Für alle, die KDE 3.0 zum jetzigen Zeitpunkt ausprobieren wollen, präsentieren wir Ihnen hiermit weitere Informationsquellen, wie Sie einerseits Ihre stabile Arbeitsumgebung behalten können, andererseits jedoch nicht auf das Herumexperimentieren mit der neuen KDE-Version verzichten müssen. Die hochoffizielle Anleitung frisch aus dem KDE-Hauptquartier finden Sie unter http://www.kde.org/kde2-and-kde3.html.

Einen etwas anderen Ansatz wählt Anne-Marie Mahfouf in ihrer Beschreibung unter http://women.kde.org/projects/coding/kde2+3.html (Abbildung 1). Hier legen Sie für die Nutzung von KDE 3.0 einfach einen eigenen User an, während Ihnen beim normalen Login weiterhin das gewohnte KDE 2.2 zur Verfügung steht. Achtung: Beide Anleitungen benutzen den CVS-Baum von KDE 3.0 und benötigen damit einiges an Plattenplatz. Allein die für den reibungslosen Betrieb unerlässliche Qt-Version beansprucht 120 MB auf Ihrer Festplatte. Für KDE selbst müssen Sie noch einmal gut 600 MB freien Plattenplatz einkalkulieren.

Aber auch Nutzer von KDE 2.2 wollen vielleicht noch an ihrem System herumoptimieren. Für diese stellt Oliwier Ptak unter http://www.userlocal.com/articles/kde222/kde222fromsource.htm eine Anleitung bereit, die beschreibt, wie man sich aus den Quellen optimale KDE-2.2.2-Binärpakete bauen kann.

Abbildung 1

Abbildung 1: Legen Sie für KDE 3.0 einfach einen neuen User an!

Schau mal, wie es druckt!

Von der Druckerfront gab und gibt es immer wieder erfreuliche Neuigkeiten zu berichten. Was liegt da näher, als dem KDEPrint-Projekt eine eigene Web-Seite zu spendieren? Unter http://printing.kde.org/ finden Sie künftig Klatsch und Tratsch aus der Druckerszene, angereichert mit FAQs, Tipps und Tricks sowie Tutorials zum Thema "Drucken unter KDE".

Wer sich an dem Projekt beteiligen möchte: Chris Howells und Co. haben eine KDEPrint-Mailing-Liste eingerichtet, auf der Sie sich unter http://mail.kde.org/mailman/listinfo/kde-print eintragen können.

Konqueror und die Banken

Ärger mit der Bank gibt es leider öfters. Doch das muss nicht immer mit unbezahlten Rechnungen zu tun haben. Manchmal will einfach nur der Browser beim immer beliebter werdenden Online-Banking nicht so, wie Sie wollen. Besonders benachteiligt sind immer noch die Linux-User. Einen Umstand, den Oliver Strutynski ändern will. Genervt von der Tatsache, dass sein Lieblingsbrowser Konqueror auf der einen oder anderen Finanzseite nicht funktionierte, hat er nun beschlossen, mit einer extra dafür eingerichteten Homepage auf die schwarzen – und gottlob auch weißen – Schafe unter den Finanzdienstleistern hinzuweisen.

Unter http://home.in.tum.de/strutyns/banking/ finden Sie fein säuberlich nach Ländern geordnet eine Liste von Banken, die deren Umgang mit dem KDE-Browser dokumentiert. Ist Ihre Bank mit einem grünen Feld versehen, haben Sie Glück gehabt: Hier gibt es keine Probleme. Aber auch für all diejenigen, die schon einmal auf Probleme gestoßen sind, lohnt ein Besuch der Site. Denn bei den gelb ausgezeichneten Banken finden sich Tricks und Kniffe anderer Nutzer, die unter Umständen dazu beitragen, dass man die Bankgeschäfte dennoch mit dem Konqueror erledigen kann.

Zudem ist aktive Mithilfe erwünscht: Am Ende der Seite finden Sie eine Eingabebox, in der Sie noch nicht aufgeführte Banken sowie mögliche Workarounds für bereits bekannte Problemkinder eintragen können.

Abbildung 2

Abbildung 2: Versteht sich Ihre Bank mit dem Konqueror?

Der Euro ist da

Können Sie sich sämtliche Wechselkurse merken? Das Leben all derer, die noch mit Umrechnungsproblemen zu kämpfen haben, will das neue Programm Keurocalc (Abbildung 3) erleichtern. Dessen aktuelle Version findet sich unter http://www.caldera.de/~eric/keurocalc/.

Neben der reinen Konvertierei lässt sich Keurocalc übrigens wunderbar als Taschenrechner einsetzen, so dass Sie bei Neuanschaffungen nicht nur in Sekundenschnelle wissen, was Sie der Spaß kostet, sondern gleichzeitig herausfinden, ob Sie sich das alles auch leisten können…

Tipps und Tricks zum Umgang mit dem Euro-Zeichen innerhalb von KDE und KOffice finden Sie übrigens unter http://www.koffice.org/kword/euro.phtml.

Abbildung 3

Abbildung 3: Der richtige Rechner erleichtert den Umgang mit dem Euro

Lies mich!

Hong Feng, ein ehemaliger Mitarbeiter von O'Reilly & Associates in Peking, hat ein ehrgeiziges Projekt gestartet. Sein neues Online-Magazin Free Software Magazine soll nicht nur die Welt der freien Software zum Thema haben, sondern auch ihren Prinzipien folgen. Dementsprechend groß ist der Zuspruch aus der Free-Software-Szene: Das Magazin wird offiziell von der FSF ("Free Software Foundation") unterstützt. Der FSF-Vorsitzende selbst, Richard Stallman, hat es sich nicht nehmen lassen, das Editorial zur ersten Ausgabe beizusteuern, wovon Sie sich unter http://www.rons.net.cn/english/FSM/RMS_preface selbst überzeugen können.

Abbildung 4

Abbildung 4: Das "Free Software Magazine"

Doch was hat das alles mit KDE zu tun? Eine Menge, denn Hong Feng sucht noch Autoren, die Artikel rund um KDE- und Qt-Software-Entwicklung verfassen. Einzige Bedingung dabei: Die eingereichten Artikel müssen unter einer anerkannten Open-Source-Lizenz stehen. Bevorzugt wird die "GNU Free Documentation License" FDL, deren Prinzipien Sie unter http://www.gnu.org/licenses/licenses.html#FDL nachlesen können.

Abbildung 5

Abbildung 5: Magazin-Gründer Hong Feng mit dem FSF-Vorsitzenden Richard Stallmann

Gipfeltreffen

Eine ganze Reihe KDE-Developer sind zum FOSDEM ("Free and Open Source Software Development Meeting", http://www.fosdem.org/) eingeladen worden, das dieses Jahr am 16. und 17. Februar in Brüssel stattfindet. Damit neben dem Austausch von Neuigkeiten auch die Möglichkeit zum Hacken besteht, wird den Entwicklern ein eigener KDE-Raum zur Verfügung gestellt. Ihr Kommen zugesagt haben bereits David Faure, Laurent Montel (KOffice), Richard Moore, Matthias "Kalle" Dalheimer und viele andere mehr. Man darf gespannt sein, welche neue Ideen und aufregenden Feature für künftige KDE-Versionen uns dieses Treffen bescheren wird.

Glossar

CVS-Baum

Gerade wenn mehrere Entwickler an einem Softwareprojekt arbeiten, ist ein Verfahren nötig, das verhindert, dass jemand Änderungen seiner Mitprogrammierer aus Versehen überschreibt oder die einzige funktionsfähige Version zerstört. Viele Projekte verwenden daher ein "Concurrent Versions System". Aus einem CVS-Dateibaum kann auch ein älterer Entwicklungsstand jederzeit rekonstruiert werden, doch am häufigsten wird er verwendet, um den aktuellen Programmcode zu distribuieren.

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