Ferngesteuert
Digitaler Linux-Videorekorder im Eigenbau, Teil 2
Neukompilierung von VDR
Der LIRC-Support muss bei VDR erst aktiviert werden, bevor Sie statt der Tastatur die Fernbedienung zur Steuerung des Videorekorders verwenden können. Die nachfolgenden Befehle übersetzen VDR neu und binden die Fernbedienung ein:
cd /dvb/VDR make clean make REMOTE=LIRC
Ausblick
Nach Neustart des VDR können Sie nun gänzlich auf die Tastatur verzichten und VDR komplett über Fernseher und Fernbedienung steuern. In der nächsten Folge unseres Workshops geht es um die Bedienung des VDR: Angefangen bei Aufnahmen über das Schneiden der Filme bis hin zu komplexen Timern. Bis dahin wünschen wir Ihnen viel Spaß mit VDR.
DVB für Kabel-Anschluss?
Leser mit Kabel-Anschluss stellten immer wieder die Frage, ob die von Fujitsu-Siemens angebotene DVB-C anstelle der Satelliten-Version DVB-S eingesetzt werden kann. Prinzipiell ist das ohne Weiteres möglich, die Karten sind zueinander kompatibel und außer anderen Kanal-Frequenzen ändert sich an der Installation nichts. Auch gibt es ein Analog-Modul für die Karte, mit der man ähnlich einer TV-Karte analoge Programme empfangen kann.
Das Problem liegt im Programm-Angebot des Kabel-Netzes, faktisch sind dort nur ARD, ZDF, die Dritten Programme sowie die Kulturprogramme der Öffentlich-Rechtlichen frei empfangbar. Die Privatsender wie Sat 1, Pro 7 oder RTL gibt es nicht. Alle weiteren deutschen Sender, wie zum Beispiel Premiere World, sind verschlüsselt.
Neben der entsprechenden Karte des jeweiligen Programmanbieters, als Beispiel nehmen wir Premiere World, ist zum Decodieren verschlüsselter Sender zusätzliche Hardware-Erforderlich. Auf die DVB-Karte wird ein CI-Adapter für knapp 200 Mark aufgesteckt, der das CI-Modul im PCMCIA-Format für rund 600 Mark aufnimmt. Dort wird dann die Karte eingesteckt. Je nach Verschlüsselungsverfahren kann es notwendig werden, mehrere verschiedene CI-Module zu besitzen, was schnell in's Geld geht. Insgesamt ist also mit gut 1200 bis 1300 Mark für die Anschaffung zu rechnen, die Abo-Kosten nicht einbezogen.
Flachantenne
Der Linux-Videorekorder benötigt in der hier beschriebenen Zusammenstellung eine digitaltaugliche Satellitenanlage zum Empfang der Astra- oder Eutelsat-Programme. Doch nicht jeder hat eine entsprechende Anlage oder kann wegen Nachbarn, Hausverwaltung, Vermieter oder gar Architekten keine Schüssel aufstellen.
Das häufigste Argument gegen eine Satellitenanlage ist die gestörte Optik der Hausfront. Hier kann eine Flachantenne, wie sie auch gern im Camping-Bereich eingesetzt wird, einen Kompromiss darstellen. Die quadratische Antenne von Telestar mit einer Kantenlänge von 47 und einer Dicke von rund drei Zentimetern hat keinen für Schüsseln üblichen Ausleger für den LNC. Der Empfänger befindet sich in Form von Kupferdrähten in der Fläche verteilt und liefert ähnlich gute Empfansergebnisse wie eine herkömmliche Schüssel mit 60 cm Durchmesser.
Doch die Bauform hat nicht nur Vorteile: So kann man den LNC nicht auswechseln, da er fest eingebaut ist, und es gibt nur einen Receiver-Ausgang. Auch ist der Aufstellwinkel mit fast 40 Grad sehr flach im Vergleich zur fast senkrecht stehenden Schüssel, so dass sich leicht Schnee und Eis ablagern.
Insgesamt lohnt sich aber der Versuch, bei Verweigerung einer normalen Satellitenschüssel dem Vermieter diese Flachantenne schmackhaft zu machen. Sie kann zum Beispiel auf einem Balkon problemlos auf Höhe der Brüstung montiert werden und ist dann von außen kaum zu sehen.
Infos
[1] LIRC: http://www.lirc.org
[2] Serieller Empfänger: http://www.zapway.de
[3] Bezugsquelle Fernbedienung: Technik-Partner, Tel. 0561-8200823
[4] Hersteller Fernbedienung: SM-Electronic, http://www.sm-electronic.de, Tel. 040-675090
[5] Start-Skript für VDR: http://www.linux-magazin.de/pub/listings/user/2001/09/vdr



